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Stralsund 600 neue mögliche Spender für Daniel Ahrends
Vorpommern Stralsund 600 neue mögliche Spender für Daniel Ahrends
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11:48 28.01.2019
Anja Garbe ist seit zehn Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Stralsund aktiv. Am Sonntag hat sie zur Typisierung für eine Knochenmarkspende bei der DKMS entschlossen. „Es ist mir enorm wichtig, damit meinem Kameraden Daniel zu helfen. Und wenn es mir gesundheitlich möglich ist, auch jedem anderen, der eine solche Spende braucht.“ Quelle: Jörg Mattern
Stralsund

Regen und Kälte konnten am Sonntag 600 Frauen und Männer nicht davon abhalten, sich auf den Weg ins Sicherheitstechnische Zentrum an der Stralsunder Seestraße zu machen. „Hierher hatten die Freiwilligen Feuerwehren der Hansestadt und Schaprodes eingeladen, um einem ihrer Mitstreiter zu helfen. Bei Feuerwehrmann Daniel Ahrends war Leukämie diagnostiziert worden. Der 26-Jährige, der sich aktuell einer Chemotherapie unterzieht, kommt aus Schaprode auf Rügen, wohnt jetzt in Stralsund und ist in beiden Wehren aktiv. Nur mithilfe einer Stammzellenspende kann er gesund werden. Für Denise Klein war es keine Frage, sich als mögliche Spenderin zur Verfügung zu stellen. „Ich versuche damit, Daniel zu helfen, der ein Kamerad meines Mannes bei der Feuerwehr ist“, sagte die Stralsunderin und betont: „Falls mein Beitrag ihm nicht hilft, dann vielleicht anderen Leukämie-Patienten.“

Mehr als 70 Helfer hatten die Organisatoren am Sonntag zusammengetrommelt – Feuerwehrleute und DRK-Einsatzkräfte aus Stralsund und von der Insel Rügen sowie vom Technischen Hilfswerk. Bei Andreas Redlich liefen die organisatorischen Fäden zusammen. Der Chef der Stralsunder Freiwilligen Feuerwehr berichtet davon, wie die Nachricht von der Erkrankung ihres Kameraden sie kurz vor Weihnachten ereilt hatte. „Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir Daniel helfen können“, sagt der Wehrführer. Mit Unterstützung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde eine Typisierungskampagne vorbereitet. Mit deren Hilfe soll ein Stammzellenspender gefunden werden, dessen genetische Merkmale ähnlich denen des Patienten sind, damit dieser die Zellen nicht abstößt. „Seit Anfang Januar waren wir mit der Organisation befasst“, sagte Redlich. Handzettel und Plakate wurden verteilt, die auf die Hilfsaktion für Daniel Ahrends aufmerksam machten, sowie Spendenboxen aufgestellt. Eine Typisierung, mit der Merkmale der Stammzellen bestimmt werden, kostet 35 Euro. Kosten, die die Krankenkassen nicht tragen.

„Da hilft man einfach“

Robert Gums hatte am Sonntag seine EC-Karte dabei. Der Feuerwehrmann aus Gagern ließ sich nicht nur mit dem Wattestäbchen genetisches Material aus der Wangenschleimhaut entnehmen, sondern überwies die Kosten für die Typisierung gleich vor Ort. „Das ist für mich eine runde Sache, wenn ich helfen kann“, sagte Gums. Unter denen, die helfen wollen, sind auch Claudia und Martin Hell aus Stralsund. Die Familie kam mit ihren Jungs Luca Fabian und Benn Noah. „Ich bin in Schaprode aufgewachsen und kenne Daniel gut, deshalb wollte ich etwas für ihn und gegen diese Krankheit tun“, sagt Claudia Hell. Ihren Mann musste sie nicht überzeugen: „Ich brauchte mir nur vorstellen, es hätte meine Kinder oder Freunde getroffen. Da hilft man einfach.“

Über 70 Helfer hatten die Organisatoren am Sonntag zusammengetrommelt –Feuerwehrleute und DRK-Einsatzkräfte aus Stralsund und von der Insel Rügen sowie vom Technischen Hilfswerk.

Für Anja Garbe war es keine Frage, einem Kameraden zu helfen. Die 28-Jährige stammt aus Sassnitz und ist seit zehn Jahren in der Stralsunder Feuerwehr aktiv. „Ich halte die Typisierung für wichtig“, sagt sie und betont: „Wenn meine Stammzellen Daniel nicht helfen, dann vielleicht einem anderen Menschen, der an Blutkrebs leidet.“

Für Frank Voigt vom Feuerwehrförderverein Schaprode und Detlef Gögge, Chef der Schaproder Feuerwehr, ist diese Hilfsbereitschaft überwältigend. „Daniel ist einer unserer besten Leute. Er ist für uns wichtig, weil er viele Qualifikationen für verschiedene Einsatzbereiche hat“, sagt der Wehrführer. Und Frank Voigt ergänzt: „Ich sehe ihn durchaus als Nachfolger an der Spitze der Wehr. Dann tritt er damit in die Fußstapfen seines Opas.“ Beide sind dankbar, dass es mithilfe der Stralsunder Kameraden gelungen ist, die Hilfsaktion auf die Beine zu stellen.

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