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Stralsund Lockerungen in Sicht: Stralsunder Händler wollen am Montag öffnen
Vorpommern Stralsund

Stralsunder Händler wollen am Montag öffnen

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19:00 04.03.2021
Martina und Lucia Kachur haben ihren Spielzeugladen schon für einen möglichen Kundenansturm rausgeputzt.
Martina und Lucia Kachur haben ihren Spielzeugladen schon für einen möglichen Kundenansturm rausgeputzt. Quelle: Kay Steinke
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Stralsund

Die Stralsunder Händler haben über Wochen hinweg auf eine Öffnungsperspektive gedrängt – und hatten damit offenbar Erfolg. Stand jetzt könnte die Zeit der Zwangsschließungen in Vorpommern-Rügen ganz schnell vorbei sein. Schon am Montag könnten dank der dauerhaft niedrigen Inzidenz im Ostseekreis – derzeit liegt sie bei 26,3 – viele Läden wieder auf sein.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte dies am frühen Donnerstagmorgen in Schwerin nach einem mehrstündigen Bund-Länder-Gipfel in Aussicht gestellt. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 seien demnach weitergehende Öffnungen auch ohne Anmeldungen möglich. Dies trifft neben Vorpommern-Rügen auf die Hansestadt Rostock sowie den Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte zu. Auch Museen und Galerien sollen dort unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Ob und wie die Regionen davon Gebrauch machen, wird am Freitag auf einem MV-Gipfel geklärt.

Landrat will alle Möglichkeiten ausschöpfen

Doch schon jetzt hat Vorpommern-Rügens Landrat Stefan Kerth (SPD) erklärt, dass er das Verhandlungsergebnis zwischen Bund und Ländern bezüglich einer Öffnungsperspektive ab einer Inzidenz von 50 begrüßt. „Ich werde als Landrat alle uns eingeräumten gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, damit wir schrittweise wieder zu einer gewissen Normalität im Landkreis zurückzukehren können“, sagt er am Donnerstagnachmittag.

„Ich werde als Landrat alle uns eingeräumten gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, damit wir schrittweise wieder zu einer gewissen Normalität im Landkreis zurückzukehren können.“ Quelle: privat

 

„Besonders freue ich mich auch darüber, dass wieder mehr Sport ab der nächsten Woche in Vorpommern-Rügen möglich sein wird. Wir haben mit unserer relativ niedrigen Inzidenz gemeinsam viel erreicht – nun aber auch eine riesige Verantwortung.“ Das Ansteckungsrisiko sei unter Einhaltung der entsprechenden Hygieneregelungen und gesetzlichen Vorgaben weiterhin möglichst gering zu halten.

„Jetzt liegt es bei Schwesig“, sagt Torsten Grundke, Vizechef der IHK zu Rostock. Der Stralsunder hatte sich zuletzt für schnelle Öffnungen stark gemacht – oder auch für das Modell, Vorpommern-Rügen zu einer Testregion zu machen. „Positiv wäre, wenn sich am Freitag wirklich eine differenzierte Betrachtungsweise durchsetzt.“ Demnach stünden in Vorpommern-Rügen Ladenöffnungen an, in Vorpommern-Greifswald jedoch nicht. Grundke will am Freitag nach Schwerin fahren – um vor Ort weitere Impulse zu setzen.

„Jetzt liegt es bei Schwesig. Positiv wäre es, wenn sich am Freitag eine differenzierte Betrachtungsweise durchsetzt“, sagt Torsten Grundke, Vizechef der IHK. Quelle: Christian Rödel

Holztätzchen: Laden wird für Kunden rausgeputzt

Ungeachtet dessen sind die Stralsunder Händler dankbar für die Perspektive. Die Inhaberinnen vom Holztätzchen haben ihren Spielzeugladen bereits auf Vordermann gebracht. „Wir freuen uns riesig auf unsere Kunden. Die Schließung hat schon viel zu lange gedauert“, sagt Martina Kachur. Zusammen mit Lucia Kachur führt sie den Laden in der Stralsunder Altstadt seit fast 14 Jahren. „Der Dezember ist für uns Spielwarenverkäufer die wichtigste Zeit. Diese hat man uns genommen. Nun hoffen wir auf das Ostergeschäft“, sagt sie.

Für die beiden Händlerinnen ist das Schlimmste die permanente Ungewissheit. „Immer wieder wurde der Lockdown verlängert. Das ist echt zermürbend. Dabei haben wir uns um ein gutes Hygienekonzept bemüht – und schaden doch niemandem“, so Martina Kachur. Die Öffnung wäre für den Familienbetrieb enorm wichtig. Einen Online-Shop haben sie bisher noch nicht. „Das wäre eine größere Investition. Aber so richtig passt es auch nicht zu unserem Konzept“, sagt Lucia Kachur. „Wir wollen ja, dass die Kunden in den Laden kommen, die Sachen fühlen und wissen, wie groß sie sind.“

Treibholz: Noch ist keine Sommerware da

Von ihrer Internetpräsenz profitiert haben hingegen Marius Drüding und Frank Mersmann von Treibholz. „Wir freuen uns darauf, wenn wir wieder aufmachen können“, sagt Mersmann. Die Zeit des Lockdowns hätten sie intensiv genutzt. „Einen Online-Shop hatten wir schon. Wir haben ihn gepflegt, ausgebaut und darüber Kontakt mit den Kunden gehalten.“ Weiterhin hätten sie etliche neue Boards gebaut. Während die Werkstatt offen war, musste der Bereich Mode geschlossen bleiben. Dort befindet sich aktuell noch die Ware der Wintersaison. „Die Planung war bisher zu unsicher. Die Sommerware ist bestellt, aber noch nicht da.“ Ihren Laden müssen sie auf einen möglichen Kundenansturm erst noch vorbereiten.

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Uhrmachermeister Voss hofft, dass die Läden offen bleiben

Marcus Voss ist Uhrmachermeister in Stralsund. Während des Lockdowns konnte er nur Reparaturarbeiten annehmen und den Kunden die Ware über sein Schaufenster in der Ossenreyerstraße anbieten. Dass schon bald wieder Kunden sein Geschäft besuchen könnten, stimmt ihn glücklich: „Es freut mich und ich hoffe, dass die Entscheidung nicht kurze Zeit später wieder gekippt wird“, sagt er. Er werde sein Geschäft in jedem Fall öffnen und hofft, dass sich die Neuigkeit dann auch schnell herumspricht.

Der Wollladen ist umgezogen

Die Zeit während des Lockdowns hat die Inhaberin des Wollladens Linda Wellmann für einen Umzug genutzt. Die neuen Räumlichkeiten in der Heilgeiststraße werden jetzt noch hergerichtet, sodass am Montag die ersten Kunden wieder in Empfang genommen werden können: „Wir bauen die letzten Möbel auf und dekorieren den Laden“, so die Chefin. Am Montag wolle sie in jedem Fall wieder öffnen. Dann würden auch die Prioritäten wieder anders gesetzt werden, denn während der vergangenen Monate lag der Fokus vor allem auf dem Online-Shop.

Von Kay Steinke und Lena-Marie Walther