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Stralsund Vor Barhöft: Ausbaggerung für nördliche Stralsund-Zufahrt
Vorpommern Stralsund Vor Barhöft: Ausbaggerung für nördliche Stralsund-Zufahrt
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12:30 27.11.2019
Die Nordansteuerung zum Seehafen Stralsund wird zurzeit ausgebaggert. Im HIntergrund sieht man den Hafen Barhöft. Quelle: Christian Rödel
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Barhöft

Der Boden vibriert, vom Wasser her hallen dumpfe Geräusche rüber. Es dröhnt, und das auch am Wochenende, nachts, eigentlich immer. Man hat das Gefühl, als arbeite sich eine Ramme durch den Meeresboden. Aber die Einwohner von Barhöft und Solkendorf wissen natürlich, dass ihr Hafen fertig gebaut ist. Sie wundern sich umso mehr über den Lärm. Nein, es ist nichts Schlimmes passiert, keine Bundeswehr-Übung oder sowas. Hier laufen planmäßige Arbeiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund: Die Nordansteuerung des Seehafens der Hansestadt wird ausgebaggert. Zwei Millionen Euro investieren Bund und Land in das Projekt.

Nordansteuerung wichtig für Schiffe von Westen

Die Nordansteuerung ermöglicht Schiffen, die ihren Start- oder Zielhafen westlich von Stralsund haben, die Anfahrt des Hafens Stralsund ohne vorherige Umfahrung der Insel Rügen. Neben einer Fahrzeiteinsparung von etwa acht Stunden kann dadurch auch Treibstoff in erheblichem Maße eingespart werden. Die Nordansteuerung verläuft östlich an Barhöft vorbei durch den Barhöfter Bogen. Von hier aus passiert sie den Gellenstrom zwischen den Inseln Bock und Hiddensee und endet an der Nordspitze der Insel Hiddensee.

Fahrrinne wird ausgebaggert

„Es handelt sich um eine reine Unterhaltungsmaßnahme. Das Fahrwasser für die westliche Zufahrt zum Hafen Stralsund wird ausgebaggert, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Amt für Küstenschutz“, sagt eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes auf OZ-Anfrage Die Fahrrinne versandet immer wieder erheblich, so dass große Schiffe Probleme bekommen könnten. Die Bagger holen den Sand raus. Das „Meeresgut“ wird vor der von Wind und Wetter arg gebeutelten Küste von Hiddensee wieder abgekippt, so dass man hier gleich etwas für den Küstenschutz tut.

Geplant sei, die Maßnahme bis Ende des Jahres abzuschließen, hieß es auf dem Wasser- und Schifffahrtsamt.

Versorger liegt im Hafen Barhöft

„Das sind teure Einsätze, deshalb wird Tag und Nacht gearbeitet", weiß auch Sven Marquardt. Der Hafenmeister von Barhöft verfolgt den Einsatz natürlich hautnah. Drei große Schiffe sind vor Barhöft im Einsatz. „Die ,Belt' liegt bei uns im Hafen, sie dient den anderen als Versorger“, so der Hafenmeister weiter, der damit rechnet, dass die Spezialfirmen bis Weihnachten ihre Arbeiten erledigt haben.

Ausbaggerungen erfolgen regelmäßig

Die Fahrrinne muss regelmäßig ausgebaggert werden. Zuletzt erfolgte das im September 2015, da wurden 4,5 Millionen Euro investiert. Auch da war der Bereich erheblich versandet, so dass die zulässigen Tiefgänge für die Schifffahrt reduziert werden mussten. Um diese Einschränkungen zu beseitigen, wurden damals rund 380 000 Kubikmeter Sand aus der Nordansteuerung gebaggert. Das gesamte Material wurde auch vor vier Jahren für den Küstenschutz der Insel Hiddensee genutzt und vor deren Außenküste in etwa vier Metern Wassertiefe eingebracht.

Maßnahme gut für den Küstenschutz

Ziel der Maßnahmen ist in jedem Fall, eine durchgehende Fahrwassertiefe von 4,50 Meter zu erreichen und gleichzeitig den Küstenschutz der Insel Hiddensee zu verbessern. Durch die Synergieeffekte werden Kosten reduziert und zugleich natürliche Ressourcen geschont, hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt immer wieder betont.

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