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Stralsund Zu alt für eine Katze? Tierheim-Regeln umstritten
Vorpommern Stralsund Zu alt für eine Katze? Tierheim-Regeln umstritten
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06:00 23.03.2019
Eine Katze im Katzenhaus des Tierheims Stralsund. Quelle: OZ-ARCHIV
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Stralsund

Die Weigerung des Tierheims Stralsund, eine junge Katze nur deshalb nicht an ein interessiertes Paar zu vermitteln, da dieses als zu alt für das Tier eingestuft worden war, bewegt die OZ-Leser. Die OSTSEE-ZEITUNG hatte am vergangenen Sonnabend darüber berichtet, dass Felicitas Klein und Wolfgang Kerber sich im Tierheim bereits mit einer vierjährigen Katze angefreundet hatten und dieser ein neues zu Hause geben wollten. Durch eine Mitarbeiterin war das Paar mit einer Entscheidung der Leiterin der Einrichtung konfrontiert worden, dass sie mit 70 bzw. 66 Jahren zu alt sein dafür seien, da Katzen bis fünf Jahre nicht an Personen über 65 Jahre abgeben würden. Zu Begründung hieß es, dass die Gefahr bestünde, dass bei Krankheit oder Tod des Halters das Tier wieder zurück ins Tierheim gegeben werden müsste und schwer zu vermitteln wäre. Was das Paar dabei verärgerte war die Tatsache, dass eine solche Entscheidung offenbar nur altersbedingt durchgesetzt worden war, ohne dass man ihnen die Gelegenheit dazu gegeben hatte sich zu erklären.

Im sozialen Netzwerk Facebook wird diese Geschichte kontrovers und emotional von den Nutzern diskutiert. So schreibt Dana Langhoff: „Wie hoch ist die Lebenserwartung einer Hauskatze? Wie hoch einer Person in Deutschland? Was sprach dagegen, eine 6-jährige Katze zu nehmen?“ Frank Wodrich schreibt: „So ein Quatsch. Ich stehe auch kurz vor der Rente und bin noch supergut drauf. Da soll ich mir ein altes Tier anschaffen.“

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Am OZ-Telefon berichtet der Stralsunder Uwe Seifert von einer ähnlichen Erfahrung, wie sie das Paar machen musste: „Auch ich habe nach der ersten Zusage im Tierheim keine Katze mit nach Hause nehmen dürfen. Bei mir lag es nicht am Alter, sondern am Wohnort.“ Der 57-Jährige wohnt in einem Häuschen auf einem Hinterhof der Barther Straße. „Danach befragt, wurde mir erklärt, dass nach Ansicht der Tierheimchefin entschieden worden sei, die Barther Straße wäre zu gefährlich für eine Katze, weil da das Paul-Greif-zu-Stadion liege.“ Seifert, der mit seinem Enkelkind das Tier abholen wollte, zog enttäuscht wieder ab. Ihn verärgert dabei: „Ich wohne gar nicht am Stadion, sondern näher zum Bahnhof in einem Häuschen auf dem Hinterhof, mit Katzenhaus im Garten, da ich bereits Katzen hatte. Aber das interessierte im Tierheim niemanden.“

Bei einer erneuten Anfrage im Tierheim zu dessen Regeln für die Vermittlung von Tieren reagiert Leiterin Kathrin Scheurich ungehalten. Sie legt Wert auf die Feststellung , dass es sich in dem Fall des Paares nicht um ein vier Jahre altes Tier, sondern eine zweijährige Katze gehandelt habe. Die Nachfrage nach dem Umgang mit Uwe Seifert kürzt die Chefin ab: „Es ist mir egal, wer bei der OZ anruft. Wir entscheiden, wer welches Tier bekommt. Darüber diskutiere ich nicht.“ Die von der Tierheimleiterin aufgestellten Regeln finden die Rückendeckung des Vorstandes vom Tierschutzverein Stralsund, der laut Satzung im Auftrag der Hansestadt die Führung der Tiernotaufnahme betreibt. „Der Vereinsvorstand arbeitet mit der Leitung des Tierheims eng zusammen“, sagt Vereinsvorsitzende Anke Ernst und betont: „Die Regeln beruhen auf Erfahrungswerten, die sich über Jahre hinweg entwickelt haben.“ Warum das Naturtierheim in Saal dem in Stralsund abgeblitzten Paar jedoch eine Katze vermittelt hat, kommentiert Ernst so: „Jeder hat seine eigenen Richtlinien.“

Jörg Mattern

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