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Stralsund Maritimes Spektakel ohne Seele
Vorpommern Stralsund Maritimes Spektakel ohne Seele
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16:18 26.05.2019
Rötlicher Qualm im Hafenbecken: Hunderte Hafentage-Besucher verfolgten am Sonnabendnachmittag die Seenotrettungsübung vor der „Gorch Fock I“, von der mehrere Mann über Bord gingen, die wenig später unbeschadet aus dem Wasser gefischt wurden. Quelle: Christian Rödel
Stralsund

Was wären die Stralsunder Hafentage ohne die Beteiligung der jungen ambitionierten Leute von der Initiative Küstenkosmoz? Diese hypothetische Frage muss erlaubt sein. Die Antwort könnte lauten: ein recht austauschbares, seelenloses Volksfest mit viel Plastikspielzeug aus Fernost und wenig regionalem Bezug.

Küstenkosmoz setzte kreative Höhepunkte

Den Organisatoren der alternativen Veranstaltung im Rahmen der 2. Hafentage Stralsunds ging es um die Aufwertung des traditionellen maritimen Events, das zum zweiten Mal federführend von der Stadtverwaltung in Kooperation mit der Agentur Basic Events verantwortet wurde. „Der Küstenkosmoz verkörpert für mich das junge kreative Stralsund, und dieses Engagement verträgt die Hansestadt sehr gut“, brachte es Jens Reineke auf den Punkt. Der 31-jährige Manager ist eine junge Führungskraft im Störtebeker Brauquartier und ein begeisterter zugezogener Neu-Stralsunder, der sich mit seiner Lebensgefährtin hier eine Existenz aufgebaut hat. Christine Lautenbacher, die Partnerin von Jens Reineke, betreibt seit einem guten Jahr auf der Altstadtinsel das beliebte Bistro „Tines Nudelküche“. Im Küstenkosmoz-Universum war Christine Lautenbacher am Wochenende mit ihrem geschmackvollen, aus Holz gezimmerten Stand „Tines Nudelhütte“ präsent und begeisterte die Besucher der Hafentage mit ihren Pasta-Variationen.

Erfolgreich mit Nadel und Faden

Mode unter dem Label „Iris Seagull Küstenstoff“ wurde unterdessen von der 31-jährigen Stralsunderin Fränzi Krase feilgeboten. Die ehemalige Studentin der Hochschule Stralsund hat nach ihrem erfolgreich absolvierten Leisure-Tourism-Management-Studium eine feste Stelle als Projektmanagerin bei den MV Werften angetreten und möchte ihr handwerkliches Schneider- und Nähtalent nicht verkümmern lassen. In ihrer Freizeit stellt sie an ihrer Nähmaschine oder mit Fingerhut und Nadel ganz individuelle Kleidungsstücke und modische Accessoires her. „Es können ja nicht alle jungen Leute nach ihrem Studium in den Westen gehen, um dort zu arbeiten und zu leben“, so die Hansestädterin, deren handgefertigte Produkte auch im zu Ostern eröffneten Fischschuppen-Laden zum Verkauf angeboten werden. Im Geschäft von Antje Hübner und Conny Eisfeld können kreative Künstler aller Genres ein Regal mieten, wo die Produkte in Kommission genommen und vermarktet werden. Diese Idee mit vor Ort produzierten Gegenständen unterschiedlicher einheimischer Produzenten eine regionale Wertschöpfung zu erzielen, scheint aufzugehen. Der Fischhaut-Schmuck von Antje Hübner, Tochter des bekannten Stralsunder Fischers Paul Hübner, findet reißenden Absatz.

Wer wollte, konnte bei den Stralsunder Hafentagen Spaß nach seinem Geschmack finden.

Die 37-jährige studierte Voll-Juristin war schon weltweit beruflich unterwegs – unter anderem in der deutschen Botschaft in Kuwait, doch irgendwann zog es sie wieder zurück in die Heimat, wo sie eine feste Stelle im öffentlichen Dienst annahm. Doch diese Tätigkeit gab sie wieder auf, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. „Mein Vater war erst sehr skeptisch, aber jetzt unterstützt er mich mit aller Kraft“, so die Schmuckdesignerin, deren Geschäft sich unweit vom Räucherschiff ihres Vaters an der Fährbrücke befindet.

Seenotretter in Aktion

Ortswechsel: An der Steinernen Fischbrücke lag während der Hafentage das Plattbodenschiff „Erna“ mit Heimathafen Altefähr, wo Kapitän und Skipper Frank Jätschmann mit seinen Vereinsmitstreitern Heiko Eurke und Hartmut Klann zu Törns auf dem Strelasund einlud. „Wir wurden gut gebucht von den Besuchern der Hafentage und sind mit den Gästen mehrmals in Richtung Höhe 23 ausgelaufen“, so der Vereinschef Frank Jätschmann. Zu einem Publikumsmagneten avancierte bei den Stralsunder Hafentagen nicht nur das Feuerwerk am Freitagabend, sondern auch die groß angelegte Seenotrettungsübung, bei der zuvor acht Menschen von Bord der „Gorch Fock I“ in das Hafenbecken stürzten. In Windeseile waren die Rettungskräfte bei den Schiffbrüchigen und befreiten sie aus ihrer misslichen Lage, indem sie an Bord des Seenotretters „Hertha Jeep“ gezogen wurden. Die Moderation der Hafentage lag zum zweiten Mal in den bewährten Mikrofonansagen des ehemaligen Seemanns Michael Camenz. Der 68-jährige Barther, der lange Zeit seines Berufslebens für die Rostocker Handelsflotte DSR auf den Weltmeeren unterwegs war, informierte die Besucher routiniert über das Geschehen auf dem Wasser und zu Land.

Christian Rödel

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