Tribsees/Stralsund - Tribsees trotzt hart umkämpftem Markt – OZ - Ostsee-Zeitung
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Tribsees trotzt hart umkämpftem Markt
Vorpommern Stralsund Tribsees trotzt hart umkämpftem Markt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:57 31.07.2013
In Tribsees werden ab September wieder 20 junge Leute zu Straßenwärtern ausgbildet. Der Berufsbildungsverein hat eine Ausschreibung vom Land gewonnen, die in den Vorjahren leider verloren ging.
In Tribsees werden ab September wieder 20 junge Leute zu Straßenwärtern ausgbildet. Der Berufsbildungsverein hat eine Ausschreibung vom Land gewonnen, die in den Vorjahren leider verloren ging. Quelle: Fotos: Reinhard Amler
Anzeige
Tribsees

Der Berufsbildungsverein Tribsees (BBV) blickt in diesen Tagen auf eine 15-Jährige Zertifizierung in der Weiterbildung zurück. Er müsse seinem Vorgänger Ulrich Braun dankbar sein, sagt Geschäftsführer Jörg-U. Leesch. Dieser habe 1998 sehr weitsichtig aus der Industrie Qualitätsstandards übernommen und diese für den Dienstleistungsbereich nutzbar gemacht, sagt er. Ohne sie wäre ein Dienstleistungsunternehmen heute am Markt längst nicht mehr wettbewerbsfähig. Allein, wenn man Maßnahmen der Agentur für Arbeit ausführt, ist eine entsprechende Zertifizierung unabdingbar, betont Lesch.

Die letzte Urkunde, die Leesch von der Hanseatischen Zertifizierungsagentur aus Hamburg überreicht bekommen hat, ist noch ganz frisch. Sie trägt das Datum vom 23. Juli 2013. Ihre Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Im Berufsbildungsverein Tribsees mit seinen Standorten in der Trebelstadt und an der Barther Straße in Stralsund sind derzeit 90 bis 100 Leute in der Ausbildung.

„Unser Profil reicht von der dreitägigen Weiterbildung für Berufskraftfahrer bis hin zur zweijährigen Umschulung zum Straßenbauer“, betont Edith Schuldt von der Geschäftsführung. Aber auch Erstausbildung für junge Leute findet wieder im BBV statt. Gerade erst hat der Betrieb eine Ausschreibung des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. So werden in den nächsten 36 Monaten wieder zwölf Straßenwärter in Tribsees ausgebildet. Aus den Kommunen kommen weitere acht dazu, so dass Anfang September insgesamt 20 junge Leute ihre Lehre in diesem Berufszweig aufnehmen werden. „In den letzten Jahren hatten wird diese Ausschreibung leider verloren“, betont Leesch. Hinsichtlich aller Ausschreibungen konkurriert das BBV mit vielen anderen Bildungsträgern. Und das bundesweit.

„Die goldenen Zeiten sind längst vorbei“, sagt Leesch. „Jetzt werden kleinere Brötchen gebacken. Aber wir backen sie“, betont er. Leesch verhehlt dabei aber auch nicht, dass das Unternehmen stark den politischen Schwankungen unterliegt. Dafür sind immer wieder Anpassungen und Umstrukturierungen erforderlich, die leider auch Arbeitskräfte kosten.

Die Zahl der Beschäftigten liegt jetzt bei rund 40. Vor zwei Jahren waren es noch deutlich mehr. Im strukturschwachen Tribsees sind aktuell noch zehn Leute beschäftigt. Ein weiteres Aufgabenfeld des BBV ist es, Menschen auf Prüfungen vorzubereiten, die zu beruflichen Abschlüssen führen. Ziel ist immer, damit auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance zu bekommen, erklärt der Geschäftsführer. Das gilt sowohl für den Kraftfahrzeugsbereich wie auch fürs Bauhaupt- und Nebengewerbe, Einzelhandelskaufleute, Fachlageristen sowie Garten- und Landschaftsbauer.

Die Zertifizierungen helfen dabei, den Aufgaben besser gerecht zu werden. Denn sie legen für das Ausbildungsunternehmen in einigen Bereichen die Hürden schon recht hoch. So sind nicht nur interne Prüfungen vorgeschrieben, sondern sogar auch die Größe von Räumen und die fortwährende Qualifizierung von Dozenten. Außerdem muss das Unternehmen bei Prüfungen eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in der Region nachweisen.

„Wir kümmern uns auch um Langzeitarbeitslose“, sagt Leesch und umschreibt damit ein Stück sozialer Kompetenz des Unternehmens. „Sie haben eine besondere Zuwendung nicht nur nötig, sondern auch verdient“, ist der Geschäftsführer überzeugt, „weil in ihnen oft Fähigkeiten schlummern, auf die wir beim zunehmend stärker werdenden Arbeitskräftemangel nicht mehr verzichten können.“

Reinhard Amler

31.07.2013
31.07.2013