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Stralsund Zwei Stralsunder und ihre Fleischeslust
Vorpommern Stralsund Zwei Stralsunder und ihre Fleischeslust
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11:07 17.04.2019
Josef Bast (r.) und sein Mitarbeiter Felix Faustmann leben ihren fleischgewordenen Traum. Quelle: Carsten Schönebeck
Stralsund

Die Eingangstür zum Laden ziert noch die Fräsarbeit in Form eines Schlüssel. „Da müssen wir vielleicht noch was machen“, sagt Josef Bast und lacht. Das kleine Häuschen vor dem Einkaufszentrum in der Rostocker Chaussee hat sich vom Schlüsseldienst zum Gourmet-Geschäft für Fleischliebhaber gewandelt. Vor einem guten halben Jahr haben Bast und sein Geschäftspartner Peter Bahrdt ihren Laden eröffnet. Für die beiden Männer aus Stralsund ist es ein Nebenerwerb mit einem Angestellten. Der gelernte Erzieher Bast leitet hauptberuflichen einen Nachhilfe-Dienst in der Stadt, Hotelfachmann Bahrdt leitet unter anderem das „Seeblick“ in Barhöft.

Peter Bahrdt erläutert die spezielle Garmethode für das „Flat Iron“-Fleischstück. Erst bei niedrigen Temperaturen, vakuumisiert ins Wasserbad, dann kurz auf den heißen Grill. Quelle: Carsten Schönebeck

„Der Fleischladen“ heißt das zum Beruf gemachte Hobby der beiden. Keine Schnörkel, keine Überraschungen, wenn es um die unternehmerischen Schlüssel-Kompetenzen geht. Fleisch, Gewürze, Sauven, Grillequipement, Spirituosen. „Ein Laden für Männer mit Bart und Holzfällerhemden, die ja irgendwie wieder in Mode sind? „Man könnte sich das so denken, dass die Männer hier reingehen, während ihre Frauen drüben die Drogerie besuchen“, sagt Bast. Die Realität ist wie immer: Ein bisschen sei es auch so. Aber nur ein bisschen: „Bei den Grillkursen, die wir anbieten sind eigentlich immer auch Frauen dabei.“ Und die würden manchmal auch ein bisschen spotten, dass der Partner im Umgang mit rohem Grillgut und heißem Rost eben nicht so geschickt sei. Und überhaupt gehe es beim Grillen ja nicht nur um Fleisch. „Unser Mitarbeiter Felix Faustmann ist gelernter Koch, der zaubert da regelmäßig auch Desserts“, erklärt Bahrdt.

Die beiden Gründer haben sich nicht an der Fleischtheke kennengelernt, sondern über ihre Kinder im gleichen Alter. Ein Wort habe das andere gegeben und irgendwann habe man dann eben mit einem Bier in der Hand am Grill gesessen. Soweit, so normal. Nur dass die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Glühen entdeckten. Aus dem Hobby ist nun ein Beruf geworden. Auch wenn der Laden im August vergangenen Jahres mit einem schlechten Omen gestartet ist. Der heiße Grillsommer neigte sich dem Ende, als alle nötigen Genehmigungen vorlagen und zu allem Übel kam dann auch noch ein zwischenzeitliches Grillverbot wegen der großen Trockenheit dazu. Mit der Startphase jedenfalls seien sie zufrieden. „Wir wollen uns langfristig etablieren und Stück für Stück schauen, wie wir das Angebot erweitern“, erläutert Peter Bahrdt.

Da kann auch der Geist schon mal schwach werden: Stralsunds Bürgermeister Badrow bei der Fleischbeschau. Quelle: Carsten Schönebeck

Dass Bast und Bahrdt als Verkäufer nicht vom Fach sind, fällt kaum auf, als sie am Donnerstag den Stralsunder Bürgermeister zum offiziellen Besuch empfangen und über die Konservierungsmethoden für Rindfleisch philosphieren, über spanische Schweinerassen und ihre Vorlieben beim Absacker, wenn die Glut erlischt. Wenn sie erklären, dass die Industrie ja die Mär vom mageren Fleisch verbreite, weil sich das schneller und billiger züchten lasse – auch wenn Fett eben der Geschmacksträger sei. Für die Unternehmer und den Bürgermeister war das Treffen zumindest eine willkommene Gelegenheit, den Grill vor dem Laden auch schon mal am Vormittag anzuwerfen.

Ihr Fleisch beziehen die beiden Unternehmer über einen Rostocker Metzger, der mit einem ähnlichen Konzept schon Erfolg hatte. „Wir haben da privat so oft eingekauft, dass er irgendwann meinte, wir könnten doch besser einen eigenen Laden aufmachen“, erzählt Bast. Und aus dem Spaß wurde Ernst. Ein Gourmetgeschäft wenige Meter vom Supermarkt. Ist das so eine kluge Idee? „Wir haben lange darüber nachgedacht. Natürlich gab es die Idee in die Innenstadt zu gehen“, sagt er. Andererseits seien die Mietpreise dort enorm. „Und ich glaube, dass der Platz hier auch Vorteile hat. Die Leute sind im Kopf darauf eingestellt Lebensmittel zu kaufen, denken schon ans Essen. Ein Fleischladen passt einfach nicht zwischen zwei Mode-Boutiquen“, glaubt Bast.

Am Ende bleibt die brennende Frage aller Glaubensfragen: Was denn nun? Kohle oder Gas? „Unsere Philosophie ist, dass das eigentlich keinen Unterschied macht“, sagt Bast. Was er selber zu Hause habe? „Beides!“

Carsten Schönebeck

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