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Stralsund Taxigenossenschaft droht das Aus
Vorpommern Stralsund Taxigenossenschaft droht das Aus
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06:39 17.11.2014
Schwere Zeiten: Im Zusammenhang mit dem Mindestlohn hat die Stralsunder Taxigenossenschaft große Probleme und fordert eine Erhöhung der Fahrpreise.
Schwere Zeiten: Im Zusammenhang mit dem Mindestlohn hat die Stralsunder Taxigenossenschaft große Probleme und fordert eine Erhöhung der Fahrpreise. Quelle: Hartmut Klonowski
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Stralsund

Der Taxigenossenschaft Stralsund droht die Zahlungsunfähigkeit. Im Oktober konnte die Insolvenz gerade noch einmal abgewendet werden. „Aber wenn der Landrat uns nicht langsam sagt, wann die höheren Tarife kommen, müssen wir den Laden hier dicht machen“, sagt Klaus-Udo Friehold (68), Vorsitzender der Genossenschaft, die es in Stralsund schon seit 1948 gibt.

Hintergrund für die Probleme ist der Mindestlohn von 8,50 Euro, der in Deutschland vom 1. Januar 2015 an gelten soll. Der wird in der Branche offenbar bislang nicht gezahlt. Das gilt sowohl für die angestellten Fahrer, als auch für die Verwaltung der Genossenschaft. Dort sind vier Leute beschäftigt.

Um die Verwaltung, die Miete für die Büroräume und die Nebenkosten zu finanzieren, zahlen die einzelnen Mitglieder der Genossenschaft eine Umlage. Die beträgt derzeit 190 Euro pro Fahrzeug und Monat. Friehold: „Um unseren Leuten in der Verwaltung den Mindestlohn zahlen zu können, müsste die Summe um 50 bis 60 Euro erhöht werden.“ Das könnten die Taxiunternehmer aber nur, wenn die Tarife, also die Preise für die Fahrgäste steigen.

Die dürfen die Taxiunternehmer aber nicht allein festlegen. Das müssen die Landkreise und kreisfreien Städte tun. Darum hat die Genossenschaft bereits im Juni einen entsprechenden Antrag gestellt – aber bisher noch keine Antwort erhalten.

Mit anderen Worten: Eine Erhöhung der Umlage von 50 bis 60 Euro pro Auto kann derzeit kein Taxiunternehmer zahlen. Austritte aus der Genossenschaft und die Insolvenz wären die Folge gewesen. Mit Hilfe eines Steuerberaters wurde eine vorübergehende Notlösung gefunden: Und die heißt Sparen.



Jens-Peter Woldt