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Stralsund „Stolpersteine“ ins Pflaster eingelassen
Vorpommern Stralsund „Stolpersteine“ ins Pflaster eingelassen
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00:00 10.11.2017
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Stralsund

Drei Stolpersteine sind gestern in der Heilgeiststraße verlegt worden. Damit wird einstigen jüdischen Bewohnern des Hauses mit der Nummer 89 gedacht: Dem Lederwarenhändler Carl-Philipp Blach und seinen Söhnen Hans und Gerd.

Friederike Fechner (l.) und Gaby Glassmann bei der Legung der Stolpersteine. Quelle: Foto: Miriam Weber

Zahlreiche Interessierte waren bei der würdigen und emotionalen Veranstaltung dabei. 79 Jahre nach der Pogromnacht ließ die heutige Hauseigentümerin der Heilgeiststraße 89, Friederike Fechner, die Anwesenden an der schicksalhaften Geschichte der Familie Blach teilhaben. „Für mich war es wie eine Sucht, das Puzzle zusammenzusetzen“, erklärt sie. Zwar habe sie sich schon immer für jüdische Geschichte und Literatur interessiert, doch so intensiv hatte sie sich erst mit dem Erwerb des Hauses damit auseinandergesetzt.

2012 hatten die Fechners das Haus erworben und bis 2014 aufwendig saniert. Dann tauchte Friedrike Fechner tief in die Geschichte der Familie Blach ein. Mit ihrem unglaublichen Einsatz hat sie zum Teil die Nachfahren der Familie, die heute auf der ganzen Welt leben, zueinander geführt, die von der gegenseitigen Existenz nichts ahnten. Vor allem aber hat sie die Geschichte einer Stralsunder Familie aufgearbeitet und ihnen wieder Namen und Gesichter gegeben.

Gaby Glassmann, Therapeutin für Nachfahren von Holocaustopfern, lebt in London – und ist eine Nachfahrin der Blachs. Sie war mit ihrem Mann an den Sund gereist, um bei der Steinlegung dabei zu sein.

Gaby Glassmann freute sich über zwei Dinge: „Friederikes Einsatz ist unglaublich, sie hat so viel herausgefunden. Außerdem ist es sehr heilend, so ein anderes Gesicht von Stralsund zu sehen, nicht nur an die schreckliche Geschichte erinnert zu werden.“

Für Friederike Fechner ist die Legung der Stolpersteine indes kein Schlussstrich. „Es ist mein Traum, die Geschichte aller Stolpersteinhäuser in Stralsund zu erforschen und die Menschen einzuladen, die damit verbunden sind.“ Doch als nächster Schritt ist eine Ausstellung über die Familie Blach geplant.

Miriam Weber

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