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Stralsund So hat sich Vorpommern verändert: Markante Gebäude im Wandel der Zeit
Vorpommern Stralsund

Vorpommern im Wandel der Zeit

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19:10 28.01.2020
Das wohl älteste Stadtansichtsfoto aus Grimmen zeigt den Marktplatz im Jahr 1883 mit dem Preußischen Hof (links). an gleicher stelle steht heute das Haus III der Stadtverwaltung. Quelle: Repro: Almut Jaekel
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Vorpommern

Der Blick in die Vergangenheit und der Vergleich mit der Gegenwart fasziniert immer wieder. Bilder aus sechs vorpommerschen Städten verdeutlichen das.

Grimmen: Wo Clara Schumann einst Klavier spielte

Das wohl älteste Foto einer Stadtansicht von Grimmen stammt aus dem Jahr 1883 und zeigt den Marktplatz inklusive des Hotels „Preußischer Hof“ neben dem Rathaus. Die Gaststätte mit Saal, Fremdenzimmern und Garten erlebte 1855 ihre Blüte, als die bekannte Pianistin Clara Schumann-Wieck, die Lebensgefährtin des Komponisten Robert Schumann, dort ein Konzert gab. Im Jahr 1908 brannte der „Preußische Hof“ aber ab. Unter der Bevölkerung kursierte sogar das Gerücht, dass der Wirt höchstpersönlich nachgeholfen haben könnte.

An gleicher Stelle wurde ein neues Gebäude errichtet, das den Ratskeller und die Greifendrogerie beherbergte. Beide Geschäfte gingen jedoch pleite.

Sechs Orte und ihre Veränderung

Seit Jahrzehnten arbeiten in dem markanten Backsteingebäude Mitarbeiter der Grimmener Stadtverwaltung. Bereits Anfang der 1990er Jahre war das Haus saniert worden. 2007 folgten weitere Arbeiten und derzeit wird das Gebäude weiter erneuert. Seit dem Frühjahr 2017 sind deshalb 27 städtische Mitarbeiter im Ausweichquartier in der Sundischen Straße zu erreichen. Rund 2,7 Millionen Euro werden in die Sanierung des gut 100 Jahre alten Baus fließen, durch Fördermittel und Kofinanzierung. Damit bekommen die Mitarbeiter bessere Bedingungen. Der behindertengerechte Eingang entsteht an der Rückseite, und ein Fahrstuhl fährt vom Keller bis in das Dachgeschoss.

Ribnitz-Damgarten: Der letzte Gasometer des Landes

Das Ribnitzer Gaswerk am Körkwitzer Weg um 1930. Quelle: Stadtarchiv

Damit dieses Denkmal auch auf Dauer erhalten bleibt, musste erneut Hand angelegt werden. So wurden vor nicht allzu langer Zeit die sechs aus Gusseisen bestehenden Pylonen, die die Halterung einst krönten, wieder montiert. Diese für den Gasometer charakteristischen Zinnen waren im Jahre 2013 aus Sicherheitsgründen demontiert worden. Der Beginn der Gasversorgung in Ribnitz reicht über 150 Jahre zurück: Im Oktober 1864 wurde das Gaswerk in Betrieb genommen und das erste Steinkohlegas in die Stadt geleitet. Im Mai 1911 erwarb die dänische Firma Det Danske Gaskompagni die Gasanstalt. 1964 wurde sie stillgelegt. Die Versorgung der Abnehmer in der Stadt erfolgte fortan aus einem Verbundnetz. Das Gaswerk war nur noch Verteilerstation.

Bergen auf Rügen: Kulturhistorisches Kleinod verfällt

Das Anwesen am Markt 1 in Bergen bewohnte einst der Bruder von Ernst-Moritz Arndt. Quelle: Sammlung Zerning

1803 gehörte das Anwesen der Familie von Platen und 1816 ging es in den Besitz des Grafen Wolfrath über. Zeitweise hatte es Stadtrichter Karl-Friedrich Arndt, ein Bruder des Dichters Ernst-Moritz, bewohnt. Der 1772 in Groß Schoritz geborene Advokat war von 1809 bis 1815 Stadtrichter und „gelehrter Bürgermeister“ in der Inselhauptstadt.

Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte der Veterinärrat Fritz Plessow das Grundstück, das bis zur Wendezeit im Eigentum der Familie blieb, die es an einen Berliner Immobilienhändler verkaufte. Seither verfällt es, und an eine ernsthafte Verkaufsabsicht des aktuellen Eigentümers glaubt in der Stadt niemand so recht.

Stralsund: Nach der Sprengung ein Plattenbau

Der "Goldene Löwe" auf dem Alten Markt in Stralsund. So sah das Gebäude vor der Sprengung im Jahr 1982 aus. Quelle: privat

Wie dem Buch „Stralsunder Geschichte von A bis Z“ von Jörg Matuschat zu entnehmen ist, ist an dieser Stelle seit dem 18. Jahrhundert ein Hotel „Goldener Löwe“ belegt. Bis 1937 wurde der Bau durch verschiedene Besitzer immer mehr erweitert. Im Jahr 1945 beschlagnahmte die Rote Armee das Vorderhaus und nutzte es auch, bis es am 1. Juni 1949 wieder als Hotel eröffnet wurde.

Mit den Jahren verfiel das Haus und wurde schließlich 1982 gesprengt, an gleicher Stelle jedoch ein Plattenbau errichtet, in den 1985 die ersten Mieter einzogen. Bereits 1984 war in den unteren Räumen der Jugendclub „Goldener Löwe“ eröffnet worden.

Seit April 2003 haben Stralsunder und Gäste die Möglichkeit, das RestaurantGoldener Löwe“ zu besuchen, zuvor war das Haus umfassend saniert worden. Seitdem werden die über dem Restaurant liegenden Wohnungen vor allem an Studenten vermietet. Im Sommer laden Außenplätze die Gäste zum Verweilen direkt auf dem Alten Markt vor der einzigartigen Kulisse des Rathauses ein.

Wolgast: Erst Kaufhaus, jetzt Bäckerei-Café

Diese Postkarte aus dem Jahr 1902 zeigt das Eckhaus, in dem sich damals das Bekleidungsgeschäft des Kaufmanns Albert Erdmann befand. Quelle: Archiv Tom Schröter

Zu DDR-Zeiten hielt, nun am Karl-Liebknecht-Platz 3, sehr bald die Handelsorganisation (HO) in dem traditionsreichen Gemäuer Einzug, um das Kaufhaus Magnet samt Änderungsschneiderei zu etablieren. Es hatte viele Jahrzehnte Bestand. Einige Jahre nach der Wende residierte das „Küchenhaus Wolgast“ am Rathausplatz 3, bis dieses im Jahr 2000 seine Pforten schloss und ab Oktober 2002 der Gemischtwarenhandel „Pfennigland“ Schnäppchenjäger umwarb. Nach einigen Monaten des Leerstands eröffnete am 26. Mai 2007 die Stadtbäckerei Junge ihre damals MV-weit 57. Filiale.

Greifswald: Vom Wirtschafts- zum Museumshafen

Die Greifswalder fuhren gern mit dem Schiff. MS "Grille" verkehrte zwischen Stadthafen und Wieck/Eldena. Quelle: Sammlung Oberdörfer

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Von OZ

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