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Stralsund Duelle um Bürgermeister-Stuhl in Prohn, Groß Mohrdorf und Kramerhof
Vorpommern Stralsund Duelle um Bürgermeister-Stuhl in Prohn, Groß Mohrdorf und Kramerhof
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05:58 14.05.2019
6200 Einwohner aus den sechs Gemeinden des Amtsbereiches Altenpleen sind am 26. Mai neben der EU-Wahl auch aufgefordert, ein neues Ortsparlament samt Bürgermeister zu wählen. Quelle: dpa
Altenpleen/Prohn

Politikverdrossenheit? In der Kommunalpolitik unserer Region ist davon zum Glück nicht viel zu merken: 103 Einwohner lesen ihren Namen am 26. Mai auf einem der sechs Wahlzettel für die Gemeindeparlamente im Amtsbereich Altenpleen. Die stärksten Kandidatenlisten kommen diesmal aus Kramerhof (28) und Prohn (26). Hinzu kommen neun Kandidaten für sechs Bürgermeisterposten. Insgesamt sind rund 6200 Bürger aufgerufen zu wählen.

Alter Hase will es in Preetz noch mal wissen

In Preetz gibt es auf jeden Fall einen neuen Bürgermeister, denn der bisherige, Christian Ruback, hat aufgrund beruflicher Veränderungen keine Bewerbung abgegeben. „Ich arbeite jetzt als Lehrer und muss nebenbei dafür die Ausbildung absolvieren“, begründet der 38-jährige Familienvater seinen Schritt. Deshalb will es nun ein bekanntes Gesicht noch einmal wissen: Menhard Feldmann.

Er hatte vor ein paar Jahren sein Bürgermeisteramt nach einem Herzinfarkt aufgegeben (die OZ berichtete). „Nun bin ich wieder gesund, fühle mich völlig fit. Deshalb greife ich noch mal an“, sagt der 60-Jährige und ergänzt: „Ich denke, dass Leute mit Erfahrung gebraucht werden, denn ich bin mir sicher, dass sich in puncto Gemeindestruktur einiges tun wird. Da bleibt garantiert nicht alles beim Alten.“

Wichtig ist Menhard Feldmann, dass die Kita auch weiterhin in Gemeindehand bleibt. „Es gibt keinen Anlass, dies zu ändern.“ Verändern möchte er hingegen etwas in Krönnewitz, und zwar auf dem Platz vor dem Gutshaus. „Das Ganze muss geordnet und neu gestaltet werden.“ Außerdem möchte er freie Plätze für Häuslebauer in den einzelnen Ortsteilen bereitstellen, wenn es möglich ist.

Klausdorf und Altenpleen setzen auf Amtsinhaber

Während in Klausdorf und Altenpleen mit den Amtsinhabern Thomas Reichenbach (CDU) und Rainer Behrndt (Wählergemeinschaft) auf eine Wiederwahl setzen und damit den bisherigen Kurs fortführen wollen, stehen in Prohn zwei völlig neue Kandidaten zur Wahl, weil das langjährige Gemeindeoberhaupt Peter Messing nicht mehr zur Verfügung steht (die OZ berichtete).

Zwei Kandidaten für Messing-Nachfolge in Prohn

Seit 1993 wohnt Frank Böhm in Prohn. „Ich bin hier heimisch geworden, fühle mich wohl in der Gemeinde. Deshalb möchte ich auch, dass wir uns wieder etwas mehr auf den ländlichen Charakter besinnen“, sagt der 47-Jährige. Ob Sportverein oder Feuerwehr, die Vereine sollen weiterhin unterstützt werden. „Und ich würde gern so eine Art Jugendklub für die jungen Leute etablieren wollen. Aber auch die Senioren sollen nicht vergessen werden. Die Möglichkeit der Begegnung ist mir wichtig“, sagt der Kriminaloberkommissar, der als stellvertretender Schichtführer beim Kriminaldauerdienst in Stralsund arbeitet. Die Dinge, die die bisherige Gemeindevertretung angeschoben hat, will er natürlich weiter umsetzen, betont Frank Böhm, der als Einzelbewerber ins Rennen geht.

