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Stralsund Zauberhafte Reise mit der „Schneekönigin“
Vorpommern Stralsund Zauberhafte Reise mit der „Schneekönigin“
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13:33 29.11.2019
Die Inszenierung „Die Schneekönigin“ mit Katarzyna Rabczuk in der Titelrolle, Kinderchor und Franziska Ringe als Gerda erlebt am 30. November in Stralsund ihre Premiere. Quelle: Vincent Leifer
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Stralsund

Diese Inszenierung ist für alle Beteiligten eine Reise – eine Reise ins Winterwunder-Märchenland. Auf der Bühne genauso wie dahinter. Morgen Abend feiert die Märchenoper „Die Schneekönigin“ am Stralsunder Haus des Theaters Vorpommern um 19.30 Uhr ihre Premiere. Und nicht nur das, denn das Stück des schwedischen Komponisten Benjamin Staern ist zugleich die deutsche und deutschsprachige Erstaufführung.

Angelehnt ist die Geschichte an den Märchenklassiker des Dänen Hans Christian Andersen. Was viele nicht wissen, verrät Dramaturgin Katharina Duda: „Natürlich hat Andersen seine Märchen für Kinder geschrieben. Aber er hatte auch immer eine ironische und philosophische Ebene eingebaut, die sich erst den Erwachsenen erschließt. Es ist also eine Oper für die ganze Familie“, stellt sie klar.

Wintermärchen mit Ironie

Das Humoristische spiegele sich auch in der Musik wider, sagt Katarzyna Rabczuk, die die Titelrolle singt: „Obwohl es moderne Musik ist, ist sie sehr schön, sie erzählt so viel und ist so facettenreich.“ Katharina Duda pflichtet ihr sofort bei: „Es wird wirklich nie langweilig. Diese Musik ist im besten Sinne geschwätzig.“

Schneekönigin: Einführung für Kinder

Vor den Vorstellungen der „Schneekönigin“ gibt es für Kinder eine Einführung durch die Theaterpädagogen, jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Das Stück ist geeignet für Kinder ab etwa 8 Jahren, der Einakter dauert 70 Minuten.

Die nächsten Vorstellungen in Stralsund im Großen Haus: 7. Dezember, 19.30 Uhr; 15. Dezember, 16 Uhr; 27. Dezember, 18 Uhr; 3. März, 10 Uhr.

Vorstellungen in Greifswald: Premiere, 13. Dezember, 19.30 Uhr; 22. Dezember, 16 Uhr; 26. Januar, 16 Uhr; 5. März, 10 Uhr.

Und die Musik charakterisiere die Figuren ganz wunderbar. Der Komponist Benjamin Staern und seine Textdichterin Anelia Kadieva Jonsson schildern, wie auch Andersen, den Weg zum Erwachsenwerden als Gegensatz zwischen entzauberter Verstandeswelt und kindlichem Gefühl. „Denn das Erwachsenwerden ist nun einmal auch Thema dieses Märchens“, sagt Regisseur Horst Kupich. Genauso wie die Tatsache, dass in allen von uns auch eine dunkle Seite schlummert. „Mit der muss man lernen umzugehen.“ So sei auch das Ende des Märchens zu verstehen, an dem die böse Königin mit der Rückkehr des Winters und damit der Kälte droht. Aber Krisen und Veränderungen gehören nun einmal zum Leben dazu.

Chöre, die beleben

„Die Schneekönigin“ sei eine besondere Inszenierung in vielerlei Hinsicht, wie Regisseur Horst Kupich erklärt. So sind neben dem Opernchor des Theaters auch 19 Kinder auf der Bühne zu erleben. „Extra für diese Inszenierung arbeiten der Kinderchor des Theaters und der Kinderchor der Musikschule Stralsund zusammen. Und es klappt fantastisch“, ist er ganz begeistert. „Es ist so schön zu sehen, wie schnell die beiden Chöre zueinander gefunden haben und wie gut es mit ihnen funktioniert. Ich bin ein großer Fan dieses Chors!“

Katarzyna Rabczuk fügt hinzu, dass es für sie die erste Produktion sei, in der die Kinder so viel zu tun haben. Schließlich sind sie fast die ganze Zeit auf der Bühne zu erleben. „Aber es macht unglaublichen Spaß und bringt ordentlich Leben in die Proben“, sagt sie mit einem Lachen.

Ein Traum aus Tüll und Transparenz

Eine kleine Herausforderung war das Bühnenbild. „Es handelt sich um eine Reisedramaturgie, aber die Bühne ist nun mal ziemlich klein“, sagt Jakob Knapp, die für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich ist. „Aber wir haben eine schöne Lösung gefunden.“ Manchmal ist weniger mehr und so wird bei der „Schneekönigin“ mit großen transparenten Streifen gearbeitet, die durch verschiedenes Licht und einen Wechsel des Winkels oder der Position ganz unterschiedlich wirken.

„Man hat das Gefühl, dass das Bühnenbild irgendwie immer in Bewegung ist und einer ganz eigenen Choreografie folgt“, sagt Horst Kupich und spricht damit seinen Respekt den Technikern und Beleuchtern aus. Kirsten Heitmann, Leiterin der Beleuchtungsabteilung, leiste mit ihrem Team und den Technikern ganze Arbeit. Die Videosequenzen von Eva Humburg, die extra für dieses Stück entstanden sind, würden ihr Übriges tun.

Hunger nach Märchenoper ist groß

Bei den Kostümen habe sie das Prinzip des Bühnenbilds aufgenommen, erklärt Jakob Knapp. „Also, viel Tüll und viele Schichtungen und teilweise bauen die Kostüme auch das Bühnenbild“, macht sie neugierig. „Es ist toll, eine Erstaufführung zu machen“, sagt Jakob Knapp. „Da gibt es noch keine Referenzen und man kann frei arbeiten.“

Dass mit der „Schneekönigin“ ein Nerv beim Publikum getroffen wurde, zeigt sich schon dadurch, dass die Premiere bereits ausverkauft ist. „Es gab lange keine Märchenoper am Haus und der Hunger der Besucher danach ist groß“, sagt Horst Kupich. Es sei nicht nur eine tolle Ergänzung zum üblichen Spielplan, sondern man könne mit der schwedischen „Schneekönigin“ auch ganz wunderbar den Bogen zu den nordischen Nachbarn und dem Ziel, dass die Anrainer näher zusammenrücken, schlagen. So freut sich Horst Kupich sehr darüber, dass Benjamin Staern bei der Premiere in Stralsund zu Gast sein wird.

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Von Miriam Weber

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