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Stralsund Eltern schlagen Alarm: Zu viel Ausfall an der Diesterweg-Schule
Vorpommern Stralsund Eltern schlagen Alarm: Zu viel Ausfall an der Diesterweg-Schule
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05:02 23.01.2019
An der Stralsunder Diesterweg-Schule fallen zu viele Stunden aus, finden die Eltern. Quelle: Carsten Schönebeck
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Stralsund

Die Eltern der Diesterweg-Schüler schlagen Alarm, denn nach ihrer Meinung fallen an der Europa-Schule zu viele Stunden aus. So wurde der Wahlpflichtunterricht Informatik gestrichen, es gibt weniger Hausaufgabenbetreuung und Schulsozialarbeit, und die Lernwerkstätten fallen ganz weg. Aus einem Brief erfuhren die Mütter und Väter von der angespannten Situation.

„Eine vollständige Unterrichtsversorgung aller Klassen ist trotz Mehrarbeit nicht mehr möglich. Bereits seit Beginn des Schuljahres kam es zur Kürzung der Schulsozialarbeit, .... des Wahlpflichtangebotes und der Freiarbeit. Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, heißt es in dem Schreiben eines Klassenlehrers.

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„Das kann doch nicht sein. Da muss doch irgendwas passieren“, schimpft Michael Philippen. Sein Sohn geht in die 9. Klasse. „Schon zu Schuljahresbeginn wurden vier Lehrerstellen gestrichen. Und jetzt kommt noch der krankheitsbedingte Ausfall dazu. Ich weiß, die Schule kann nichts dafür. Deshalb sehe ich den Elternbrief auch als Hilferuf, und der muss uns wachrütteln“, so der Maler und schiebt hinterher: „In diesem Land wird so viel Geld verbraten, aber man kriegt es nicht hin, Lehrer zu finden? Das ist doch ein Armutszeugnis. Wo bleibt denn da die versprochene Bildungsoffensive. Wir merken davon nichts.“

Viele Eltern sind sauer, denn in manchen Fächern stehen nur zwei Noten, da hätte man keine Chance, sich zu verbessern. Ein gutes Zeugnis sei aber wichtig für die Berufsbewerbung. „Und noch etwas ärgert uns: Dass man auch einen Schulsozialarbeiter einfach gehen lässt.“ Auch wenn die Situation schon seit September so ist, hätte es jetzt noch mal Einschnitte gegeben. „Die Schüler haben einen neuen Stundenplan bekommen. Man sieht: Noch mehr Unterricht fällt aus, das kann man nicht mehr hinnehmen“, so Michael Philippen, für „Bürger für Stralsund“ auch in der Stralsunder Bürgerschaft aktiv.

Andere Eltern schimpfen ebenso. „Bei meiner Tochter in der 8. Klasse gab es viel Ausfall in Geschichte und Sozialkunde, auch zum Teil in Chemie. Aber was viele Schüler am meisten stört, ist der Wegfall eines Schulsozialarbeiters, der ja bei vielen Problemen Ansprechpartner ist“, sagt Heidi Bruhn. Die Stralsunderin macht sich Sorgen, dass für spätere Prüfungen zu große Lücken entstehen könnten.

Gero Schwedhelm, seit 2014 Schulleiter an der „Diesterweg“, sagte der OZ, dass man mit Hochdruck daran arbeite, eine Vertretung für die kranke Kollegin zu finden. Besonders vakant: der Mathematik-Unterricht. „Es gibt keine einfach Mathe-Lehrer. Doch wir mussten dieses Pflichtfach absichern, deshalb entstand die Lücke in Informatik. Ich bin optimistisch, dass wir zeitnah Ersatz finden, denn es ist leichter einen Informatik-Lehrer zu finden als einen für Mathematik. Die Suche läuft. Bis der neue Kollege da ist, bemühen wir uns um eine Übergangslösung“, sagt der 51-Jährige, der seit 1995 an der Regionalschule „Adolph Diesterweg“ arbeitet und Mathematik, Physik und Astronomie unterrichtet.

Rückendeckung bekommt der Schulleiter von der Schulrätin Sybille Voß. „Wir mussten eine Langzeiterkrankung kompensieren. Das ging nur durch eine Umplanung. Deshalb suchen wir jetzt befristet Ersatz, und zwar mit einer internen Ausschreibung.“ Auf die Frage, wie lange diese Befristung gilt, sagt die Verantwortliche aus dem Staatlichen Schulamt in Greifswald: „Bis zum Ende der Erkrankung der Kollegin.“ Auch die Schulrätin betont, dass man an einer kurzfristigen Übergangslösung arbeite.

Offen bleibt, ob und wann die anderen Angebote wie Lernwerkstatt oder Freiarbeit wieder zum Schulangebot gehören.

Ines Sommer

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