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Stralsund Den Tag mit den Kranichen beginnen
Vorpommern Stralsund Den Tag mit den Kranichen beginnen
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11:00 19.09.2019
„Start" betitelte der Fotograf sein Kranichbild. Quelle: Karsten Peter
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Groß Mohrdorf

Die Kraniche machen wieder Rast in der Region. Ihr Trompeten im Vorbeiflug ist nicht mehr zu überhören und auf den Feldern lassen sich die „Vögel des Glücks“ derzeit gut beobachten. Jedes Jahr im Herbst lädt daher das NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf alle Naturfreunde ein, bei Exkursionen und Präsentationen im Rahmen der „Woche des Kranichs“ dabei zu sein.

Programm stellt Vögel des Glücks in den Mittelpunkt

In diesem Jahr ist es bereits die 21. Kranichwoche, die die Kranichschützer vom 22. bis 29. September zwischen Ahrenshoop, Stralsund und Groß Mohrdorf vorbereitet hat. „Dazu haben wir ein Programm zusammengestellt, das mithilfe von Vorträgen, Lesungen, Multimedia- und musikalisch umrahmte Bilder-Shows das Leben der Kraniche in den Mittelpunkt stellt“, sagt Günter Nowald, Leiter des NABU-Kranich-Zentrums. Bereits jetzt können Interessenten an Expeditionen zur Herbstrast der Kraniche teilnehmen, deren Themen ziemlich genau den Tag der Kraniche widerspiegeln, die hier Station machen.

Der moderne Kranichbeobachtungspunkt bei Günz – das Kranorama im Morgenlicht. Quelle: Günter Nowald

Bei Exkursionen den Vögeln auf den Teller geschaut

So heißen die begehrten Touren etwa „Wir lauschen dem Erwachen der Natur“, „Den Kranichen auf den Teller geschaut“ oder „Auf dem Weg ins Schlafzimmer der Kraniche“. Die Exkursionen werden von erfahrenen Rangern begleitet. Günter Nowalds ganz persönlicher Tipp ist das „Erwachen der Natur“ am Beobachtungsstandort Bisdorf. „Es gibt nichts Schöneres, als in einer kleinen Gruppe den Sonnenaufgang in der Natur zu erleben und die Kraniche beim Start in ihren Tag zu beobachten“, sagt Nowald.

Über 10 000 Kraniche sind schon da

Genug zu sehen wird es auf jeden Fall geben, denn bereits jetzt rasten über 10 000 Vögel des Glücks in der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Die meisten Kraniche kommen aus Skandinavien, dem Baltikum und Polen. Sie alle futtern sich vor dem Weiterflug in die Winterquartiere auf den Feldern Energiereserven an. Ab Anfang Oktober rechnet der Leiter des Kranichzentrums für das erste Drittel des Monats damit, dass sich die Zahl der Tiere weiter erhöht: „Dann werden bis zu 70 000 Kraniche in der Region rasten.“

Vögel zählen am Bird-Watch-Day

Wer von den Naturfreunden es genau wissen will, wie viele Kraniche hier so unterwegs sind, der kann bei Erfassung des Kranichrastbestandes im Rahmen des 23. World Bird-Watch-Days mithelfen. Eine entsprechende Exkursion ist im Rahmen der 21. Kranichwoche für den 28. September geplant.

Zwei Ranger vom NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf stehen mit dem Kranich-Infomobil direkt in der Einflugschneise der Kraniche bei Zingst. In dem umgebauten Bauwagen können sich die Besucher zudem bei den Rangern über die Großvögel informieren und sich mit Infomaterial eindecken. Quelle: Kranichzentrum

Film wirbt für den Schutz von Kranichen

Die Ausstellung im NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf wurde im Verlauf dieses Jahres weiter überarbeitet. „Wir haben neue Infotafeln und Multimediashows“, sagt Nowald und weist darauf hin, dass auch der neue Image-Film des Kranichschutzes – „Juwelen der Küste“ – ständig gezeigt wird.

Der Film hatte erst im Frühjahr dieses Jahres seine Premiere. Der Film spannt in 18 Minuten den Bogen vom Kranichrastplatz Vorpommersche Boddenlandschaft bis hin zu den Brutgebieten in der Rostocker Heide, verbindet also zwei biologische Hotspots. Ein Jahr lang haben die Mitarbeiter des Kranichzentrums und der Naturfilmer Jens Klingebiel die Vögel des Glücks begleitet. Besonders beeindruckend sind die Szenen von den brütenden Kranichen.

Weltweiter Kranichschutz von Groß Mohrdorf aus

Die Arbeit, die im Groß Mohrdorfer Zentrum geleistet wird, reicht jedoch weit über die Region hinaus. So setzt Kranichschutz Deutschland seit 2013 das satellitengestützte Global Positioning System, kurz GPS ein. Kranichschützer bestücken damit die Vögel und können von Groß Mohrdorf aus damit deren Aufenthaltsorte, Zugwege und Rastplätze computergestützt erforschen.

Daraus gewonnene Erkenntnis, etwa zu Veränderungen im Zugverhalten oder bei den Rastplätzen, durch Klimawandel oder Landschaftsveränderungen wegen großer Bau- oder Agrarprojekte, geben Anregungen für den weiteren Schutz der Kraniche. Dieser wird mithilfe der Forschungsergebnisse von Groß Mohrdorf aus europa- und weltweit koordiniert.

Eine Woche für die Vögel des Glücks

22. September, 20 Uhr, Kunstmuseum, Ahrenshoop: „Glücksvögel – Das Jahr der Kraniche“ von Dr. Christoph Robiller,

23. September, 20 Uhr, Naturcamp „Zu den zwei Birken“, Duvendiek: Konzertlesung „Cranes“,

24. September, 20, Multimediahalle, Zingst: Musikalische Bildershow „Das Leben der Kraniche“ von Anne Kettner,

25. September, 19 Uhr, Niederdeutsches Bibelzentrum Barth: Musikalische BildershowKraniche – Botschafter für den Frieden“ von Dr. Günter Nowald,

26. September, 19 Uhr, Deutsches Meeresmuseum: Stralsund, Multimediashow „Kraniche – Schweden – Polarlichter“ von Hermann Dirks,

27. September, 18 Uhr, Hof Buschenhagen: Schnupperkurs „Qi Gong“ mit der Heilpraxis von Morgentau&Barth, Anmeldung, Tel.: 038323/805 40,

28. September, 17 Uhr, Exkursion nach Bisdorf, Erfassung des Kranichrastbestandes,

29. September, 20 Uhr Naturcamp „Zu den zwei Birken“: Bildershow „Auf den Spuren des Kranichs“ von Karsten Peter.

Kranichinformationszentrum: Tel.: 038323/805 40

Von Jörg Mattern

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