Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Stralsunder live in der Handball-WM-Hölle
Vorpommern Stralsund Stralsunder live in der Handball-WM-Hölle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 24.01.2019
Der harte Kern der Stralsunder Handballfans vom SHV reist zu jedem WM-Spiel der deutschen Mannschaft. Quelle: privat
Anzeige
Stralsund/Köln

In der Berliner Handball-Arena verging kein Spiel, ohne dass man im Fernsehen die SHV-Fahne leuchten sah. In der Hauptrunde in Köln sucht man sie vergeblich. Sind die Handball-Anhänger vom Sund schon aus dem Spektakel ausgestiegen? „Natürlich nicht, wir gucken uns jedes Deutschland-Spiel an“, sagt Martin Tramp, als wäre das das Normalste der Welt.

Der Handballverrückte aus der Hansestadt, selbst auch als Trainer in der D-Jugend des SHV aktiv auf und am Parkett, kann schnell erklären, warum das SHV-Banner nicht zu sehen ist: „Wir durften es nicht mehr aufhängen. Und unsere Trommeln dürfen wir auch nicht mehr benutzen, weil die Sicherheitsvorkehrungen noch mal verschärft wurden. Vielleicht wird es ja noch mal etwas gelockert“, hofft der junge Mann, der am Mittwoch seinen 36. Geburtstag feierte. Einen besseren Ort als die Kölner Handball-Arena kann er sich dafür gar nicht vorstellen.

In der Dom-Metropole ist Martin aber nicht allein unterwegs. Sylvana Scholl, Martin Pittner (bekannt aus dem Stralsunder Tennisverein) und Volker Walther gehören mit zum Fan-Quartett. Sie haben ihre Handballreise quer durch Deutschland schon lange geplant – und so auch ganz normale Kartenpreise bezahlt. „Fürs Halbfinale waren es rund 230 Euro. Aber da sitzen wir dann auch in Reihe 2 direkt hinterm Tor“, freut sich Martin Tramp schon riesig.

Kommt man denn überhaupt an die deutsche Mannschaft ran? „Ja natürlich, nach jedem Spiel. Wir haben unendlich viele Selfies gemacht. An einem Tag haben wir die Jungs sogar in der Kölner Innenstadt getroffen. Die waren wohl auf Tour so wie wir. Da haben wir gleich mal geschwatzt, zum Beispiel mit Paul Drux“, sagt der Stralsunder und lacht. „Unsere SHV-Mützen sind ja auch nicht zu übersehen. Außerdem sind wir bei jedem Spiel, da kennt man sich dann schon.“

Wobei: Der Stralsunder HV ist nicht nur auf den Fan-Rängen bekannt, sondern sorgt mit rund 515 Mitgliedern und um die 20 Mannschaften im Spielbetrieb als größter Handballverein des Landes auch für die Entwicklung des Leistungssports. Und der hat schließlich schon ganz tolle Zeiten erlebt: 2002/2003 und nach Ab- und Wiederaufstieg auch in der Saison 2008/09 spielten die Nordlichter in der 1. Bundesliga und zeigten Spitzen-Handball.

Den gibt es bei der WM natürlich auch reichlich zu bestaunen. Doch wie ist nun die vielzitierte Stimmung in der Kölner Halle, wenn man selbst dabei ist? „Es ist anders als in Berlin. In der Hauptstadt wurde viel geklatscht. In Köln wird dafür viel gesungen, liegt den Karnevalisten wohl im Blut“, vermutet der Stralsunder, der für die Handball-WM extra Urlaub genommen hat, um wirklich von Anfang bis Ende ganz für diesen Sport zu leben. „Ja, ist doch klar, wir fahren auch zum Finale nach Dänemark, da sind dann insgesamt zweieinhalb Wochen Urlaub rum“, sagt Martin Tramp, der nach vierstelligen Ausgaben für die ganze WM-Fieberei sein Geld dann wieder als Polizist verdient. „Aber wir sind schon ruhiger geworden“, grient er. „Von 2007 bis 2012 waren wir bei fast jeder WM und EM...“

Ob nun die Vorrunden in Berlin – da hatte der Trainer auch seine D-Jungs im Schlepptau – oder in Köln und danach in Hamburg, wer wissen will, was in der Halle abgeht, kann auf der Facebook-Seite des Stralsunder HV auch Martins WM-Tagebuch lesen. Einige haben sich davon schon anstecken lassen. So machte sich der ehemalige Handballer Michael Philippen, der mit Stralsund auch die Zeiten in der 1. Bundesliga erlebte, auf zum Serbien-Spiel – und war begeistert. Ex-Manager Thomas Haack ließ sich das Brasilien-Match nicht entgehen. Markus Dau, bei dem jetzt die Fäden des Stralsunder Männer-Handballs zusammenlaufen, ist diesmal nicht live in der Halle dabei. „Ich guck mir das lieber zu Hause gemütlich an“, sagt der Stralsunder lachend. Eins eint aber alle: Sie freuen sich, dass mit der WM im eigenen Land super Werbung für den Handballsport gemacht wird.

Ines Sommer

„Merkel muss weg“ – so offen formulierten es nur wenige. Aber der konservative Kreis der CDU hatte sich in Vorpommern gegründet, um die Partei deutlich zu verändern. Zwei Jahre sind seit dem vergangen. Und nun?

24.01.2019
Stralsund Programm der Kreisvolkshochschule - Buntes Angebot in der Erwachsenenbildung

Mit einem vielfältigen Angebot will die Kreisvolkshochschule Vorpommern-Rügen mit ihren Standorten in Stralsund, Grimmen, Rügen, Barth und Ribnitz-Damgarten auch 2019 viele Besucher anlocken.

24.01.2019

Ein turbulentes Jahr mit mehreren Wechseln in der Leitung liegt hinter der Stralsunder Hochschule. Jetzt soll endlich wieder Stabilität einkehren.

23.01.2019