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Stralsund Zum Jubiläum muss der Leuchter glänzen
Vorpommern Stralsund Zum Jubiläum muss der Leuchter glänzen
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15:01 21.01.2013
Klar Schiff! hieß es in den vergangenen Tagen in den Räumen der Schiffercompagnie. Die Schifferbrüder haben ihr Traditionsheim für das 525. Jubiläum auf Hochglanz gebracht. Hier haben Jürgen Zech, Günther Waterstrat, Di Quelle: Schiffercompagnie
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Stralsund

„Um den Leuchter wieder glänzen zu lassen, muss er vorher komplett auseinander genommen werden“, sagt Schifferbruder Heino Hahn, und Reiner Gluch ergänzt:

„Selbst das Aufhängen ist eine Wissenschaft für sich.“ Einer steht auf der Leiter im großen Saal der Schiffercompagnie, und der andere gibt von unten Anweisungen, wie das gute Stück auszurichten ist.

Der Aufwand hat einen guten Grund. Heute treffen sich die Mitglieder der Schiffercompagnie zur 525. Generalversammlung. Die findet seit der Gründung 1488 einmal im Jahr und stets in der dritten Januarwoche statt. Zum Jubiläum werden Gäste erwartet, unter anderem aus Lübeck und Flensburg. Mit den traditionellen acht Glasen, vier Doppelschlägen der Schiffsglocke, wird heute nicht nur die Versammlung eröffnet, sondern gleichzeitig auch der verstorbenen Schifferbrüder und auf See gebliebenen Fahrensleute gedacht.

Es sind die besten Traditionen der Seefahrt, die seit über 500 Jahren von der Stralsunder Schiffercompagnie gepflegt werden. Heute bewahren 46 Schifferbrüder unter Vorsitz von Altermann Horst Amelang das maritime Erbe. Klar, dass alle eine enge Beziehung zur christlichen Seefahrt haben — egal ob als Nautiker oder Techniker.

Kapitän Heino Hahn beispielsweise ist 36 Jahre lang zu See gefahren. „Außer Australien habe ich fast alles gesehen“, sagt er. Holzbootsbauer hat er gelernt, ist später als Schiffszimmermann aufgestiegen, hat 1971 sein Patent für die große Fahrt erhalten und ist die letzten zehn Jahre seines Berufslebens auf der „Bussewitz“ gefahren, einem Flüssiggastanker der Deutschen Seereederei. 1968 im August ist Heino Hahn in die Schiffercompagnie eingetreten.

„Das war noch unter Gustav Drews“, sagt er voller Erinnerungen an den legendären Altermann. Der hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg geschafft, die Stralsunder Schiffercompagnie durch schwere Zeiten zu steuern, während etwa die Schiffergesellschaft in Wismar damals gar nicht mehr zusammentrat oder die in Rostock gar von der Polizei aufgelöst worden war. Aber die hiesige Schiffercompagnie hat auch die DDR überdauert.

Es gibt also viele Gründe zu feiern. Die richtige Festveranstaltung wird es aber erst im März im Remter des Katharinenklosters geben. Dazu sind viele Gäste eingeladen, unter anderem der ehemalige Kapitän der „Völkerfreundschaft“, Gerd Peters.

Die seemännische Tradition hat ihren festen Platz in den Herzen der Stralsunder gefunden. Davon zeugen auch die langen Schlangen der Besucher zur Nacht des offenen Denkmals.

Viertälteste Schifferbruderschaft Europas
Als St. Marienbruderschaft der Schiffer wurde die Compagnie 1488 in Stralsund gegründet. Sie ist damit nach der Danziger Schifferzunft sowie den Bruderschaften aus Lübeck, Riga und Hamburg die viertälteste Europas.

Die Schiffercompagnie war einst nicht nur ein Zusammenschluss, um wirtschaftliche Interessen zu vertreten, etwa bei Frachtraten, Schiffsbeurteilungen. Auch soziale Belange spielten eine Rolle, so die Absicherung von Angehörigen auf See Gebliebener.

Kapitän Gustav Drews (1890-1985) ist der legendäre Altermann, der nach Kriegsende, als die Schiffercompagnie noch fünf Mitglieder zählte, die Weichen für deren Bestand bis heute stellte.

Heute zählt die Schiffercompagnie 46 Mitglieder, die sich der Bewahrung maritimer Traditionen und der Historie der Compagnie verschrieben haben.

Jörg Mattern

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