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Stralsund Storchennest weggebrochen: Schnelle Hilfe durch Siemersdorfer
Vorpommern Stralsund Storchennest weggebrochen: Schnelle Hilfe durch Siemersdorfer
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06:09 09.06.2019
80 Storchenpaare sind in Nordvorpommern zu Hause – eins zum Beispiel in Groß Kordshagen. Quelle: Suse Retzlaff
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Siemersdorf

Nach einem schlimmen Regenguss war es passiert – der Horst des Siemersdorfer Storchenpaares ist weggebrochen und abgestürzt. Ein großer Schreck für Störche und Storchenfreunde, denn Nest und Eier oder vielleicht schon Jungvögel waren hin... Seit Jahren hatte Adebar hier am Ostrand des Ortes auf einem Gebäude sein Zuhause. Schnelle Hilfe war gefragt.

Und die kam unter anderem von Landwirt Hans-Gerd Luiken aus Siemersdorf. „Wir haben versucht, schnell eine Nisthilfe zu organisieren. Das dauerte dem Storch aber zu lange. Er war unruhig, denn er konnte sein Brut ja nicht mehr sehen...“ In ihrer Not haben die Störche versucht, auf zwei Strommasten zu nisten. Das ging aber auch nicht gut.

Auf dem Mast hatten die Nester keinen Halt, trotzdem blieben die Tiere unermüdlich beim Nestbau, klapperten, was das Zeug hielt. In der Zwischenzeit sendete Familie Luiken SOS an die Edis in Wolgast, die sich für die Störche verantwortlich fühlt. Die Mitarbeiter haben Äste und anderes aus der „Storchen-Bauwerkstatt“ aus den Leitungen geholt.

In der Zwischensteht hatten die Siemersdorfer Storchenfans das Grundgerüst für ein neues Nest am alten Standort auf dem Wirtschaftsgebäude angebracht. „Doch bisher hat der Storch das neue Nest nicht angenommen. Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass er seine Brut in diesem Jahr verloren hat und nicht aufziehen kann. Dann bleibt uns nur die Hoffnung auf nächstes Jahr“, sagt Hans-Gerd Luiken und schiebt hinterher: „Es war trotzdem toll, wie alle gemeinsam geholfen haben. Da geht auch ein großes Dankeschön an unsere Nachbarn“, so der Bauer.

In Siemersdorf haben Storchenfreunde vor Jahrzehnten über dem Schornstein auf einem Wirtschaftsgebäude die erste Nisthilfe errichtet. „Als das Ganze jetzt weggebrochen war, habe ich mich erinnert, dass im Bauhof Tribsees die vor zwei Jahren für Rekentin bestimmte Nisthilfe noch herumliegt. Deren Montage hatte der Bauhof einst nicht geschafft, so dass ich in letzter Minute die Energieversorgung bitten musste, als die Rekentiner Störche schon auf dem Rückweg waren“, sagt Storchenfreund Eckhard Frädrich aus Langendorf der OZ und ergänzt: „Die Monteure hatten allerdings eine eigene Nisthilfe mitgebracht – und dadurch blieb die andere im Bauhof liegen.“

Eckhard Frädrich ist seit 1980 ehrenamtlicher Storchenbetreuer, genauer gesagt Naturschutzwart. Er hat 20 bis 30 Storchnepaare im Blick – auch das Siemerdorfer. Vor der eigenen Tür hat es leider noch nie geklappt. „Das liegt an den beiden Seen um uns herum, da findet der Storch nicht genug Futter. Denn er will an Land seine Nahrung finden, so in einem Umkreis von zwei Kilometern. Das funktioniert hier ebenso wenig wie in Pütte“, sagt Storchenvater Eckhard Frädrich im OZ-Gespräch.

Zwar hatten die Siemersdorfer nun ruckzuck die Nisthilfe am alten Standort auf dem Dach des Gebäudes angeschraubt. Doch bisher fehlt vom Storch noch jede Spur...

In Nordvorpommern gibt es übrigens 80 registrierte Horstpaare des Weißstorches. Auf Rügen wurden 12 registriert. Leider haben alle nur geringen Bruterfolg gehabt.

Ines Sommer

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