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Stralsund Stralsunder Atlantik-Segler sind zurück
Vorpommern Stralsund Stralsunder Atlantik-Segler sind zurück
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13:24 10.06.2019
Rückkehr der „Andiamo“: Die beiden jungen Stralsunder Segler Lennart Burke (weißes T-Shirt) und Valentin Ahlhaus haben sich hier vor ihrer Yacht und mit ihren stolzen Vätern fotografieren lassen. Quelle: Marlies Walther
Stralsund

 Strahlend und in Siegerpose stehen Lennart Burke und Valentin Ahlhaus Pfingstsonntag an Bord ihrer „Andiamo“. Total entspannt, als hätten sie gerade einen kleinen Schlag über den Bodden gesegelt. Dabei liegen fast 11 000 Seemeilen und zwei Atlantiküberquerungen hinter ihnen. Und das sieht man den 19-Jährigen wirklich nicht an. Mit ihrem gerade mal zehn Meter langen Boot waren sie fast zehn Monate auf den Meeren dieser Welt unterwegs. Nun sehen sie die Stralsunder Kirchtürme wieder. „Es geht uns gut. Wir sind froh, wieder zu Hause zu sein“, sagt Lennart, der zusammen mit seinem Freund Valentin am 18. August 2018 zum Törn ihres Lebens aufgebrochen war.

Worauf sie sich nach diesem Riesenabenteuer fern der Heimat am meisten freuen? „Das wurde uns noch auf dem Wasser an Bord gebracht: frisch gezapftes Bier und Apfelkuchen“, erzählt Valentin. Denn die sehnsüchtig erwarteten Heimkehrer werden vor den Toren der Stadt mit einem Bootskorso von Stralsunder Seglern empfangen und bis zum angestammten Liegeplatz auf dem Dänholm begleitet. Dort winken die Mütter mit Blumen, Familie und Freunde stehen Spalier, und dann gibt es erst einmal innige Umarmungen.

Denn natürlich haben vor allem die Eltern gebangt, dass alles gut geht. „Wir waren schon alle sehr nervös und sind froh, dass nichts passiert ist. Es geht einem ans Herz“, beschreibt Lennarts Mutter Anette Burke ihre Gefühle. Am meisten hätte sie gefreut, dass zwei „wahnsinnig tolle Menschen auf engstem Raum immer zusammengehalten und sich nie gestritten haben“.

Trauminseln und sechs Meter hohe Wellen

In einem digitalen Logbuch schildern die mutigen Hochseesegler all ihre Erlebnisse. So lassen sie die Leute zu Haus in Wort und Bild teilhaben an ihrer spannenden Route, die über Frankreich und durch die Biskaya zum Buchtenbummeln auf die Kanaren und Kapverden führt. Weiter geht es nach der ersten Atlantiküberquerung in 18 Tagen für drei Monate in die Karibik mit Trauminseln wie Barbados, die Grenadinen oder Martinique. Besonders beeindruckt sind sie von einer Tour auf die Insel Montserrat, die durch einen Vulkanausbruch völlig verwüstet wurde.

„Manches haben wir in den Blog aber erst reingeschrieben, wenn die Gefahr vorbei war“, gibt Valentin zu. Schließlich wussten die Jungs um die Sorgen, die sich Familie und Freunde machten. „Da ist es wohl wirklich besser, wenn man von sechs Meter hohen Wellen, die bis ins Bett schwappen oder von Portugiesischen Galeeren – einer giftigen Qualle – erst im Nachhinein hört“, findet auch Vater Matthias Ahlhaus.

Die beiden Stralsunder Valentin Ahlhaus und Lennart Burke waren fast ein Jahr lang auf den Meeren dieser Welt unterwegs. Hier ein paar Eindrücke der Reise.

Die Jungs seien jedoch immer sehr achtsam gewesen, schätzt Annette Burke ein. So haben sie bei einem Tauchgang einen Riss im Boot entdeckt, was zu einer Zwangspause auf St. Martin führte. Als das Schiff 1970 erbaut worden war, setzte man den Rumpf aus zwei Hälften zusammen. An der Schnittschnelle komme es schon mal zu Bewegungen im Material. Die Hansestädter ließen das Boot reparieren und erneuerten zudem den Unterwasseranstrich. So konnte es sicher über die Azoren zurück nach Deutschland gehen.

Diese Reise ist vorbei, doch die nächste schon im Kopf

Lennart resümiert, dass es für ihn am wichtigsten war, „auf See zu sein, auf dem weiten Atlantik, die unendliche Freiheit und Unabhängigkeit ohne Einflüsse von außen zu spüren.“ Und er hat inzwischen bereits die nächsten großen Pläne, die sichtbar auf seinem Shirt ablesbar sind: Gefördert vom Verein Trans-Ocean will er 2021 am Mini-Transat teilnehmen, einer anspruchsvollen Hochsee-Regatta, die seit 1977 im zweijährigen Rhythmus ausgetragen wird und über den Atlantik führt. Die Erfahrungen, die er nun auf diesem Weg gesammelt hat, kann ihm keiner nehmen.

Valentin hat eine regelrechte kleine Wandlung durchgemacht. Ursprünglich sei bei ihm der Grund für den großen Törn das Reisen gewesen. Segeln also als Mittel zum Zweck. Doch immer mehr habe ihn der Sport an sich, „die ganze Atmosphäre der Seglergemeinschaft, die etwas sehr Besonderes ist“, fasziniert. „Egal wo man ist. Es ist so schön auf dem Boot, da gibt es keinen Grund anzuhalten.“

Und jetzt alle:

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