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Stralsund Vorpommern-Rügen: So sollen Bus und Bahn besser werden
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Vorpommern-Rügen: So sollen Bus und Bahn besser werden

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15:35 14.02.2020
Auch wenn die Züge am Bahnhof in Stralsund oft gut gefüllt sind – im Landkreis nutzen nur ungefähr fünf Prozent der Verkehrsteilnehmer Bus und Bahn. Quelle: dpa
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Stralsund

Wer in Vorpommern unterwegs ist, sitzt in der Regel im Auto. Bus, Bahn und Rad spielen bei der Auswahl des Fortbewegungsmittels nur eine untergeordnete Rolle. So geht denn auch der Blick der Regierenden bei der Verkehrsplanung oft in erster Linie in Richtung Auto. Eine Mobilitätswende, wie sie von verschiedenen politischen Parteien und Gruppierungen gefordert wird, ist so nicht zu erreichen.

Hier setzt die Regionalgruppe Vorpommern-Rügen des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) an. Die Mitglieder haben ein Positionspapier erarbeitet, indem sie fordern, dass sich bis 2025 die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen im Landkreis verdoppeln und bis 2030 verdreifachen. Bemängelten die Vorstandsmitglieder Claudia Lorenz und Wilfried Kramer vor einigen Monaten noch das Fehlen „klarer politischer Zielsetzungen“, liefert der Club sie nun selbst und hofft, dass sie im politischen Raum Gehör finden.

Der Bahnverkehr soll attraktiver werden

Der VCD fordert, die Verbindung zum Fährhafen Sassnitz wiederherzustellen, ein Investitionsprogramm für marode Bahnhöfe etwa in Grimmen, Altefähr, Rakow, Prora und Wittenhagen und die Strecke zwischen Stralsund und Berlin auszubauen, sodass Höchstgeschwindigkeiten bis 120 Stundenkilometer möglich sind. So sollen Verspätungen verhindert werden. Zudem sollten „Fahrplanlücken“ etwa zwischen Stralsund und Grimmen oder Binz beseitigt werden.

Das Busangebot soll besser werden

„Regional bedeutsame Linien“, etwa die Busse 1, 20, 22 und 210, sollten zu „PlusBus-Linien“ ausgebaut werden, das heißt: mehr Touren und bessere Anbindung an den Bahnverkehr. Zudem sollten Rufbus-Systeme auf dem Land eingerichtet werden. „In anderen Regionen klappt das sehr gut“, sagt Kramer und schlägt vor, sich am Angebot im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu orientieren, wo ein solcher Bus an 365 Tagen die Haltestellen bedarfsgerecht anfährt. Eine weitere Forderung: mehr Bushaltestellen in unmittelbarer Bahnhofsnähe, um das Umsteigen zu erleichtern oder überhaupt zu ermöglichen.

Mehr Touristen sollen öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Marketingkonzepte seien nötig, um Besuchern Alternativen zur An- und Abreise mit dem Auto näherzubringen. Eine weitere Idee: Urlauber sollten in den Hochburgen wie Rügen, Stralsund und Fischland-Darß-Zingst gratis mit Bus und Bahn fahren dürfen, was über eine Tourismusabgabe finanziert werden könnte. „Woanders gibt es das schon, zum Beispiel im Schwarzwald“, sagt Kramer.

Ein Tarif für ganz MV, ein Ticket fürs ganze Jahr

Die ÖPNV-Betriebe im Land sollten unter Federführung der Landesverkehrsgesellschaft VMV eine Tarifgemeinschaft bilden. Auch hier gibt es Vorbilder, etwa in Schleswig-Holstein. Zudem greift der VCD die derzeit viel diskutierte Idee eines 365-Euro-Tickets für ein Jahr auf. Vorpommern-Rügen soll für die Einführung eine Modellregion werden.

Beim Landkreis könnte das Papier auf offene Ohren stoßen. Denn schon im Oktober vergangenen Jahres befasste sich der Mobilitätsausschuss mit einem Arbeitspapier der Verwaltung, in dem es unter anderem um die Einführung von Rufbussen, kostenlosem ÖPNV für Touristen und ein 365-Euro-Ticket ging. Allerdings wird das Gremium das VCD-Papier erst mal nicht behandeln. Die für den kommenden Dienstag geplante Sitzung entfällt. Der nächste Termin steht am 17. März an.

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