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Stralsund Letzte Teile für 3-D-Kino in Groningen
Vorpommern Stralsund Letzte Teile für 3-D-Kino in Groningen
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03:31 21.08.2013
Auf der Baustelle des Infoversums in Groningen. Hier werden die Segmente aus Stralsund für den „Kragen“ der Kugel zusammengefügt.
Stralsund

Infoversum heißt das 3-D-Kino, das in Groningen in den Niederlanden entsteht und nächstes Jahr eröffnet werden soll.

Ein großer Teil der Bausegmente des Gebäudes mit seiner außergewöhnlichen Architektur wird in der Stralsunder Firma Ostseestaal und dem Schwesterbetrieb Formstaal verformt und montiert. Im September sollen die letzten Teile verladen werden. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, bestätigt Projektleiter Wolfgang Krüger (62).

Insgesamt entstanden in dem stahlverarbeitenden Betrieb 43 Sektionen. 30 sind bereits ausgeliefert. Jedes Teil für sich ist schon recht schwergewichtig. „Wir können per Lkw maximal Teile transportieren, die 19 Meter lang, 4,40 Meter breit und 18 Tonnen schwer sind“, erläutert Krüger.

Der Transporter gebe also quasi die Größe der zerlegten Einzelteile vor, die dann in Groningen wieder zusammengefügt werden. Zu einem bizarren Gebilde: Das sieht wie ein Kragen aus, der eine riesige Kugel — die Perle — umgibt. Gefertigt aus dem bei Architekten zurzeit sehr beliebten Material Corten, einem Stahl, der rostet und so die gewünschte geschlossene Oberfläche ergibt.

Wenn das Material diesen Rostton annimmt, muss man es mit der Genauigkeit vielleicht nicht so genau nehmen? „Ganz im Gegenteil“, sagt Krüger. Die Oberfläche muss genau so glatt sein, als wenn sie aus Edelstahl gefertigt wäre. Und da, wo man vielleicht sonst mit Farbe etwas kaschieren könnte, habe man bei diesem Material keine Chance, beschreibt der Fachmann.

Krüger arbeitet seit drei Jahren bei Ostseestaal. Ursprünglich kommt er aus Stralsund, hat auf der Werft Schiffbauer gelernt. Doch als er 18 war, verließ er die Hansestadt. Als Bauingenieur war er vorwiegend in Berlin tätig.

Als er hörte, welche neuen Chancen sich bei Ostseestaal auf dem Gebiet der Architektur ergeben, habe es ihn gereizt, sich noch einmal einer neuen Herausforderung zu stellen. Die 3-D-Verformung von riesigen Stahlplatten, auf die sich die Firma spezialisiert hat, eröffne der Architektur praktisch unbegrenzte Möglichkeiten.

Neue Herausforderungen — die hat vor sieben Jahren auch Helmut Lange (60) gefunden. Der Diplom-Ingenieur für Schiffbautechnik, der ebenfalls auf der Werft ausgebildet wurde und über 30 Jahre Erfahrung im Schiffbau verfügt, war an zahlreichen Großprojekten bei Ostseestaal beteiligt. „Mein Hauptkunde war zunächst die Meyer Werft“, schildert Lange seinen Einstieg. Seit vier Jahren ist er der Mann für Spezialprojekte. Dazu zählt eine Skulptur für die Olympischen Spiele in London ebenso wie ein anderes Kunstobjekt: Ein Hohlkörper, der wie ein Ball geformt ist und bei der Fußball-EM in Kiew die Blicke auf sich zog.

Sein besonderes Herzblut aber steckt derzeit in den neuen Solarbooten, mit denen der Betrieb gerade auf dem Vormarsch ist. Fahrgastschiffe, die ihren Strom nahezu hundertprozentig aus Sonnenenergie speisen.

Gemeinsam mit dem Kunden Peter Overschmidt aus Münster haben Lange und seine Kollegen den Prototypen entwickelt. „Das war unser absoluter Erfahrungsträger“, sagt Lange. Von der Idee bis zur Konstruktion habe das ein Jahr gedauert. Die Bauzeit selbst habe dann unter 100 Tagen gelegen, so der Stralsunder. „Ohne so ein gutes Team wäre das aber nicht möglich gewesen.“

Bei dem Projekt ging es zum einen um Vorgaben der Wirtschaftlichkeit. Zum anderen habe der Umweltgedanke eine Rolle gespielt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Einsparpotenzial liege gegenüber einem Dieselantrieb zwischen 10 000 und 15 000 Euro im Jahr. Das Schiff besteht aus Aluminium, ist dadurch nicht nur leicht, sondern auch wartungsarm. Die Elektromotoren machen keinen Krach. Es gibt keine Abgase. Eine besondere Herausforderung sei das Lithium-Ionen-Batteriesystem gewesen, schildert Lange.

In Münster erlebt der schwimmende Solarbus für 68 Passagiere gerade seine zweite Saison. Sowohl im Linien- als auch Ausflugsverkehr hat sich das Schiff zu einer Attraktion entwickelt. Eigner Peter Overschmidt ist des Lobes voll. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er.

Natürlich hätte es ein paar Anlaufschwierigkeiten gegeben. Handele es sich doch um die neueste Technologe. Es gab kaum Erfahrungswerte mit den Batterie- und Motorkapazitäten sowie dem Solarsystem.

„Schon nach vier Wochen waren alle Kinderkrankheiten abgestellt. Ich kann mich nur beglückwünschen, diesen Weg gegangen zu sein und freue mich über die überaus positive Resonanz unserer Kunden“, so Overschmidt.

Marlies Walther

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