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Stralsund Wieder neue Krätzefälle in Stralsund
Vorpommern Stralsund Wieder neue Krätzefälle in Stralsund
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18:33 29.10.2019
So sieht eine Hausstaubmilbe stark vergrößert aus. Mit dem bloßen Auge ist sie kaum zu erkennen. Quelle: OZ-Archiv
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Stralsund

Die Krätze ist in mindestens zwei Einrichtungen im Raum Stralsund aufgetreten. „Seit Sommer sind uns zwei Fälle am Schulzentrum am Sund bekannt“, sagt Jörg Heusler, Leiter des Gesundheitsamtes in Vorpommern-Rügen. Auch eine Kita im Stralsunder Umland soll betroffen sein. „Wir bekommen wöchentlich neue Meldungen“, meint Heulser. Von einem sogenannten Ausbruch, also dem plötzlichen und vermehrten Auftreten der Krankheit über Einzelfälle hinaus, ist aber derzeit nicht die Rede.

„Treten Krätzefälle auf, muss schnell vorgebeugt, behandelt und auch informiert werden“, sagt Heulser und bedauert, dass es keine gesetzliche Meldepflicht gibt. Wenn Ärzte ihn über Krätzefälle in Kenntnis setzen, dann weil er sie darum bittet. Nun ruft er Hausärzte dazu auf, Informationen über das Auftreten der Krätze freiwillig an die Behörde weiterzugeben. Gemeinschaftseinrichtungen sind zur Meldung verpflichtet.

Milbe mit bloßem Auge kaum erkennbar

Krätze ist eine von der Skabiesmilbe verursachte Hautkrankheit. Das Tier ist zwischen 0,3 und 0,5 Millimeter groß und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar. Die Milbe gräbt sich in die obere Hautschicht ein und hinterlässt dort Kot und Eier. Darauf reagiert der Körper, es kommt zu Entzündungen und starkem Juckreiz.

Vom Milbenbefall bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es mehrere Wochen. Der Betroffene verspürt während der Zeit meistens noch keine Symptome. Er kann aber bereits die Krankheit weiterverbreiten, etwa durch intensivere Hautkontakte. Das macht es auch so schwer, die Krankheit einzudämmen oder gar auszurotten. „Krätze ist ein Dauerthema – bundesweit“, schätzt Heusler ein.

2015 null, 2018 schon 157 Fälle

In Vorpommern ist die Erkrankung auf dem Vormarsch. Wurde 2015 im Landkreis Vorpommern-Rügen kein Fall registriert, so waren es 2017 bereits 51, ein Jahr später schon 157 Fälle. In der Regel ist Krätze ambulant zum Beispiel mit Salben und Emulsionen gut zu behandeln. Tödlich ist die Krankheit nicht.

Um der Ausbreitung etwas entgegenzusetzen, hat das Schulzentrum am Sund Info-Zettel für die Eltern verteilt, die die Kinder unterschrieben zurückbringen müssen. „Wir wollen aufklären und Panik vermeiden“, sagt Schulleiterin Regina Landt. Auch auf der Internetseite der Schule sind die Infos abrufbar. „Wir weisen auch darauf hin, dass Schüler keine Kleidung tauschen sollen.“

In England infiziert?

Betroffen sind laut Landt Schüler der Jahrgangsstufe elf. Das Gerücht, dass sich die Schüler die Krätze kürzlich während eines Aufenthalts in England eingefangen haben könnten, kann sie zum Teil entkräften. „Meinen Informationen nach hatte zumindest ein Schüler die Krätze schon vorher.“

Was tun, wenn’s juckt?

Sobald auch nur der Verdacht besteht, erkrankt zu sein – ab zum Hausarzt! Egal ob Eltern, Lehrer, Erzieher oder Kinder betroffen sind, die Einrichtung der Kinder soll darüber informiert und darf nicht betreten werden. Die Leitung reicht die Infos dann ans Gesundheitsamt weiter. Die Ansteckungsgefahr bleibt erhalten, so lange vitale Milben auf oder in der Haut nachzuweisen sind. Ein Arzt muss per Attest bestätigen, dass keine lebenden Milben mehr vorhanden sind.

Mehr zum Autor Kai Lachmann

Mehr zum Autor Kay Steinke

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