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Stralsund Könnte Wald-Kita in Zitterpenningshagen entstehen?
Vorpommern Stralsund Könnte Wald-Kita in Zitterpenningshagen entstehen?
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06:00 23.02.2019
Die Gründungsmitglieder des Vereins "Wurzeln & Flügel", die in Stralsund oder vor der Stadt einen Naturkindergarten schaffen möchten. Von links nach rechts (hintere Reihe): Dr. Christiane Herzer, Josefine Müller, Lene Schwarz, Carolin Theel, (vordere Reihe) Katharina Baier, Madlen Hübner, Liane Pust. Es fehlen: Verena Piontek, Verena Thieme, Mandy Landmann. Quelle: privat
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Zitterpenningshagen

Das hätten sich die jungen Eltern so gut vorstellen können – eine Wald-Kita in Zitterpenningshagen. Der ebenso kleine wie abgelegene Ortsteil der Gemeinde Wendorf wäre ein Traumort für so ein Projekt, betonten die Initiatoren vom Verein Wurzeln & Flügel aus Stralsund am Mittwochabend vor dem Gemeinde-Parlament im Feuerwehrhaus Neu Lüdershagen. Nachdem sich der junge Verein, eingetragen erst im Januar 2019, gerade erst umgehört hatte. Sogar ein Grundstück hätten sie in Aussicht. Doch der vielversprechende Plan bekam jetzt einen kleinen Dämpfer: Eine Wald-Kita stößt nicht bei allen 23 Einwohnern auf Gegenliebe.

„Meine Frau und ich wohnen zwar noch nicht in Zitterpenningshagen, bauen aber gerade ein kleines Häuschen. Wir wollen hierher ziehen, weil wir unsere Ruhe haben wollen“, sagte ein junger Mann in der Gemeindevertretersitzung und spielte auf den Lärm an, der beim Bringen und Holen der 15 Kinder mit 30-mal an- und abfahren automatisch entstehe. Außerdem könne er sich einen anderen Standort für so eine Kita besser vorstellen, einen mit mehr Wald. Auch Wolfgang Mamat konnte am Wochenende bei einem Treffen zwischen Verein und Einwohnern nicht nur Freude über die Idee wahrnehmen. „Viele, die wegen der absoluten Ruhe hierher gezogen sind, haben Angst, dass es laut wird. Die Sicherheit bei der An- und Abfahrt der Eltern wurde ebenso hinterfragt wie mögliche Folgen für die Sicherungspflicht der Grundstücke.“ Aber das könne man ja alles vertraglich regeln. „Ich persönlich habe nichts gegen so eine Kita“, betonte der Ingenieur, der auch mal als Abgeordneter aktiv war.

„Wir haben bei uns viele Kinder, und das finde ich gut“, stellte sich Bürgermeister Heinz-Werner Jennek (parteilos) hinter die Kita-Idee und meinte: „Ich würde mich freuen, wenn wir hier so einen Kindergarten hätten.“ Manfred Haase (CDU) hinterfragte, ob die Kita nur für Stralsunder Kinder gedacht sei. „Keinesfalls, wir haben 18 Plätze, und da kann sich jeder anmelden, der Nachwuchs im Alter von drei bis sechs Jahren hat“, sagte Liane Pust als Vereinsvertreterin. Sie erklärte auch noch mal die Grund-Idee. „Wir finden, dass so eine Kita in der Region Stralsund fehlt. Deshalb haben wir unseren umweltpädagogischen Verein gegründet. Unser Herzenswunsch ist eine Wald-Kita.“ Dabei gehe es eben nicht um eine große Einrichtung, sondern um 15 Kinder in einer Gruppe mit zwei Erziehern.

Die Kinder werden von 8 bis 14 Uhr betreut, und das vor allem in der Natur. „Wir brauchen also kein festes Gebäude, sondern nur einen Standplatz für einen so genannten fliegenden Bau, also Schutzhütte, Bauwagen oder Jurte“, so die junge Frau. Es sei auch keinesfalls nachhaltig, wenn jedes Kita per Auto gebracht werden. Dem Verein schwebe eine Sammellösung bis zur Bushaltestelle vor.

Auf die Frage nach der sanitären Einrichtung, sagte ihr Mann: „Natürlich wird es eine Toilette geben, sonst würden wir das Ganze von Jugendamt gar nicht abgenommen bekommen.“ Man denke nicht unbedingt an eine Wasser-Variante und schon gar nicht an eine chemische Toilette, habe aber eine Lösung vor Augen, vielleicht als Kompost-WC.

Auch wenn der Verein das Grundstück eines Berliners in Zitterpenningshagen pachten und nutzen könnte, wolle man nichts gegen den Willen der Einwohner tun. „Wir wollen ein Miteinander, und wir hoffen, dass wir das hier noch erreichen können“, so Liane Pust, die auch ihre beiden Kinder mitgebracht hatte.

Junger Elternverein engagiert sich

Erst im Januar war die Eintragung beim Amtsgericht perfekt. Getragen wird der Verein von aktuell zehn Frauen – Stralsunderinnen zumeist – und Mütter im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Sie alle eint eine Idee: „Wir wollen einen Naturkindergarten etablieren“, sagte Carolin Theel vom Vereinsvorstand der OZ.

Für die Stralsunder Elterninitiative ist zwar der Anfang getan, doch weitere Schritte sind nötig. Dazu gehören unter anderem das Kita-Konzept, die Finanzplanung und der Aufbau einer eigenen Online-Seite. Größte Herausforderung war die Standort-Suche, bei der sich jetzt eine Möglichkeit in der Gemeinde Wendorf aufgetan hat.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte: Unter „Wurzeln & Flügel“ ist die Elterninitiative auch bei Facebook aktiv. Kontakt gibt es außerdem per E-Mail unter: wurzelnundfluegelhst@posteo.de.

Ines Sommer

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