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Stralsund Totschlag am Heiligabend: Urteil rechtskräftig
Vorpommern Stralsund Totschlag am Heiligabend: Urteil rechtskräftig
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00:00 03.01.2018
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Stralsund

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat jetzt das Urteil gegen einen 35 Jahre alten russischen Staatsangehörigen wegen Totschlags bestätigt. Nach den Feststellungen des Landgerichts Stralsund hatte der Mann, der aus Tschetschenien stammt, am Heiligabend 2016 in Stralsund einen 42-jährigen indischen Staatsangehörigen mit 23 Messerstichen getötet.

Die Verletzungen befanden sich im Bereich des unteren Brustkorbs, des Oberbauchs und am Hals. Die Leiche des Opfers wurde erst am 30. Dezember 2016 gefunden, nachdem ein Verwandter den Mann als vermisst gemeldet und die Polizei seine Wohnung in einem Plattenbau im Stadtteil Grünhufe aufgebrochen hatte.

Drei Wochen nach der Tat nahm die Polizei den damals 34-jährigen Tschetschenen unter dringendem Tatverdacht fest. Wenig später wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen. Während der Gerichtsverhandlung im Juni 2016 in Stralsund wurde bekannt, dass der Angeklagte nicht nur ein Drogenproblem hatte, sondern laut Interpol 2006 in Tschetschenien wegen Mitgliedschaft in einer illegalen bewaffneten Organisation zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war.

Nach Aussagen der Ausländerbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen war sein Asylantrag mehrfach abgelehnt und die Abschiebung angeordnet worden. Die Familie hätte Anfang Dezember 2016 ausreisen müssen. Warum sie dennoch eine Wohnung in Barth bekam, ist unklar.

Der Angeklagte hatte vor dem Landgericht von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch gemacht. Da es keine direkten Augenzeugen gab, wurde er anhand von Indizien überführt. Unter anderem hatte der Angeklagte DNA des Opfers unter seinen Fingernägeln. Außerdem wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung Laptop und Handy des Opfers beim Angeklagten gefunden. Die Staatsanwaltschaft forderte damals zehn Jahre Haft, die Verteidigung Freispruch. Letztlich verurteilte das Landgericht den Mann wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft. Der Bundesgerichtshof hat die gegen das Urteil gerichtete Revision des Angeklagten durch Beschluss als unbegründet verworfen . Die Freiheitsstrafe von 13 Jahren ist damit rechtskräftig.

jpw

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