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Stralsund Chancen für Tribsees: Breitbandausbau und Tourismus
Vorpommern Stralsund Chancen für Tribsees: Breitbandausbau und Tourismus
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13:00 16.11.2019
Derzeit läuft der Breitbandausbau für das schnelle Internet in Tribsees. Quelle: Jörg Mattern
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Tribsees

Zwischen Mühle und Steintor herrscht in diesen Tagen rege Betriebsamkeit. Im Auftrag der Telekom verlegt ein Berliner Unternehmen in der Tribseeser Altstadt die Rohrleitungen für die Glasfaserkabel, die später das schnelle Internet in die Trebelstadt bringen sollen. „Das ist schon eine ganz tolle Nummer“, sagt Bürgermeister Bernhard Zieris (Freie Wählergemeinschaft). „Dank der immensen Fördermittel für den Breitbandausbau können alle Häuser in der Stadt angeschlossen werden.“

Stadtvertretung hat Koordinator für Breitbandausbau eingesetzt

Zieris, selbst Unternehmer, weiß, dass das schnelle Internet nicht nur von den Heimcomputerbesitzern sehnsüchtig erwartet wird. Auch die Firmenchefs der Trebelstadt sehen darin einen Standortvorteil. „Wir unternehmen daher gemeinsam mit dem Amt alles, um den Ausbau zu befördern.“, sagt der Bürgermeister. So hat die Stadtvertretung Wolfgang Wiese, der als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss mitarbeitet, als Koordinator und Ansprechpartner für den Breitbandausbau eingesetzt.

„Die Zusammenarbeit mit der ausführenden Baufirma und der Telekom läuft gut“, sagt der Bürgermeister. „Für uns ein Glücksfall.“ Dennoch werden die Tribseeser noch etwas Geduld haben müssen, bis alle, die es wollen, die Möglichkeiten des schnellen Internets nutzen können. Die offizielle Sprachregelung zwischen Landkreis Vorpommern und Telekom für den vorgesehenen Fertigstellungstermin lautet: Mitte 2021. Auch Zieris kennt keine genauere Zeitangabe für Tribsees.

Stadt hat keine eigenen Flächen im Gewerbegebiet

Wie läuft es sonst mit der Tribseeser Wirtschaft? „Zuletzt haben wir den Grammendorfer Weg saniert“, sagt der Bürgermeister. Bei dem unlängst abgeschlossenen Vorhaben wurden zwischen Goethestraße und Gewerbegebiet 800 Meter Straße komplett saniert, einschließlich neuer Leitungen des regionalen Wasserversorgers Rewa, Glasfaserkabel, neuer Gehwege und Straßenlaternen.

Eine Million Euro wurde in dieses Bauvorhaben investiert. Im Gewerbegebiet selbst besitzt die Stadt keine eigenen Flächen, um Wirtschaftsansiedlungen zu forcieren. „Die noch vorhandenen Flächen sind in Privathand. Zu wenig zusammenhängend, um für einen größeren Investor interessant zu sein“, sagt Zieris. Einem Investor, der zu Jahresanfang wegen Bauland für eine Garnelenfarm bei der Stadt vorgesprochen hatte, konnte da keine Hoffnung gemacht werden.

Netzwerkarbeit für Wirtschaftskontakte

Chancen sieht Bernhard Zieris eher darin, die Trebelstadt weiter zu verschönern, um sie für den Tourismus interessant zu machen. Das Amt Recknitz-Trebeltal weiß er dabei an seiner Seite. Stefanie Timm, Leiterin des Ordnungs-und Bauamtes, sagt: Wir sind sehr an der weiteren Stadtentwicklung Tribsees interessiert und nutzen dazu nicht nur unsere eigene Internetpräsenz, sondern versuchen über unsere Netzwerkarbeit auch, die nötigen Kontakte zu vermitteln.“

Jakobsweg als Touristenmagnet

Gemeinsam versuchen Amt und Stadt derzeit, unter anderem über die Landesinitiative „Ländliche Gestaltungsräume“, Fördermittel im Infrastrukturministerium in Schwerin zu erschließen, um damit die touristische Infrastruktur in der Trebelstadt zu verbessern. Etwa für den Lückenschluss des Radweges zwischen Siemersdorf und Tribsees. Dieser ist Teil der Via Baltica und diese wiederum die nördlichste Ost-West-Verbindung im deutschen Jakobswegenetz.

„Zwischen Grimmen und Tribsees verläuft eine Etappe der Via Baltica durchs Trebeltal“, sagt Stefanie Timm. Und Bernhard Zieris weiß, dass diese von Pilgern bereits genutzt wird, die auch in Tribsees Station machen. „Warum also nicht die vorhandenen Bedingungen ausnutzen und ausbauen, um Tribsees etwa als Ziel für Pilger und Wanderer bekannt zu machen“ sagt der Bürgermeister. Die Stadt versucht bereits jetzt, die Pilgerstrecke auf ihrem Stadtgebiet durch das Aufstellen von Bänken und regelmäßige Arbeitseinsätze der Stadtarbeiter attraktiver zu machen.

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Von Jörg Mattern

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