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Stralsund Zu wenige Mitglieder: Ortsgruppe der Volkssolidarität löst sich auf
Vorpommern Stralsund Zu wenige Mitglieder: Ortsgruppe der Volkssolidarität löst sich auf
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00:00 03.05.2017
„Der junge Ruheständler möchte aktiv sein.Liane Brandt, Mitarbeiterin des Kreisverbandes der Volkssolidarität Grimmen-Stralsund
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Bretwisch/Grimmen

Hat es noch Sinn, ihre Volkssolidaritäts-Ortsgruppe weiter zu betreiben? Diese Frage stellte sich Rita Berghaus lange. Die 66-Jährige ist Vorsitzende der Ortsgruppe in Bretwisch, die sich nun zum 1. August auflöst. Lediglich acht Mitglieder hat die Ortsgruppe noch, erzählt Rita Berghaus. Als Hauptgrund nennt sie das hohe Alter der Mitglieder.

„Alle sind über 80 Jahre alt“, berichtet die Bretwischerin.

Das Problem des hohen Alters der Mitglieder kennt Ramona Helm, Geschäftsführerin des Volkssolidaritäts-Kreisverbandes Grimmen-Stralsund, zu der insgesamt 41 Ortsgruppen gehören. Und nicht nur bei der kleinen Bretwischer Truppe ist das so. „Tatsächlich liegt der Altersdurchschnitt aller unserer Mitglieder bei über 70 Jahren“, weiß sie. Eine Gefahr, dass sich immer mehr Ortsgruppen auflösen könnten, sieht sie aber nicht. Auch nicht, wenn die Mitgliederzahlen rückläufig sind. Ihrer Meinung nach hat die Arbeit der Volkssolidarität, der Vereinsamung der Bevölkerung entgegen zu wirken, einen hohen Stellenwert bei den Senioren. „Und eine Tradition“, betont sie.

Ansprechpartnerin für die Gruppen im Bereich des ehemaligen Kreises Grimmen – dies sind immerhin 22 mit insgesamt 898 Mitgliedern – ist erst seit kurzem Liane Brandt. Die Grimmenerin arbeitet aber bereits seit zehn Jahren für den Kreisverband, der seinen Sitz in Stralsund hat. Zuvor liefen bei ihr die Fäden der im Bereich Stralsund bestehenden Gruppen zusammen. Dadurch hat sie den Vergleich zwischen den städtischen und den ländlichen Ortsgruppen. „Letztere haben es wesentlich schwieriger“, meint sie. Während in Stralsund und Grimmen die Mitglieder verbandseigene Begegnungsstätten als Anlaufstellen haben, wird von den Ortsgruppenvorständen in den Dörfern weitaus mehr gefordert. „Zum Teil haben wir auf dem Land das Problem, dass die Räumlichkeiten für die regelmäßigen Treffen nicht zu hundert Prozent geeignet sind“, weiß Liane Brandt. Auch in Bretwisch ist dies ein Problem gewesen. „Wir konnten immer den Versammlungsraum im Obergeschoss des Feuerwehrgebäudes nutzen. Das Problem ist nur, dass die meisten gar nicht die Treppe hochkommen“, erzählt Rita Berghaus. Der Ortsgruppe in Miltzow fehlt es sogar gänzlich an einem eigenen Raum. Daraus ergebe sich allerdings auch etwas sehr Positives. „Der Zusammenhalt ist in den Dörfern dadurch größer“, weiß Liane Brandt.

Den Mitgliederschwund begründet sie allerdings nicht nur mit dem Alter der Senioren, sondern auch mit den vielen Angeboten anderer Vereine. Außerdem müsse sie sich auf die Wünsche der Senioren neu einstellen. Denn: „Der Rentner von heute ist nicht der von vor zehn Jahren“, weiß sie. Die ältere Generation der Rentner lege zwar noch Wert auf die Kaffeenachmittage, aber der junge Ruheständler wolle aktiv sein, weiß sie. „Auch darauf stellen wir uns ein, bieten unter anderem Sport- und Tanz-Zirkel an. Aber eben auch Skat- oder Bingo-Nachmittage“, erzählt sie.

Anja Krüger

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