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Stralsund Zwischen Rügen und Hiddensee: Darum wird jetzt das gesunkene Hotelschiff MS Caprivi 93 geborgen
Vorpommern Stralsund Zwischen Rügen und Hiddensee: Darum wird jetzt das gesunkene Hotelschiff MS Caprivi 93 geborgen
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13:28 29.11.2019
Die Bergung des 2010 in der Nähe des Vitter Hafens gesunkenen Hotelschiffes Caprivi 93 hat begonnen. Quelle: Jörg Mehrwald
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Hiddensee

Das gesunkene Hotelschiff MS Caprivi 93 tritt jetzt seine letzte Reise an. Der DDR-Dampfer war 2010 südlich am Pier von Vitte gesunken. Die Bergung hat am 28. November begonnen, das Wrack soll nach Stralsund überführt werden.

Im Oktober waren bei einer Begutachtung durch Taucher mehrere Löcher am Bug festgestellt worden. „Da das Schiff aufgrund der massiven Schäden auseinanderzubrechen droht, hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund zur Gefahrenabwehr die Bergung veranlasst“, sagt Hannes Nehls, Leiter der Außenstelle der Behörde. „Die Caprivi wird vor Ort in Sektionen zerlegt. Diese werden im Anschluss einzeln zur Abwrackung in die Hansestadt verschifft.“

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Innerhalb von etwa einer Woche soll das Wrack verschwunden sein

Der Eigner hat seit Jahren keine Maßnahmen zur Sicherung des Schiffes getroffen und sah sich außerstande, die Caprivi bergen zu lassen. Dies übernimmt nun eine Rostocker Spezialfirma im Auftrag des Bundes. Die Bergung soll innerhalb von sieben Tagen komplett abgeschlossen sein.

Gesunkenes Hotelschiff Caprivi vor Hiddensee Quelle: OZ-Archiv

Vom Fahrgastdampfer zur Jugendbegegnungsstätte

Der 1965 als „Seebad Wustrow“ gebaute ehemalige DDR-Fahrgastdampfer liegt seit 1993 fest vertäut außerhalb des kommunalen Hafens in Vitte. Einst war das Schiff eine Attraktion für die Insel: Als schwimmende Jugendbegegnungsstätte, die zu ihrem Start von der damaligen Familienministerin Angela Merkel mit 110 000 DM Fördermitteln bedacht wurde und seit 2001 als nostalgisches Hotelschiff und Gaststätte genutzt wurde. Aber mangelnde Pflege habe schließlich zu dem geführt, was am 25. November 2010 geschehen ist: Das Schiff sank auf den Boddengrund. Nur der Rumpf ragt noch aus dem Wasser.

Hiddenseer wollen Vitter Hafen erweitern

In diesem Zusammenhang haben die Hiddenseer längst mit den Planungen für den Ausbau des Vitter Hafens begonnen. So soll dessen Fläche künftig von Noch-Standort des Hotelschiffes bis zum Anleger der Motorfähre „Vitte“ reichen. Künftig soll die Struktur des Hafens so entwickelt werden, dass sie den vielfältigen Nutzungen entspricht: Passagieranleger, Güterumschlag, Binnenkreuzfahrer, Fischerei und Sportbooten. Für letztgenannte ist der Bau einer zusätzlichen Steganlage im Gespräch. Zudem soll der Hafen künftig vor starken Ostwinden geschützt sein. Aus diesem Grund zählt der Bau einer Mole zu den Plänen der Hiddenseer für ihren zentralen Insel-Hafen.

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