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Stralsund Aus einstiger Stralsunder Musikschule wird Wohnhaus
Vorpommern Stralsund Aus einstiger Stralsunder Musikschule wird Wohnhaus
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09:12 03.07.2019
Badenstraße 47 und 48 in Stralsund um das Jahr 1938. Kurz danach wurden im Haus Nummer 48 zwei Etagen zurückgebaut. Quelle: Stadtarchiv Stralsund
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Stralsund

 An dieses Haus haben wahrscheinlich viele Stralsunder musikalische Erinnerungen: Die Badenstraße 48. Seit 1954 konnte man aus diesem Gebäude viele Töne hören, wenn die Schüler der Musikschule mit ihren Instrumenten probten oder den Gesang übten. Bis zum Jahr 2012. Da stand für die Musikschule ein großer Umzug auf dem Plan, ins sanierte Landständehaus, nur ein paar Häuser weiter. Und die Badenstraße 48? Die fristete seitdem ein trauriges Dasein.

Zwei Wohnungen in historischem Gebäude

Doch nun ist dort Bewegung. „Wir haben das Haus bereits vor drei Jahren gekauft“, sagt Babett Krieg. Durch verschiedene Schwierigkeiten konnte jedoch erst Ende letzten Jahres der Umbau starten. Die innere Struktur soll grundlegend verändert werden. „Wir planen im Erdgeschoss eine Zweiraumwohnung und werden selbst in die erste Etage und das Dachgeschoss ziehen“, erklärt Bauherr Björn Koehler. Insgesamt stehen in dem Haus 180 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Das war nicht immer so. Wie viele Häuser in der historischen Altstadt hat auch die Badenstraße 48 eine wechselvolle Geschichte. Da die Hausgrundstücke in der oberen Badenstraße unmittelbar an den Hof der Nikolaikirche grenzen, sind sie sehr schmal und besitzen auch keinen Hof. Darauf konnten nur kleine Traufenhäuser errichtet werden. Von der mittelalterlichen Bude auf dem Grundstück der Nummer 48 zeugen nur noch Reste im Keller, wie Stadthistoriker Andreas Neumerkel erklärt.

Wechselvolle Geschichte

Um 1700 besaß das kleine Gebäude der Goldschmied Friedrich Siegmund Cämerer, in den Folgejahren blieb das Haus im Familienbesitz. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts endete die Dynastie der Goldschmiede Cämerer. Seit 1766 war der Tischler David Dumrath Eigentümer der Bude.

Schuhmachermeister Carl Ehrenfried Pahnke erwarb das Haus 1843. Er ließ im selben Jahr den mittelalterlichen Bau bis auf die Grundmauern abreißen und errichtete an dessen Stelle ein sage und schreibe viergeschossiges Wohnhaus mit einem ziemlich hässlichen Flachdach. Neben dem Haus befindet sich noch heute ein Eingang zum Kirchhof, der in früheren Zeiten verschlossen war.

Im Jahr 1938 erwarb die Stadt das Gebäude vom Korbmachermeister Friedrich Niemann. Das Haus sollte „entschandelt“ werden. Unter diesem Begriff begann damals in der Stadt eine Aktion, in der alles beseitigt werden sollte, was in den Augen der Denkmalpfleger „falsch und schlecht“ war. „Die Entfernung von Fassadenstuck gehörte dazu, aber auch die Beseitigung aufdringlicher Werbung“, sagt Andreas Neumerkel. Bei der Badenstraße 48 ging man ziemlich rigoros vor, zwei Geschosse wurden zurückgebaut und das Haus erhielt ein Satteldach mit großer Gaube.

Veränderungen nur im Inneren

„Wir werden das Haus nicht tot sanieren“, sagt Babett Krieg. Abgesehen von den Veränderungen im Inneren soll die Fassade nur überarbeitet werden und auch die Fenster werden zwar erneuert, aber im Stil der 30er-Jahre. Allerdings wird sich an der Eingangssituation auf der Rückseite des Hauses etwas ändern. „Wir werden den Eingang in Richtung Mitte versetzen“, erklärt Björn Koehler. Für den 47-Jährigen und seine Frau, die beide im Jahr 2012 nach Stralsund gekommen sind, war es immer der Wunsch, in der Altstadt zu bleiben. „Wir waren schon lange auf der Suche nach etwas Eigenem“, sagt die 43-Jährige. „Nun rollt alles, und wir hoffen sehr, dass das so bleibt.“ Zum Ende des Jahres wünscht sich die kleine Familie, in das Haus einziehen zu können.

„Bisher haben wir bei der Sanierung zum Glück auch noch keine bösen Überraschungen erlebt“, sagt Björn Koehler und klopft dreimal schnell auf Holz.

Miriam Weber

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