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Stralsund Standort-Werbung: Die Konkurrenz lockt in Polen
Vorpommern Stralsund Standort-Werbung: Die Konkurrenz lockt in Polen
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00:00 27.02.2018
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Vorpommern

In Vorpommern wollen zunehmend mehr Unternehmen investieren – vor allem einheimische. Nach Angaben der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern (WFG) gab es im vergangenen Jahr 55 Anfragen nach Neuansiedlungen und damit etwa gleich viele wie 2016. Bei bereits in der Region ansässigen Firmen stieg die Zahl der Unternehmen, die sich von der WFG Unterstützung bei Erweiterungsinvestitionen wünschen, von 11 auf 32. „Wir spüren einen wachsenden Aufbruch in den Bestandsunternehmen“, sagte Geschäftsführer Rolf Kammann. „Unseren Unternehmen geht es gut. Sie investieren.“ Mit Unterstützung der Wirtschaftsfördergesellschaft seien 2017 148 Arbeitsplätze im Ostteil des Landes neu entstanden, knapp 1400 Arbeitsplätze konnten erhalten werden.

Wir müssen cleverer und fleißiger sein als andere.Ralf Drescher (CDU) Landrat Vorpommern-Rügen
Unseren Unter- nehmen geht es gut. Sie investieren.Rolf Kammann Geschäftsführer WFG

Dass trotz bundesweiten Wirtschaftswachstums die Zahl der Nachfragen bei Neuansiedlungen in Vorpommern nicht gestiegen ist, begründet Kammann so: Das polnische Stettin als nächst gelegene Großstadt zu Vorpommern locke derzeit mit besseren Förderquoten, geringeren Arbeitskosten und Steuervorteilen. In Berlin und dessen unmittelbarem Umfeld gebe es keinen Mangel an Gewerbeflächen – anders als in Hamburg. „Hamburg ist ein Topwirtschaftsstandort in Deutschland. Und Schwerin profitiert von dem Flächenmangel in der Hafenstadt.“ Vorpommern müsse sich deshalb bei Neuansiedlungen auf Sparten konzentrieren. Dabei eröffne vor allem die Digitalisierung kreativen Unternehmen aus der Gründerszene neue Chancen.

Der Kreis Vorpommern-Greifswald sieht dennoch Chancen in der Nähe zu Stettin und Berlin. Der Gewerbestandort Pasewalk – 40 Kilometer von Stettin und 115 Kilometer von Berlin entfernt – werde mit Unterstützung des Landes ausgebaut, sagte der Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU). Dazu gehöre auch die Versorgung des Standorts mit schnellem Internet.

Bei den Investitionen vollzieht sich ein Wandel: Überwogen 2016 noch die Nachfragen von Firmen aus dem Dienstleistungssektor wie den Tourismus oder dem Handel, wurden 2017 deutlich mehr Nachfragen im produzierenden Bereich gezählt. In der Ernährungswirtschaft stieg die Zahl von 9 auf 22 Unternehmen, im Handwerk und verarbeitenden Gewerbe von 10 auf 22. Dies könnte positive Effekte auf die Lohnentwicklung in Vorpommern haben: Im produzierenden Gewerbe werden durchschnittlich höhere Löhne gezahlt als im Dienstleistungssektor.

Die Digitalisierung gilt den Wirtschaftsförderern als ein bedeutender Schlüssel für die künftige Wirtschaftsentwicklung. „Eine vernünftige Breitbandanbindung wird inzwischen von allen potenziellen Investoren eingefordert“, sagte Kammann. Der Landkreis Vorpommern-Rügen will bis Ende 2019 das schnelle Internet flächendeckend im Landkreis verfügbar machen, wie Landrat Ralf Drescher (CDU) betonte. Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat das Ziel im Blick, ist allerdings im Verfahren noch nicht so weit wie der nördliche Nachbar-Landkreis.

Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) sagte, dass das schlechte Image der Region noch immer – wenn auch ein imaginärer – Hauptstandortnachteil sei. „Wer einmal hier war, lernt die Region auch als Platz zum Arbeiten und Investieren zu schätzen“, sagte Fassbinder. Vorpommern sei viel besser als sein Ruf.

Für die heimischen Unternehmen sind die Fachkräftesicherung und die Regelung der Unternehmensnachfolge die derzeit größten Herausforderungen. Auf Messen würde deshalb mit offenen Stellen gezielt um Fachkräfte geworben, wie Kammann sagte. 30 Betriebe und Institutionen beteiligten sich inzwischen an der Fachkräftekampagne „Leben und Arbeiten in Vorpommern.“

Als erfolgreiche Neuansiedlungen nannte die WFG unter anderem die Ziel Heimtextilien GmbH und die Michael Schmidt Yachtbau GmbH in Greifswald sowie die Hafendestillerie & Brauerei in Loitz.

Hemmt das A20-Loch die Wirtschaft?

Dass sich die Wirtschaft derzeit gut entwickelt, spüren auch die Banken. „Es bewegt sich was“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Vorpommern, Ulrich Wolff.

Aus Sicht von Vorpommern-Greifswalds Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) sind die Auswirkungen des Lochs in der A 20 aber auf Grund der schwierigeren Belieferung als Problem für weiteres Wachstum spürbar. Insbesondere für Regionen wie Torgelow, wo die Gießerei mit Schwertransporten beliefert wird. Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) hält die Auswirkungen des Lochs („Das wird in absehbarer Zeit wieder verschlossen sein.“) für überschaubar. Wichtiger sei, dass „wir cleverer und fleißiger sind“.

Martina Rathke

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