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Stralsund Kampf um Gäste: So soll das Stralsunder Strandbad noch sauberer werden
Vorpommern Stralsund Kampf um Gäste: So soll das Stralsunder Strandbad noch sauberer werden
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06:01 17.07.2019
René Glimm ist Strandwart. Bereits morgens gegen 6 Uhr ist er mit seinen Kollegen unterwegs - und reinigt den Sand. Hier auf der neuen Maschine „Nemo“. Quelle: Kay Steinke
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Stralsund

Es ist 6 Uhr morgens im Stralsunder Strandbad. Während die meisten Hansestädter in der zu Fuß nur zehn Minuten entfernten Altstadt noch schlafen, ist Strandwart René Glimm schon am Strelasund. Der 47-Jährige sichtet die Hinterlassenschaften des letzten Tages. Wie jeden Morgen. Danach befreit er den Strand von Papierresten, Plastik, Zigaretten und Glasscherben. Ein mühseliger Job, trotz der bisher angeschafften Geräte. Doch „Nemo“ soll nun Abhilfe schaffen. Die neue Strandreinigungsmaschine soll den insgesamt fünf Mitarbeitern des Strandbadbetreibers, der Stralsunder Innovations Consult (SIC), die Arbeit erleichtern – und die Qualität des Sandes auf ein anderes Niveau heben. Denn „Nemo“ findet alles. Auch Kippen. Bis in eine Arbeitstiefe von zehn Zentimeter.

„Nemo“ filtert Kippen, Kronkorken und Kiesel aus dem Sand

Erst am Dienstagvormittag wurde die neue Maschine vorgestellt. Auch Oberbürgermeister Alexander Badrow war dabei – und ließ sich von Glimm in das 15 000 Euro teure Gefährt einweisen. „Nemo hat rund 25 PS und schafft laut Hersteller bis zu 4000 Quadratmeter Strand in der Stunde“, sagt Glimm. Das sei jedoch von der Beschaffenheit des Sandes abhängig. „Ist der Sand feucht, kann man nicht so tief eindringen“, erklärt Glimm. „Der italienische Hersteller baut auch größere Maschinen“, sagt er. „Für unsere rund 20 000 Quadratmeter Fläche reicht „Nemo“ aber aus.“ Man müsse nur früh starten. Denn die beste Reinigungswirkung erzielt die Maschine im Schritttempo.

Das ist neu im Stralsunder Strandbad

Die Stralsunder lieben ihr Strandbad. Der Betreiber, die Stralsunder Innovation Consult GmbH (SIC), kümmert sich darum, dass es Stück für Stück besser wird. Mit diesen Maßnahmen.

„Unser Sand kann von der Qualität fast mit Binz mithalten.“ – Oberbürgermeister Alexander Badrow

Von der Reinigungskraft der neuen Maschine ist auch der Oberbürgermeister überzeugt. „So fein war unser Strand lange nicht“, sagt Alexander Badrow, nachdem er selbst eine Runde auf „Nemo“ gedreht hat. In dem Korb sind jetzt vor allem Kiesel, Kronkorken und Kippen. „Dank Nemo können wir von der Qualität des Sandes bald mit Binz mithalten“, sagt Badrow. Für den OB ist der Stadtstrand seit Amtsantritt eine Herzensangelegenheit. Denn die Badeanstalt hat in der Hansestadt eine lange Tradition, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. In seiner heutigen Form wurde das Strandbad 2011 wiedereröffnet. 2,8 Millionen Euro wurden in das Naherholungsgebiet investiert. 2019 geht es eher um den Feinschliff – wie mit der neuen Strandreinigungsmaschine.

Eigener Strandascher gegen Kippen im Sand

Mitte August soll dieser Strandascher kostenlos an rauchende Strandbadbesucher verteilt werden. Quelle: Kay Steinke

Kippen sind ein allgegenwärtiges Problem. „Auch an den Spielgeräten“, sagt Glimm. Rund zehn Prozent von den Fremdkörpern, die man am Sand findet, sind Zigarettenreste. Mit einem neuen Strandaschenbecher soll das reduziert werden. Denn wenn zu Spitzenzeiten bis zu 3000 Badegäste ins Strandbad strömen, wird auch viel geraucht. „Noch Mitte August wollen wir 2500 Strandascher zur Verfügung stellen. Kostenlos. Dann muss niemand seine Kippe in den Sand stecken“, sagt Stephan Latzkow. Der Klimaschutzbeauftragte hält eine Pappschachtel mit Öffnung hoch. „Da kommen die Stummel rein“, sagt er. „Inspiration habe ich mir auf der Kieler Woche geholt“, sagt er. „Die Schachtel nimmt wenig Platz weg und passt selbst in eine Zigaretten-Packung.“

Neue After-Work-Partys im Strandbad geplant

„Die Stralsunder lieben ihren Strand“, sagt Ariane Kroß, Geschäftsführerin der Stralsunder Innovation Consult GmbH. „Als Betreiber wollen wir den Strand Stück für Stück besser machen. Unsere Mitarbeiter arbeiten im Hintergrund und sorgen dafür, dass jeder Besuch ein Erlebnis ist. Dafür möchte ich ihnen danken.“ Um das Strandbad weiter zu beleben, ist bereits eine neue Veranstaltungsreihe in Planung. „Ab der nächsten Woche wird es jeden Freitag zwischen 18 und 22 Uhr eine After-Work-Party geben“, sagt Kroß. „Mit coolen Cocktails, chilliger Strandmusik und einem selbst kreierten Strand-Burger.“ Wenn das bei den Besuchern gut ankommt, könnten künftig auch Live-Bands auftreten.

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