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Stralsund Viele Stars und noch mehr Geld: So lief die Stralsunder Spendengala
Vorpommern Stralsund Viele Stars und noch mehr Geld: So lief die Stralsunder Spendengala
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07:16 13.05.2019
Gregor Gysi (rechts) hatte bei der Windflüchter Gala in Windeseile seine Lose verkauft – einige der letzten bekam Familie Heiden aus Stralsund. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

 Dieser Mann ist ein Phänomen und eine sichere Bank für beste Unterhaltung mit geistigem Esprit: Gregor Gysi war der unumstrittene Promi-Star der 3. Windflüchter-Gala am Samstagabend im Brauereiquartier.

Rhetorisch exzellent, witzig und schlagfertig absolvierte der Linke-Politiker erwartungsgemäß seine Rolle als Gastredner und Losverkäufer bei der Charity-Gala, die von Professor Matthias Birth, Ärztlicher Direktor am Stralsunder Helios Hanse-Klinikum und Gründer der Stiftung „Betroffen“, vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde.

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Von Hornochsen und Politikern

„Meine erste Ausbildung zum Rinderzüchter hat mir in meinem späteren Berufsleben viel genützt, weil ich oft genug mit Hornochsen zu tun hatte“, kalauerte Gysi in seiner Eröffnungsrede und konnte damit erste Lacher auf der Habenseite verbuchen. Natürlich ist der promovierte Jurist auch clever darin, politische Ansichten geschickt zu verpacken und nicht ausschließlich als Entertainer das Publikum mit Bonmots zu bespaßen. Zum Ende seiner Rede machte der Bundestagsabgeordnete eindeutig klar, wie es um seine persönliche Haltung in Sachen Gesundheitspolitik in diesem Land bestellt ist. „Die Gesundheit der Patienten und nicht der Gewinn muss an erster Stelle stehen in der medizinischen Versorgung“, so Gysi.

Verantwortungsvoller Umgang mit Patienten

Dass die Rendite nicht höchste Priorität haben darf , gerade im Gesundheitswesen, ist eine Aussage, die stets für viele Diskussionen sorgt. Gysi hat es den anwesenden Gala-Gästen, unter denen auch Landespolitiker, Ärzte und Wirtschaftslenker aus der Gesundheitsbranche waren, sicherheitshalber noch einmal ins Stammbuch geschrieben, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Natürlich war Gysi klug genug, nicht eine Überführung privatwirtschaftlich betriebener Gesundheitseinrichtungen in die öffentliche Hand zu fordern, weil er weiß, dass der Staat nicht automatisch der bessere Unternehmer ist. Ihm ginge es schlicht und ergreifend um einen verantwortungsvolleren Umgang mit Patienten, ohne dabei ständig auf den zu erwartenden Profit zu schielen, und dafür wolle er sich stark machen.

Power-Seller Gregor Gysi

Mit vollem Körpereinsatz legte sich Gysi wenig später ins Zeug und zog mit Bauchladen durch die Reihen des restlos ausverkauften Kühlschiffes. Die Gala-Gäste ließen sich nicht lumpen und zeigten sich großzügig, was natürlich auch am Charme des Losverkäufers lag, der mit allen Spendern noch ein kleines Schwätzchen abhielt. Es war kaum verwunderlich, dass Gysi nach einer guten halben Stunde alle Lose verkauft hatte. Gysi, Power-Seller, wie er heutzutage auf Neudeutsch bezeichnet werden würde, hätte gut und gerne das Doppelte an Losen verkaufen können.

Es lag irgendwie in der Luft, dass bei der 3. Windflüchter-Gala ein neuer Spendenrekord aufgestellt werden würde. Gegen Mitternacht konnte diese Prognose bestätigt werden, als Moderatorin Andrea Ballschuh die vorläufige Summe bekannt gab: 74 640 Euro sind zusammen gekommen. Sichtlich bewegt gab Professor Birth seiner Freude Ausdruck als er meinte: „Ich bin wirklich überwältigt, dass wir das tolle Ergebnis aus dem Vorjahr noch einmal so deutlich toppen konnten“.

Unterhaltung auf hohem Niveau und für einen guten Zweck: 74 640 Euro sind bei der 3. Windflüchter Charity-Gala zusammen gekommen.

Im Laufe der Nacht dürften noch weitere höhere Beiträge generiert worden sein, weil eine sogenannte stille Aktion noch weiter lief. Zu den attraktiven Preisen zählten unter anderem eine von der amerikanischen Country-Legende Johnny Cash signierte Akustikgitarre, ein von Dirk Nowitzki mit Autogramm versehener Sportschuh und ein Original-Gemälde von Udo Lindenberg.

Internationale Gäste

Für erstklassige Unterhaltung sorgten in der Gala-Nacht die international renommierte Sopranistin Eva Lind mit der Pianistin Saori Tomidokoro, die Fury-in-the-Slaughter-House-Gründer Kai und Thorsten Wingenfelder, der Songpoet Ingo Pohlmann und die Artistin Marie Biatroczky.

Der Erlös der Veranstaltung kommt der Stiftung „Betroffen“ zu Gute. In diesem Jahr wird der Fokus auf dem Thema „Krebs im Sport“ sowie der Kampagne „MV gegen HPV“ liegen.

Christian Rödel

13.05.2019
12.05.2019
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