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Stralsund Zug am Stralsunder Bahnhof entgleist: Das müssen Reisende jetzt wissen
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Zug am Stralsunder Bahnhof entgleist: Das müssen Reisende jetzt wissen

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17:16 04.02.2020
Zug am Stralsunder Bahnhof entgleist: Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend. Quelle: privat
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Stralsund

Bahnreisende aufgepasst: Wegen der Entgleisung eines Zuges kommt es seit Dienstagnachmittag zu Einschränkungen im Bahnverkehr in Stralsund. Grund: Am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr ist ein leerer Personenzug der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) beim Rangieren kurz hinter dem Bahnhof zum Teil aus dem Gleis gesprungen. Verletzt wurde dabei niemand.

Mit drei Spezialfahrzeugen soll die Situation wieder behoben werden. Am Dienstagabend wird der verunfallte Zug mit einem speziellen Kran und einem Hilfszug wieder auf die Spur gesetzt. Zuvor müssen aber an der Stelle die Oberleitungen verschwenkt und abgebaut werden, damit der Kran freies Feld hat. Dafür kommt ein Reparaturtriebwagen zum Einsatz. „Diese Arbeit wird sechs Stunden dauern“, schätzt Burkhard Ahlert, Bahnsprecher für Mecklenburg-Vorpommern, am Nachmittag die Lage ein.

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Verkehr von und nach Rostock nicht betroffen

Während der Arbeiten stehen für den Zugverkehr auf dem Stralsunder Bahnhof nur vier von sieben Gleisen zur Verfügung. „Da müssen wir den Betrieb einschränken“, so Ahlert. Der Bereich von und nach Rostock sei davon nicht betroffen. Auf der Linie RE 3, die zwischen Stralsund, Greifswald, Züssow, Pasewalk und Berlin verkehrt, gibt es Verspätungen, weil die Züge nur langsam an der Unfallstelle vorbeifahren dürfen.

Züge des Regionalexpress 5 von Neubrandenburg/Demmin nach Stralsund fahren abweichend nicht zum Stralsunder Hauptbahnhof, sondern zum Rügendamm. Reisende müssen dort in Züge der ODEG zum Hauptbahnhof umsteigen. „Wir müssen den Betrieb über die verbleibenden Gleise abwickeln und den Verkehr am Bahnhof ausdünnen“, erklärt Ahlert, versichert aber: „Man kommt auf jeden Fall mit dem Zug nach Stralsund und auch wieder weg. Wir brauchen auf jeden Fall keine Busse, um den Verkehr sicherzustellen.“

Der Zugverkehr am Stralsunder Bahnhof ist beeinträchtigt. Quelle: Kai Lachmann

Aufwendige Arbeiten bis in die Nacht

Die Arbeiten werden in der Nacht weitergehen. Sollten durch den Unfall Schäden an den Gleisen und im Weichenbereich entstanden sein, müssten die nach dem Aufgleisen des Zuges behoben werden. Auch die Oberleitungen müssen wieder gerichtet werden. Konsequenz für Reisende wäre, dass sich dadurch die Einschränkungen bis Mittwochmorgen hinziehen. „Aber da müssen wir erst mal sehen, wie gut wir in der Nacht vorankommen“, sagt Ahlert. Ein Notfallmanager koordiniert die Arbeiten.

Die Angelegenheit ist aufwendig, weil es sich bei dem entgleisten Zug um eine besondere Konstruktion handelt, bei dem nicht einzelne Waggons aneinandergekoppelt sind, sondern der Zug komplett miteinander verbunden ist. Ahlert vermutet, dass sonst womöglich schon der Einsatz eines Hilfszuges ausgereicht hätte.

Unfallursache wird noch ermittelt

Den für die Region untypischen rot-weißen Zug hat die ODEG von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) angemietet. Wie es dazu kommen konnte, dass er teilweise entgleiste, ist noch unklar. Dietmute Graf, Sprecherin der ODEG sagte, die Ursache werde derzeit ermittelt. Fahrgäste hätten sich zum Zeitpunkt des Unfalls nicht im Zug befunden. „Auch dem Fahrzeugführer geht es gut“, so Graf. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, wird derzeit ermittelt. Fahrgäste befanden sich nicht im Zug.

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Von Kai Lachmann