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Stralsund Sturmflut drückt den Sund über die Kaikante
Vorpommern Stralsund Sturmflut drückt den Sund über die Kaikante
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10:23 03.01.2019
Blick zu Parkhaus am Ozeaneum. Die Straße war überflutet. Die unterste Etage aber weitgehend trocken geblieben. Quelle: -Jens-Peter Woldt
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Stralsund

Seinen Arbeitsplatz auf der Hafeninsel erreichte Michael Voss gestern nur über die Werkstatt der Wasserschutzpolizei. Der Polizeihauptkommissar hatte Spätschicht und da war das Hochwasser in Fähr- und Querkanal schon über die Kaikante getreten.

Sturm in Böen bis 86 Kilometer pro Stunde aus Norden drückte das Wasser aus der Ostsee durch den Strelasund. War tags zuvor an der Sundpromenade noch Ebbe gemeldet worden, so war das Wasser gestern unaufhörlich gestiegen. Um 10.30 Uhr stand es an der Hafeninsel bei 6,15 Meter – 1,15 Meter über dem, was sonst üblich ist. Die Prognose von 1,40 Meter über Normal war dann nach 13 Uhr überschritten. Am Pegel wurden 1,57 Meter gemessen.

Polizeiboot auf Dänholm in Sicherheit gebracht

Für Hauptkommissar Voss und seine Kollegen gab es reichlich zu tun. „Wir halfen beim Absperren kritischer Bereiche auf der Hafeninsel und warnten Schaulustige vor möglichen Gefahren“, sagte Voss. Das Dienstboot wurde sicherheitshalber auf den Dänholm verlegt. Dann liefen die Meldungen über Funk ein. Bei Devin hatte sich eine 20 Meter lange Steganlage losgerissen und war über den Sund bis nach Drigge an Land getrieben. In Altefähr hatte der Sturm ein Segelboot vom Typ Optimist sowie zwei Katamaran-Rümpfe losgerissen. „Ein Rumpf zerschellte am Spülfeld, vom anderen gab es bis zur Dunkelheit noch keine Spur“, so Voss. Auch von Hiddensee wurden ein abgetriebenes Boot gemeldet sowie Buhnen, die am Strand gelagert waren und die sich die Ostsee geholt hatte. Von der „Gorch Fock I“ im Stralsunder Stadthafen wurde eine gebrochene Trosse gemeldet. Die Berufsfeuerwehr rückte zur Sicherungshilfe an.

Im Ozeaneum begann derweil die Vorbereitung für den Aufbau der Schutzmauer. „Unsere Techniker haben die Stützen vormontiert, damit wir im Ernstfall schneller aufbauen können“, sagte Sprecherin Diana Meyen. Beim Januar-Hochwasser vor zwei Jahren war das zuletzt der Fall gewesen.

Wind und Wasser waren am Dienstag wie losgelassen. Mit Böen bis zu 86 Kilometern pro Stunde trieb der Sturm das Wasser in den Häfen am Strelasund über die Kaikanten. Hier ein kleiner Überblick über die Folgen.

Land unter um die Mittagszeit auch am Nassen Dreieck vor der Nordmole. Während der Nordwind die Brecher über die Mole peitschte, näherten sich diese zeitgleich gefährlich dem Hotel „Hafenresidenz“. Geschäftsführer Uwe Colberg blieb dennoch gelassen: „Das Haus ist nicht unterkellert, steht vielmehr auf einem Sockel. Die Bauherren damals haben gewusst, warum sie das an dieser Stelle so angelegt haben.“ Colberg blieb optimistisch: „Bis zu den Fenstern unseres Restaurants reicht das Wasser auch diesmal nicht.“

Weiße Flotte war auf Sturmflut vorbereitet

Bei der Weißen Flotte war man auf Eventualitäten vorbereitet. „Wir haben über die Feiertage Leinenwachen eingerichtet, die die Schiffe im Stadthafen entsprechend der Wasserstände austarieren“, sagte Geschäftsführer Knut Schäfer und sprach von den Herausforderungen einer extremen Lage. Immerhin plätscherten am Nachmittag schon Wellen über den Passagierkai. Sollte das Wasser noch weiter steigen, hätten Besatzungen bereitgestanden, die mit den Dampfern ausgelaufen wären.

Gegen 14 Uhr stand das Wasser im Seehafen Stralsund noch 50 Zentimeter unter der Kaikante. „Wir liegen etwas höher als der Stadthafen“, sagte Prokurist Steffen Klar. „Keine Gefahr für die beiden Schiffe, die im Hafen festgemacht haben. Die Besatzungen haben einfach die Leinen verlängert.“

Kurz nach 15 Uhr gab es Entwarnung. Der Pegelstand, der bis knapp unter der 1,60 Meter-Marke gestiegen war, sank seither wieder. Rathaussprecher Peter Koslik wirkte erleichtert: „Das Hochwasser geht zwar langsam zurück, aber insgesamt war es diesmal nicht so dramatisch wie vor zwei Jahren.“

Jörg Mattern

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