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Stralsund Die Kirchen der Ostseeküste und ihre Herausforderungen
Vorpommern Stralsund Die Kirchen der Ostseeküste und ihre Herausforderungen
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10:00 28.10.2019
Mitglieder der AG Backsteingotik haben sich in Stralsund zu ihrer jährlichen Tagung getroffen und dort über das Thema „Die besonderen Aufgaben einer Stadtkirche mit ihren Chancen und Pflichten im Spannungsfeld verschiedener Milieus“ diskutiert. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Kirchen im Wandel: Wie gehen wir mit der steigenden Zahl der Touristen um, und welche Aufgabe hat eine Stadtkirche heute? Unter anderem über diese Fragen haben die Mitglieder der AG Norddeutsche Backsteinbasiliken bei ihrer Tagung am Wochenende diskutiert, die in diesem Jahr in Stralsund stattgefunden hat.

Jährlich treffen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, um über aktuelle Probleme zu sprechen und sich auszutauschen. In diesem Jahr waren die Stralsunder Kirchengemeinden St. Marien und St. Nikolai die Gastgeber. „Ging es in den Anfangsjahren noch um existenzielle Fragen, wie etwa Fördermittel für Sanierungen, hat sich das im Laufe der Jahre natürlich gewandelt“, sagt Annette Huth von der Nikolaikirche. Christoph Lehnert, Pastor der Marienkirche, ergänzt: „So eine Basilika ist nicht nur Lust, sondern auch Last.“ Dabei gehe es sowohl um die nie endenden baulichen Arbeiten an so einer Kirche als auch um ständig neue Herausforderungen.

„Die Mehrheit der Leute verbringt ihre Zeit heute nicht mehr in der Kirche, sondern sie entdecken die Kirche bei Gelegenheiten“, erklärt Margrit Wegner, Pastorin des Lübecker Doms. Darauf müsse man reagieren. „Wir sind Kirchen in der Stadt und vor allem für die ganze Stadt.“ Durch die exponierte Lage in den Hansestädten bekomme man eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit und müsse deshalb auch ein besonderes Angebot schaffen. „Wir sind auch Bildungsträger und bieten mit verschiedenen, unter anderem kulturellen Veranstaltungen für jeden etwas an.“

Für viele norddeutsche Kirchen seien die steigenden Touristenzahlen eine Herausforderung, denn die meisten Basiliken sind Tourismusmagnete. „Natürlich freuen wir uns über viele Besucher“, sagt Dietmar Mahnke, Pastor der Nikolaikirche. Für ihn sei es jedes Mal eine Freude zu sehen, wie Kirchen auf Menschen wirken. „Denn die Leute gehen in eine Kirche und sind erst einmal von dem Raum berührt. Ob es nun wegen der Größe, der Schlichtheit oder der Farbe ist. Ich denke, dass nur wenige Leute unberührt eine Kirche wieder verlassen.“ Allerdings sei es für ihn ein Problem, dass „wir nicht die Möglichkeiten haben, so viele Gelegenheiten zu schaffen, wie wir gerne möchten. Also mit den Menschen, die unsere Kirche besuchen, ins Gespräch zu kommen.“ Das scheitere manchmal ganz simpel daran, dass es nicht genügend Mitarbeiter gebe.

„Außerdem“, erklärt Annette Huth, „ist der Fast Food-Gedanke auch bei Kirchenbesuchern angekommen. Alles muss immer möglichst schnell gehen, weil sogar die Urlauber mittlerweile unter Zeitdruck stehen.“ Aber eine Kirche erlebe man nicht in zehn Minuten.

Trotz allem sei es nach wie vor das Wichtigste, die Kirchen für alle Menschen offen zu halten. „Also auch für diejenigen, die nicht an Gott glauben“, sagt Christoph Lehnert und erinnert sich an die Friedensgebete etwa zur Zeit der Werftenkrise in Stralsund. „Die Gesamtkirche steht dafür, den Leuten Schutz zu bieten. Sicherlich können wir keinen neuen Job besorgen, aber wir können den Menschen, die es brauchen, ein Ohr leihen. Und das ist doch ein gutes Gefühl.“

Für Heino Tanschus, den ersten Stellvertreter des Oberbürgermeisters, sind die Kirchen eine wichtige Säule. „Ich bin sehr dankbar, dass die Kirchen groß denken und weniger Bedenken haben“, erklärt er. Auf die sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen oder auch religiösen Veränderungen in der Stadtgesellschaft würden die Kirchen reagieren. Gemeinschaft und Nachbarschaft seien ihnen von jeher wichtig, ganz unabhängig von der Herkunft der Menschen. „Sie kleiden alte Botschaften in heute verständliche Sprache. Sie machen die Kirchen zu Oasen für die Seele.“

Von Miriam Weber

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