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Stralsund Trotz Reservierung kein Essen: Jetzt spricht die Chefin des Neuhof-Restaurants
Vorpommern Stralsund Trotz Reservierung kein Essen: Jetzt spricht die Chefin des Neuhof-Restaurants
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18:00 24.08.2019
Romantischer Ausblick über die Marina Neuhof. Quelle: Anja Krüger
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Neuhof/Stralsund

Trotz Reservierung kein Essen. Diesen besonderen Fall hatte die Stralsunderin Susanne Schacht-Peters mit ihrer Familie an einem Juliabend beim Marina-Restaurant „Alte Ziegelei“ in Neuhof erlebt. Vom gastronomischen Service war die 68-Jährige enttäuscht und setzte einen Brandbrief auf, in dem sie ihren Ärger über einen „versauten Sommertag“ zum Ausdruck brachte (OZ berichtete). Die Geschäftsführung um Restaurantleiter Matthias Osterloh, Küchenchef Dennis Heintze und dessen Frau Kerstin Heintze hat darauf nun reagiert. So wird nun unter anderem strikter auf die Reservierungen geachtet. In einem Kurzinterview bezieht die 45-jährige Chefin Kerstin Heintze Stellung – und widerspricht teils der emotionalen Darstellung von Susanne Schacht-Peters.

OSTSEE-ZEITUNG: Sie sind hier in der ersten Saison, richtig?

Heintze Kerstin: Ja, seit Anfang Februar. Mein Mann und ich und auch unser Geschäftspartner sind seit längerem in der Gastronomie tätig, jedoch das erste Mal selbständig mit einem eigenen Restaurant. Ursprünglich sind wir aus Ganderkesee im Landkreis Oldenburg. Da wir hier relativ neu sind, suchen wir hier am Standort auch noch Unterstützung unter anderem für die Küche und im Service.

Waren sie selbst an dem Abend da?

Ja. Ich habe auch die Familie von Frau Schacht-Peters gesehen. Wir hatten an dem Nachmittag eine Seniorengruppe aus Greifswald zu Gast, angemeldet für 15 Uhr. Eigentlich wollte diese nur eine Stunde bei uns verweilen, blieb jedoch deutlich länger. Erst danach konnten wir die Terrasse für das Abendgeschäft aufbauen.

Wann war die Familie Schacht ungefähr da?

Gegen 19 Uhr hatten sie einen Tisch reserviert. An dem Tag waren wir allgemein sehr gut besucht. Auch unser Stammtisch war da. Für den Abend hatten wir insgesamt 37 Gäste angenommen. Diese Anzahl ist grundsätzlich machbar, verfügbar sind 70 Plätze.

Woran lag es dann?

Der Zander war aus. Die Familie musste nicht wie von Frau Schacht geschildert, eine Stunde warten, bis klar war, dass wir den Fisch nicht mehr da haben. Die Bestellung wurde nach wenigen Minuten aufgenommen. Nach Aufnahme der Bestellung bringen wir diese gleich in die Küche. Über fehlende Zutaten wird die Servicekraft vom Koch umgehend informiert. Wir hatten alternativ Rumpsteak zum Schnitzelpreis angeboten. Ich erinnere mich, dass die Familie dies abgelehnt hat.

Frau Schacht schrieb in ihrem Brandbrief, dass sie vom Personal mehr oder weniger übersehen worden sind. Wie haben Sie das erlebt?

Eine Servicekraft war kurz nach 19 Uhr am reservierten Tisch. Die Kollegin ist dabei nett und freundlich gewesen und auch immer wieder an den Tisch gegangen - und hat zwischen dem Gast und der Küche vermittelt. Als klar war, dass wir den Wunsch nicht mehr bedienen können, haben wir eine Alternative angeboten. Wenn es bei uns voll ist, weisen wir gern auf die Möglichkeit hin, dass man bei uns auf dem Gelände auch in dem Fischbistro leckere Speisen zu sich nehmen kann. Unser Hinweis wurde jedoch ausgeschlagen. Die Getränke gingen aufs Haus, gegen 21 Uhr ist die Familie dann gegangen.

Sie haben bereits Maßnahmen ergriffen. Was machen sie?

Da wir fast ausschließlich mit frischen Produkten arbeiten und diese nicht dauerhaft lagerbar sind, kann es schon Mal vorkommen, das diese an vollen Tagen zu Neige gehen. Ware bekommen wir hauptsächlich einmal in der Woche. Zwischendurch können wir hier vom Sundangler nachkaufen. Wenn wir an einem Tag in der Hochsaison merken, das die Ware ausgeht, versuchen wir frühzeitig zu reagieren und informieren die Gäste. Wir versuchen, das Geschäft auch planbarer zu machen. So nehmen wir Reservierungen jetzt nur noch mit Namen an. Sonst ist es in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass sich unangemeldete Gäste einen Tisch nehmen. und dann reichen plötzlich unsere Plätze nicht mehr aus.

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