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Stralsund Moderne Technik in Stralsund für gesunde Kinderherzen
Vorpommern Stralsund Moderne Technik in Stralsund für gesunde Kinderherzen
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13:58 18.10.2018
Kinderkardiologin Dr. Ute Lenschow untersucht in Stralsund die vier Tage alte Nicole. Quelle: Christian Rödel
Stralsund,  

Nicole ist gerade vier Tage alt, als sie von der Kinderkardiologin Dr. Ute Lenschow gründlich untersucht wird. Dem Herzen des Mädchens gehört die ganze Aufmerksamkeit der Chefärztin der Stralsunder Helios-Kinderklinik. Sie möchte ausschließen, dass das Neugeborene an einer Erkrankung dieses Organs leidet. Schnell kann sie die Sorge der jungen Mutter Kathrin Becker zerstreuen: „Alles in Ordnung, der Kleinen geht es gut“.

Doch nicht alle Kinder und Jugendlichen, die sich in der allwöchentlichen Herzsprechstunde der Stralsunder Helios-Klinik vorstellen, erhalten solch positiven Befund. Auch nicht Luca, geboren mit einem komplizierten Herzfehler. Auffällig waren eine leichte Blauverfärbung im Gesicht und gering zu niedrige Sauerstoffwerte in seinem Blut. Durch die Ultraschalluntersuchung wurde ein seltener angeborener Herzfehler diagnostiziert. Luca musste mit dem Hubschrauber in ein Herzzentrum verlegt werden, wo er am 14. Lebenstag operiert wurde.

Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung“

Bis zum 18. Lebensjahr muss er sich alle sechs Monate in der Herzsprechstunde vorstellen, um das Operationsergebnis kontrollieren zu lassen und eventuelle Checks per Herzkatheter zu planen.„Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung“, sagt Dr. Lenschow. Eines von 100 Neugeborenen werde mit einer einfachen oder komplizierten Fehlbildung des Herzens geboren. Durch die Fortschritte in der Herzkatheter- und Operationstechnik erreichten jedoch etwa 90 Prozent der Patienten das Erwachsenenalter.

In den meisten Fällen werde die Erkrankung bereits am ungeborenen Kind bei einer speziellen Ultraschalluntersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche diagnostiziert, sagt die Ärztin. Ist eine Operation oder Herzkatheteruntersuchung in den ersten Lebenstagen erforderlich, wird die Geburt an einem Herzzentrum geplant. Die weitere ambulante kardiologische Betreuung bis zum 18. Lebensjahr erfolgt dann in der Herzsprechstunde. Hier werden auch Fragen beantwortet, beispielsweise: Wird sich mein Kind den Umständen entsprechend normal entwickeln? Können ein Schwerbehindertenausweis oder ein Kuraufenthalt beantragt werden? Ist eine Teilnahme am Schulsport oder im Sportverein möglich? Kann mein Kind mit dem Flugzeug fliegen?

Acht Kinderkardiologen praktizieren in ganz MV

Häufig möchten die Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern nach dem 18. Lebensjahr die kinderkardiologische Sprechstunde nicht verlassen, berichtet Dr. Ute Lenschow. Eine Kostenübernahme durch die Kassenärztliche Vereinigung ist bislang nicht geklärt, eine Betreuung auch im Erwachsenenalter sollte jedoch durch einen Kinderkardiologen oder in Zusammenarbeit mit diesem erfolgen. Die meisten der vorgestellten Kinder haben jedoch keine Herzerkrankung, sie werden wegen eines zusätzlichen Herzgeräusches, vermehrtem Schwitzen, Herzrasen oder Brustschmerzen vorgestellt. Da nur acht Kinderkardiologen in Mecklenburg-Vorpommern praktizieren, betragen Wartezeiten auf einen Sprechstundentermin schon mal drei Monate.

„Akutpatienten werden aber immer eingeschoben“, versichert die Chefärztin. In den meisten Fällen kann die klinische Untersuchung des Kindes durch EKG, Blutdruckmessung und Ultraschalluntersuchung einen angeborenen Herzfehler ausschließen. Gelegentlich ist eine Belastungsuntersuchung auf dem Fahrrad, eine 24-Stunden-Blutdruckmessung oder ein 24-Stunden-EKG erforderlich. „Immer öfter kommen Schulkinder mit Bluthochdruck und Belastungseinschränkung in unsere Sprechstunde“ sagt die Kinderärztin. Die häufigste Ursache für diese Beschwerden ist Übergewicht.

Studien zeigen, dass sich 80 Prozent der Kinder zu kohlenhydratreich ernähren und sich nur maximal an vier Tagen der Woche für eine Stunde bewegen. Bereits ein Drittel der Zwei- und Dreijährigen sitzt mehr als eine Stunde vor dem Fernseher, bei den Vier- und Fünfjährigen sind es schon 50 Prozent.Ergebnis: Kinder müssen immer häufiger mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden. Und die Zahl junger Herzpatienten steigt. Rund 400 pro Jahr kommen schon jetzt in die Herzsprechstunde der Helios-Kinderklinik, Tendenz steigend.

Werner Geske

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