Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Stralsund wird nicht gegen Möwen vorgehen
Vorpommern Stralsund Stralsund wird nicht gegen Möwen vorgehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:30 08.09.2019
Möwen füttern am Stralsunder Strand – das bleibt auch in Zukunft erlaubt. Quelle: Stefan Sauer
Anzeige
Stralsund

Möwengekreisch – was für den einen der typische Sound der Küste ist, ist für den anderen durchaus nervig. Die Wählergemeinschaft Bürger für Stralsund (BfS) gehört offenbar zur zweiten Gruppe. Innerhalb eines Jahres hat sie zum zweiten Mal in der Bürgerschaft eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, ob die Stadt gedenke, etwas gegen die Ausbreitung der Tiere zu unternehmen.

„Die Zunahme der Möwenpopulation in der Stralsunder Innenstadt stimmt sehr bedenklich“, formulierte BfS-Bürgerschaftsmitglied Thomas Schulz. „Sie haben keine natürlichen Feinde und durch das Verhalten der Bürger, zum Beispiel durch Füttern, wächst ihre Anzahl immer mehr. Viele Bewohner der Innenstadt fühlen sich um ihren Schlaf gebracht.“

Bußgeld bist zu 5000 Euro in Wismar

Schulz verweist auf Wismar. Dort gilt am Alten Hafen ab dem 1. August ein Fütterungsverbot. Grund: Die Tiere werden Menschen gegenüber aggressiver, schnappen im Sturzflug das Futter, das ihnen angeboten wird. Dadurch steigt die Verletzungsgefahr. Wer sich nicht an das Verbot hält, dem drohen Bußgelder – in Wismar bis zu 5000 Euro. Thomas Schulz wollte deshalb wissen: „Wäre ein Fütterungsverbot auch für Stralsund eine geeignete Maßnahme?“ Und: „Gibt es Bestrebungen, gegen die ungehinderte Ausbreitung der Möwen in der Innenstadt gemeinsam mit Hauseigentümern Maßnahmen zu ergreifen?“

Die Antwort von Heino Tanschus dürfte ihn zum einen enttäuscht haben, zum anderen aber auch bekannt verkommen sein. Denn der Leiter des Ordnungsamtes wiederholte fast wortgleich seine Erklärung aus dem August 2018 dazu: „Möwen gehören zu einer Hansestadt wie der Wind und das Meer. Sie haben sich Lebensräume gesucht und in der Stadt optimale Bedingungen gefunden. Das Nahrungsangebot durch die Abfälle der Menschen ist reichlich, auf den zahlreichen Flachdächern der Stadt finden sie optimale Brutbedingungen.“

Kein Patentrezept gegen das Brüten auf dem Flachdach

Tanschus legte dar, dass das Füttern zwar dazu führe, dass die Möwen ihre Scheu vor dem Menschen verlieren, nicht aber zu ihrer Ausbreitung beitrage. Allerdings seien keine Konflikte bekannt, bei denen Möwen aggressiv auf Menschen wegen des Futters losgegangen seien. Dies solle aber noch einmal überprüft werden.

Er räumte ein, dass das Brüten auf den flachen Dächern Stralsunds zugenommen habe. „Hiergegen gibt es leider kein wirkliches Patentrezept. Ein Ansatz könnte sein, dass Nistplätze während der Brutzeit unattraktiv gemacht werden, dazu können Dächer mit Netzdraht bespannt werden, der muss aber so fachmännisch angebracht werden, dass sich Möwen und andere Vögel darin nicht verfangen.“ Er verwies darauf, dass das Stören der Möwen beim Brutgeschäft oder das Absammeln der Eier ist nach dem Bundesjagdgesetz unzulässig und grundsätzlich nicht zu empfehlen ist.

Mehr zum Autor

Lesen Sie mehr:

Wismar: Ab sofort dürfen keine Möwen mehr gefüttert werden!

In Rostock dürfen Tauben ab sofort nicht mehr gefüttert werden

Von Kai Lachmann

Stadtwette: Alexander Badrow gewinnt gegen den Stralsunder Mittelstandsverein (SMV). Seinen Wett-Einsatz – Verkehrserziehung mit Kindern – will er trotzdem ableisten. Verlierer SMV sammelt dafür auf dem Ostsee-Radweg Müll.

07.09.2019

Die besten Gastgeber kommen aus der Hansestadt! Die Stralsunder Hobbyköche Maika Stark und Anne Wussow haben das Nordduell bei der Koch-Doku gewonnen.

07.09.2019

Neue Ausstellung in der Kulturkirche in Stralsund präsentiert Werke aus China und Deutschland

07.09.2019