Stefan Schindler hingegen wurde von der Wählergemeinschaft nominiert, sozusagen als Wunschkandidat von Amtsinhaber Peter Messing. In die Kommunalpolitik schnupperte er als Mitglied des Kulturausschusses. Ursprünglich kommt der 53-Jährige aus dem Maschinenbau, arbeitet aber inzwischen seit vielen Jahren als Bezirksleiter bei der DAK. Seit 1994 wohnt der Mann in Prohn, seit 2001 leitet er den Vorstand des Trägervereins für die Kita, die 2000 in Prohn neu gebaut wurde. Einerseits möchte Stefan Schindler die „sehr gute Arbeit von Peter Messing fortführen.“ Andererseits stehen ein Radweg durch Prohn und die Umgestaltung des Platzes an der Feuerwehr auf seiner Vorhabenliste. „Vielleicht kriegen wir auch noch ein paar Bauplätze hin, ohne die Straße nach Stralsund zuzupflastern.“

Zwei Kandidaten in Kramerhof

In Kramerhof läuft es am 26. Mai auf ein Duell zwischen dem jetzigen Bürgermeister Christian Seide und Herausforderer Uwe Benthin hinaus. Beide gehen für Wählergemeinschaften ins Rennen. Beide kommen übrigens aus Parow.

„Unsere Wählergemeinschaft hat mich motiviert, diesen Schritt zu gehen. Warum in der Kommunalpolitik nicht auch auf junges Blut setzen. Auch jemand aus der zweiten Reihe kann sich einbringen“, sagt der 41-Jährige. Der Verwaltungsfachwirt möchte mit mehr Öffentlichkeitsarbeit der Politikverdrossenheit begegnen. „Und ich möchte mich, natürlich gemeinsam mit den anderen Gemeindevertretern, dafür einsetzen, dass wir vielleicht eine Einkaufsmöglichkeit für die Gemeinde schaffen. Die Bürger wünschen sich auch einen Allgemeinarzt vor Ort“, so der Parower am OZ-Telefon.

Die Wählergemeinschaft „Aktiv für Kramerhof“ setzt auf Beständigkeit und nominiert den Bürgermeister Friedrich-Christian Seide für eine weitere Legislatur. 25 Jahre stehen für ihn zwar schon auf der Habenseite, doch gibt es Dinge, die der 64-Jährige unbedingt noch auf der Uhr hat. „Wir wollen die Verlegung des Amtssitzes vernünftig über die Bühne bringen. Aber auch die Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages ist wichtig, um die Wirtschaftlichkeit der Gemeinde abzusichern“, sagt der Ingenieur, der bereits Rentner ist und ergänzt: „Die Umgestaltung der Dorfmitte in Parow steht ebenfalls noch an, und vergessen wollen wir auch nicht die Wohnumfeldverbesserung in den einzelnen Ortsteilen.“

Duell um Bürgermeisterposten in Groß Mohrdorf

Und auch in Groß Mohrdorf wird der Amtsinhaber Bernd Kopmann (Wählergemeinschaft) herausgefordert. Und zwar von René Behrens aus der CDU. Der Geschäftsführer des Prohner Pflegedienstes begründet seine Bewerbung so: „Eigentlich wollte ich nur in der Gemeindevertretung mitarbeiten, aber dann wurde ich von einigen Bürgern angesprochen, doch auch als Bürgermeister zu kandidieren. Nach reiflicher Überlegung habe ich Ja gesagt“, so der 47-Jährige. Denn es gibt da Themen, die der Mohrdorfer anpacken möchte. „Wichtig wäre eine Anlaufstelle für die Jugendlichen, so, wie es die früher mal gab. Die haben im Moment gar nichts.“ Mindestens ebenso wichtig sei für die Einwohner – ob nun Schüler oder Selbstständiger – schnelles Internet. „Und ich finde, wir müssen dringend etwas gegen die kaputten Bürgersteige unternehmen.“

Amtsinhaber Bernd Kopmann sieht sich in der Pflicht, weiterzumachen, will auch weiterhin Verantwortung übernehmen, gerade als Landwirt, der mit der Region sehr eng verbunden ist. „Viele haben mich angesprochen, ich solle doch wieder kandidieren. Und das eben die, die mit der ländlichen Region eng verbunden sind, die treuen Seelen“, sagt der 59-Jährige und findet, dass die Politik viel zu wenig macht, um so eine Gemeinde wie Mohrdorf mit weit auseinander liegenden Ortsteilen nicht komplett von den Zentren abzuschneiden. „Ob das tägliche Brötchen oder die Busfahrt zum Arzt. Ist doch alles eine Herausforderung für ältere Menschen, die vielleicht nicht mehr Auto fahren können...“ Und genau denen fühlt sich der Landwirt, der auch schon vor der Wende für die Bauernpartei im Ortsparlament saß, verpflichtet.

