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Stralsund Velgaster Sparkassen-Protest verhallt
Vorpommern Stralsund Velgaster Sparkassen-Protest verhallt
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00:20 17.07.2015
Sabine West aus Velgast (r.) hatte Anfang April die Idee zur Unterschriftensammlung, gleich nachdem die neuen Öffnungszeiten der Sparkasse in Velgast bekannt geworden sind. Erhard Stübner und Heidi Drawz haben damals sofort zum Stift gegriffen, um ihren Protest auch öffentlich zu demonstrieren.
Sabine West aus Velgast (r.) hatte Anfang April die Idee zur Unterschriftensammlung, gleich nachdem die neuen Öffnungszeiten der Sparkasse in Velgast bekannt geworden sind. Erhard Stübner und Heidi Drawz haben damals sofort zum Stift gegriffen, um ihren Protest auch öffentlich zu demonstrieren. Quelle: Suse Senneke
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Velgast

Kann man 322 Protestler so einfach ignorieren? Man kann, wie die Sparkasse Vorpommern zeigt. Vor gut drei Monaten hatten die Velgaster in einer Unterschriftensammlung ihren Ärger über die starke Reduzierung der Öffnungszeiten in der Velgaster Filiale zum Ausdruck gebracht. Seitdem gibt es von besagtem Kreditinstitut keine Reaktion. Kein Brief, kein Anruf, gar nichts.

Maßlos enttäuscht von derlei Missachtung zeigt sich Sabine West aus Velgast. Die 73-Jährige hatte am 2. April eine Unterschriftenaktion in der Gemeinde initiiert, um gegen die neuen Öffnungszeiten in der Velgaster Sparkassenfiliale zu protestieren. „Wir fordern die alten Beratungs- und Kassenzeiten zurück“, prangte es in großen Lettern von den Listen, die gut zwei Wochen lang überall im Dorf auslagen. Letztendlich schlossen sich 322 Einwohner diesem Appell an und brachten damit auch ihren Unmut über die Entscheidung des Kreditinstitutes zum Ausdruck, die Kassenschalterzeiten von wöchentlich 32,5 Stunden auf 16 Stunden zu kürzen.

Die Mappe mit den 18 Protestlisten ging schließlich Ende April auf dem Postweg zum Sparkassen-Vorstand nach Greifswald. Eine persönliche Übergabe scheiterte damals an der vergeblichen Kontaktaufnahme zum Vorstandschef Uwe Seinwill. „Über die Sekretärin bin ich trotz mehrfacher Telefonate nicht hinausgekommen“, bedauerte die engagierte Rentnerin damals gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Für sie wäre ein persönliches Gespräch der richtige Rahmen gewesen, um auf eine Lösung für die älteren Menschen, die vielfach auf den Service am Schalter angewiesen sind, zu drängen.

„Bis heute gab es keinerlei Reaktion. Man hat sich in den knapp drei Monaten nicht einmal die Mühe gemacht zu schreiben“, ringt Sabine West um Fassung und findet es traurig, dass die Menschen in Velgast so alleine gelassen werden. „Ich kenne immer noch viele, gerade ganz alte Menschen, die sich nicht an einen Geldautomaten trauen. Sie treffen die verkürzten Schalterzeiten besonders hart, aber es hat den Anschein, dass das keinen interessiert “

Das möchte Kati Ambrosat so nicht stehen lassen. Die Pressesprecherin der Sparkasse sagte gestern gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben die Unterschriftensammlung erhalten. Aber die Reduzierung der Öffnungszeiten war eine betriebswirtschaftlich notwendige Entscheidung, für die es zuvor Analysen gegeben hat. Und deshalb können wir das Ganze auch nicht zurück nehmen.“

Wir hätten schon erwartet, dass sich mal jemand von der Sparkasse bei uns meldet, denn über 300 Unterschriften sind für Velgast schon eine Menge.“Sabine West (73) aus Velgast, Initiatorin der Unterschriftenaktion



Suse Senneke