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Stralsund Umjubelte Premiere für „Huckleberries“ in Stralsund
Vorpommern Stralsund Umjubelte Premiere für „Huckleberries“ in Stralsund
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14:51 27.10.2019
Erstmals in der Geschichte von Perform(d)ance gibt es ein reines Jungs-Ensemble. Das Stück „Huckleberries“ feierte in Stralsund eine erfolgreiche Premiere. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

In der Schwüle des Mississippi-Deltas hängen neun Jungs dösend am Fluss ab, die Grillen zirpen, ein Boy spielt Maultrommel auf einem Strohballen, und ein anderer stippt mit seiner Angel ins Wasser. Es geht gemächlich zu in der brütenden Hitze des US-Südstaates, und die Zuschauer der Premiere des Tanztheaters „Huckleberries“ am Freitagabend in der Alten Eisengießerei befinden sich atmosphärisch dicht im Geschichten-Universum Mark Twains.

Erinnerungen an die Helden der Kindheit

Bei nicht wenigen Premierengästen dürften plötzlich Huckleberry Finn, Tom Sawyer und Tante Polly vor dem geistigen Auge aufgetaucht sein. Als Tom Waits krächzende Stimme aus den Lautsprecherboxen erklingt, geht es aus dem literarischen 19. Jahrhundert des Schriftstellers Mark Twain in das musikalische 20. Jahrhundert des kalifornischen Bluessängers. In ihrer Choreographie ließen Dajana Voß und Stefan Hahn von der Perfom(d)ance-Compagnie diese fließenden Zeitläufte wunderbar ineinander übergehen.

In dem Tanztheaterstück treten ausschließlich Jungs im Alter von 7 bis 14 Jahren auf und den beiden Choreographen ist es gelungen, die Akteure ihres noch jungen Ensembles mit so einer jugendlichen Ungestümheit agieren zu lassen, dass es eine Freude war, dieses teilweise tänzerische Raufen der heranwachsenden Jungs zu beobachten.

Tanzen ist auch Jungssache

Stefan Hahn beschreibt seine Intention einer reinen Jungen-Tanzgruppe: „Der Gedanke war, dass in einer Gruppenstruktur, in der es nur Jungs gibt, vielleicht die Hemmschwelle für potenziell interessierte junge Tänzer sinken könnte und ihnen die Entscheidung, daran teilzunehmen, leichter fällt.“ Dieses Konzept ist vollends aufgegangen und die Jungs finden ihren Auftritt offenbar auch keineswegs unmännlich. Sie gehen sogar so weit, dass sie sich Mädchenkleider überziehen und auf Stöckelschuhen über die Bühne staksen. „Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen und die haben so etwas auch mal einfach so aus Spaß ausprobiert, wie sich Kleider anfühlen“, kommentiert Choreographin Dajana Voß nach der umjubelten Premiere den schrillen Auftritt der Tänzer, die einen Heidenspaß an dieser Verkleidungsszene hatten.

Unterwegs mit dem Floß

Um den „Playground Bühnenbild“, wie Stefan Hahn die Szenerie in der Alten Eisengießerei beschreibt, zu realisieren, haben die Eltern der Tänzer mit Hand angelegt und beispielsweise das Mississippi-Floß, das übrigens seine Jungfernfahrt auf dem Strelasund absolvierte, zusammen gezimmert. Die tänzerische Stationenreise auf diesem Floß war eine kongeniale Idee der beiden Choreographen, spiegelte sie doch die kindliche Sehnsucht nach Abenteuer, tiefer Freundschaft, Vagabundendasein und Freiheit wider.

Der 14-jährige Paul Salut fasst es auf den Punkt zusammen, wie es für ihn war, knapp anderthalb Jahre zu trainieren und zu proben, damit diese Premiere gelingen konnte: „Jeder hat eine individuelle Rolle als Huckleberry und das zeichnet das Stück auch aus.“

Die nächsten Vorstellungen für Schulkassen stehen am 29. und 30. Oktober jeweils um 10 Uhr auf dem Programm. Am 1. und 2. November geht das Stück jeweils um 19.30 Uhr über die Bühne der Alten Eisengießerei.

Von Christian Rödel

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