Diese Einwohner wollen in die Gemeindevertretungen

Prohn Gemeindevertreter wollen werden: CDU: Johann Rieve, Maik Schmidt, Michael Hollensen; SPD: Hubert Gerhardt, Mario Voigt; Die Linke: Markus Ferse, Rolf Zaspel, Gernot Kindel, Felix Grollich; Wählergemeinschaft: Kay Ahlmeyer, Raik Hoefs, Stefan Schindler, Michael Blohm, Hans-Joachim Mathys, Olaf Wedow, Stefan Klockow, Claudia Kutscher, Torsten Tarrach, Diana Neumann-Kann, Maik Schumacher: Einzelbewerber: Frank Böhm.

Nachfolger von Peter Messing auf dem Bürgermeisterstuhl in Prohn wollen zwei Leute werden: Die Wählergemeinschaft schickt Stefan Schindler ins Rennen. Frank Böhm versucht es als Einzelbewerber.

Preetz  CDU: Bernhard Schröder, Sven Müller; SPD: Christian Ruback, Menhard Feldmann, Kerstin Blödtner, Steffen Bröse; Einzelbewerber: Christian Birkholz, Anke Ehrecke, Detlef Ehrecke, André Hellmich, Bärbel Langer. Bürgermeister will Menhard Feldmann (SPD) werden.

Altenpleen  Freie Wählergemeinschaft Altenpleen 1994: Rainer Behrndt, Ulf Breske, Ortwin Pogertschnig, Jens Räbiger, Horst Henker, Mathias Lübke, Urte Wahl, Robert Schütt; Einzelbewerber: Peter Blohm, Thomas Callies, Frank Hussel. Für den Bürgermeisterposten tritt Amtsinhaber Rainer Behrndt wieder an.

Groß Mohrdorf
CDU: René Behrens, Monika Bohn; SPD: Hans-Dieter Hänsen; Die Linke: Ingolf Dinse; Wählergemeinschaft: Bernd Kopmann, Lothar Schulz, Sabine Katzerowski, Hartmut Waldukat, Ralf Lange, Anja Bauch. Um das Bürgermeisteramt kämpfen René Behrens (CDU) und Amtsinhaber Bernd Kopmann (WG).

Kramerhof
CDU: Torsten Schulz, Carl Forschner; SPD: Hans-Jürgen Höcker, Jürgen Malitz; Aktiv für Kramerhof: Friedrich-Christian Seide, Marietta Helm, Andreas Könning, Ulf Graske, Volker Busch, Manfred Deeth, Ringo Kirsch, Mario Golla, Helmut Schetzschen, Steffen Wagner, Klaus Hofmann, Holger Block, Enrico Zeug, Mario Pekrahn, Ulrich Grudziecki, Dr. Ulrike Stöcker, Diana Hoffmann; Bürger für Kramerhof: Uwe Benthin, Gerhard Breitkreuz, Katrin Elias, Torsten Elias, Carsten Jessel, Frank Möller, Gerhard Rach. Bürgermeister-Kandidaten: Christian Seide (AfK), Uwe Benthin (BfK).

Klausdorf
CDU: Thomas Reichenbach, Brigitte Peter, Dirk Helbig, Peter Bahrdt, Jan Sprenger, Mathias Schmidt, Timo Viecens; SPD: Petra Schuppler; Wählergemeinschaft: Henning Heß, Frank Utecht, Anja Brandenburg, Heidi Griebenow, Dirk Höpfner, Torben Uhrbrook, Kerstin Jenz, Frank Neumann, Thomas Gräbner. Als Bürgermeister möchte Thomas Reichenbach (CDU) wieder gewählt werden.

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