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Stralsund Stadt fällt 50 Bäume für Straßensanierung
Vorpommern Stralsund Stadt fällt 50 Bäume für Straßensanierung
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09:15 23.07.2015
Die Friedrich-Naumann-Straße in Stralsund wird in den kommenden drei Jahren komplett erneuert. Baubeginn ist im Frühjahr 2016.
Die Friedrich-Naumann-Straße in Stralsund wird in den kommenden drei Jahren komplett erneuert. Baubeginn ist im Frühjahr 2016. Quelle: Jens-Peter Woldt
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Die Friedrich-Naumann-Straße in Stralsund wird in den nächsten drei Jahren komplett erneuert. Nicht nur die Fahrbahn erhält eine bessere Oberfläche, vielmehr soll die etwa 800 Meter lange Trasse ein völlig neues Aussehen erhalten. Wermutstropfen: 50 Bäume sollen fallen.

Die Straße wird etwas breiter und erhält einen Belag aus Asphalt. Der Radweg fällt weg. Stephan Bogusch, Abteilungsleiter für Straßen und Stadtgrün im Bauamt der Stadt Stralsund: „Die Naumann-Straße ist Tempo-30-Zone. Da legt man keinen separaten Radweg an.“

Dadurch ergibt sich mehr Platz für den Gehweg auf der linken Seite in Richtung Große Parower Straße. Gefällt werden müssen allerdings etwa 50 Bäume. Sie sind 70 Jahre alt. Die Wurzeln würden bei dem zu erwartenden massiven Eingriff im Erdreich sehr stark beschädigt werden. Das würden die Bäume selbst nicht überleben. Überwiegend handelt es sich dabei um die „Schwedische Mehlbeere“.

Bogusch versicherte, dass neue Bäume gepflanzt werden: „Der Allee-Charakter bleibt auf jeden Fall erhalten.“ Auch an der Einbahnstraßen-Regelung sowie an den Möglichkeiten zum Parken soll nicht gerüttelt werden. Radfahrer können die Straße dann jedoch in beide Richtungen befahren.

Ausgewechselt werden die Rohrleitungen unter der Straße. Dringend notwendig ist es vor allem, den bis zu 100 Jahre alten Abwasserkanal zu erneuern. Der ist einerseits wegen seines Alters bereits sehr marode. Andererseits dringen an mehreren Stellen Baumwurzeln in den Kanal ein.

Bogusch: „Es wird höchste Zeit, dass wir hier etwas tun.“ Dabei wird der alte Kanal nicht nur einfach ersetzt. Bislang flossen dort noch Schmutz- und Regenwasser gemeinsam durch die Leitung. Das wird künftig nicht mehr so sein

Bereits 2001 begann die Stadt damit, flächendeckend Schmutz- und Regenwasser zu trennen. 2025 soll das so genannte Abwasserbeseitigungskonzept umgesetzt sein. Ersetzt werden in der Naumann-Straße auch die Trinkwasser- und teilweise auch die Gasleitungen.

Gebaut wird in drei Abschnitten. Der Startschuss fällt im kommenden Frühjahr an der Gerhart-Hauptmann-Straße. Ende 2018 soll die Trasse bis zur Großen Parower Straße erneuert sein. Die Stadt schätzt die Kosten für den ersten Bauabschnitt auf 920 000 Euro. Finanziert wird das Vorhaben ohne Fördermittel.

Zur Kasse gebeten werden allerdings die Eigentümer der Grundstücke entlang der Naumann-Straße. Das geschieht auf Grundlage der Straßenbaugebührensatzung und ist abhängig von der Grundstückgröße und der Höhe der Bebauung. Wieviel gezahlt werden muss, wird aber erst nach Ende der Bauarbeiten feststehen.

Interessenten können sich die Baupläne im Bauamt der Stadt (Lindenstraße, ehemaliges Finanzamt) ansehen.



Jens-Peter Woldt