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Stralsunder Hochschule bringt den Campustag aufs Sofa

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07:00 26.06.2020
Bevor die Kameras im Studio der Hochschule für die beiden Moderatoren des Campustages, Steven Pohl und Annika Döring, angingen – wurden sie erst noch mal aufgehübscht.
Bevor die Kameras im Studio der Hochschule für die beiden Moderatoren des Campustages, Steven Pohl und Annika Döring, angingen – wurden sie erst noch mal aufgehübscht. Quelle: Host
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Stralsund

Kreativität war gefragt, um unter den Bedingungen des Lockdowns während der Coronakrise junge Menschen für ein Studium an der Hochschule Stralsund (HOST) zu interessieren. „Wenn also neugierige Abiturienten nicht zu uns kommen können, dann wollten wir eben zu ihnen kommen, gewissermaßen bis aufs Sofa“, sagt Jane Brückner von der Hochschulkommunikation. So kam es zur Idee des Campustages@home. Der fand jetzt genau dort statt, wo bereits während des Lockdowns schon – mehr oder weniger – fleißig studiert wurde: im Internet.

Das Projekt war aufwendig vorbereitet. Livestreams für Youtube wurden vorbereitet, in denen Dozenten sich und ihre Studienangebote, sowie Studierende ihre Hochschule und die Hansestadt Stralsund vorstellten. Während interaktiver Webinare via Zoom erfuhren die Interessenten live alles zu Studiengängen der HOST und hatten dabei die Möglichkeit, mit den Lehrenden ins Gespräch kommen. Foren und Videochats vermittelten weitere Informationen. Etwa 50 Mitarbeiter und Studierende der HOST waren in Organisation und Ablauf des Campustages eingebunden.

Besonderes Abenteuer

Steven Pohl vom Hochschulmarketing und Studentin Annika Döring führten als Moderatoren durch das Programm. Für Annika, die im 6. Semester internationales Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war es ein besonderes Abenteuer. „Ich habe unserer Wasserstoffauto ThaiGer schon auf vielen Messen den Leuten erklärt. Aber so plötzlich vor der Kamera zu agieren – da habe den Blick in die Augen der Menschen vermisst“, sagt die junge Frau, die sich neben ihrem Studium auch im ThaiGer-Team der HOST engagiert, das mit dem Wasserstoff-Flitzer schon mehrfach den Shell-Eco-Marathon gewann.

„Wir sind gut auf die Aufgabe als Moderatoren vorbereitet worden, mit Sprech- und Kommunikationstraining und Generalprobe. Das Team stand während der Livesendung immer hinter uns“, sagt Anika Döring.

Kurzweiliger Schnack

Bruno Buczinsky, Co-Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden Ausschusses AStA und Kinofan, hatte als Akteur vor der Kamera eine besondere Aufgabe. „Gemeinsam mit Lale, die als Schülerin schon Praktikantin an der HOST war, bin ich durch die Altstadt und über den Campus gezogen, um per Video Stralsund und die Hochschule vorzustellen“, sagt Bruno.

Mit kurzweiligen Schnack stellten beide die Schönheiten der Hansestadt vor und führten durch die Labore der Fakultäten und interviewten hier Professoren zu dem, was sich so studieren lässt. „Schade war nur, dass wegen Corona der Hochschulcampus etwas leblos wirkte und so beliebte Studentenkneipen wie das Knuts geschlossen waren“, sagt Bruno Buczinsky.

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Vorausgegangen war dem Campustag@home eine umfangreiche Marktanalyse. „Wir haben uns umgeschaut, wie andere Hochschulen und Universitäten ihre Vorstellungsrunden angehen wollten“, sagt Jane Brückner. Aufgefallen war dabei: Nur drei Hochschulen setzten – wie dann auch die HOST – auf den Livestream für engere Kontakte zu den Ansprechpartnern draußen an den Computern und Laptops. Im Rückblick lag man am Strelasund mit 284 Livestream-Teilnehmern vorne in der Vergleichsgruppe.

Teilnehmer aus acht Bundesländern

Wie die Auswertung ergab, klickten sich Teilnehmer aus acht Bundesländern in den Campustag@home ein. Die größte Gruppe stellten dabei Interessenten aus Niedersachsen gefolgt von Sachsen. Berliner, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberger stellten das Mittelfeld, während Hamburger, Bayern und Schleswig-Holsteiner zurückhaltender waren.

Für Bruno Buczinsky ist das ein guter Grund, das Format Campustag auch im nächsten Jahr beizubehalten, und möglichst zusammen mit dem Campustag vor Ort zu verbinden. „Der Vorteil liegt doch auf der Hand. Während der Campustag mit seinen offenen Türen wegen der Nähe meist Abiturienten aus Stralsund und Vorpommern anlockt, haben wir mit den Livestreams die Chance, den Interessenten von weiter weg, gute Einblicke in ihren künftigen Studienort zu geben“, sagt der BWL-Student im 5. Semester. Und er hat schon Ideen, was man noch alles so verbessern kann. „Wir sollten möglichst viele einminütige Erklärungsvideos zum Durchklicken anbieten.“

Nächstes Jahr Hybrid-Veranstaltung?

Mit seinen Vorstellungen rennt der AStA-Co-Vorsitzende bei der Hochschulleitung offene Türen ein. „Wir denken in Auswertung unseres ersten Onlinecampustages darüber nach, den Tag im nächsten Jahr als Hybrid-Veranstaltung anzubieten – also online und direkt auf dem Campus“, sagt Jane Brückner.

Für sie war die Premiere des Campustages@home nicht nur ein Erfolg, der durch eine tolle Gemeinschaftsleistung der HOST zustande kam. „Wir haben damit auch einen Beitrag für die Onlinepräsenz der Hochschule geleistet.“

Und tatsächlich lebt die Veranstaltung im Internet fort. Der Stream mit Annika und Steven und die Rundgänge mit Bruno und Lale können von Interessenten, die noch über ein passendes Studium nachdenken, auf der Hochschulseite weiterhin per Youtube aufgerufen werden, ebenso wie das Infomaterial zu den Webinaren und die Kontakte zu Studenten und Professoren.

Von Jörg Mattern