Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Widerstand gegen Gratis-Gästeticket
Vorpommern Stralsund Widerstand gegen Gratis-Gästeticket
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:48 26.03.2015
Mit Hilfe von kostenlosen Gästetickets könnten Urlauber motiviert werden, häufiger auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Hoteliers haben jedoch Bedenken, wie das Angebot finanziert werden soll.
Mit Hilfe von kostenlosen Gästetickets könnten Urlauber motiviert werden, häufiger auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Hoteliers haben jedoch Bedenken, wie das Angebot finanziert werden soll. Quelle: Elisabeth Woldt
Anzeige
Stralsund

Hoteliers und Gastgeber der Hansestadt Stralsund haben große Bedenken bei der Einführung eines sogenannten Gratis-Gäste-Tickets. Insbesondere die Finanzierung des Angebots sorgte in einer Diskussionsrunde am Mittwoch im Rathaus für heftige Debatten. „Ich bin grundsätzlich für ein Gratis-Gäste-Ticket. Aber nicht, wenn die Hoteliers das ganz allein finanzieren müssen und die Verkehrsgesellschaft davon profitiert“, sagte Siegbert Peiß vom Regionalverband Stralsund des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Der Vorschlag für ein Gratis-Gäste-Ticket kommt von der Stralsunder Gruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), die auch zu der Diskussion eingeladen hatte. Die Idee: Touristen mit diesem Ticket benutzen den Öffentlichen Nahverkehr unentgeltlich, sodass das eigene Auto im Urlaub stehenbleiben kann. Finanziert werden soll dieses Gratis-Angebot über Einnahmen aus Kurtaxen und Übernachtungen in Hotels. Teilnehmende Gasthäuser zahlen pro Übernachtung einen geringen Betrag, im Gegenzug können die Urlauber kostenlos öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Das heißt aber, dass die Hotels auch für jene Gäste die Tickets zahlen müssen, die gar nicht mit dem Bus fahren wollen – erst so rechnet sich das Ganze.

Doch genau dieses Modell findet bei den Hoteliers und Vermietern von Ferienwohnungen wenig Zuspruch. „Die Preise für eine Übernachtung sind schon jetzt sehr knapp kalkuliert. Da ist jeder Cent eine Mehrbelastung. Gerade in Zeiten des Mindestlohns“, sagte Siegbert Peiß vom Dehoga, der das Altstadt Hotel Peiß betreibt.



Alexander Müller