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Südvorpommern Gepanzerte Patrouillen in der Innenstadt: So übt die Bundeswehr in Pasewalk
Vorpommern Südvorpommern Gepanzerte Patrouillen in der Innenstadt: So übt die Bundeswehr in Pasewalk
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14:15 09.05.2019
Pasewalk: In Vorbereitung auf einen Auslandseinsatz üben Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ die Sicherung von Fahrzeugkolonnen bei Fahrten wie in Afghanistan. Quelle: Stefan Sauer / dpa
Pasewalk

Der Busverkehr in und um Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hatte Dienstagfrüh ein unerwartetes Problem. „Die Busse mussten sich mit gepanzerten Fahrzeugen die Straße teilen“, sagte Erhard Wodäge, der für das Ordnungsamt in Pasewalk die Übung der Bundeswehr beobachtete.

Der Grund: Es hatte eine mehrtägige Militärübung begonnen, zu der auch gepanzerte Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen gehören. Ziel ist ein realitätsnahes Training für Auslandseinsätze wie in Afghanistan, sagte Leutnant Philipp Lau, Sprecher des Panzergrenadierbataillons 41 aus dem benachbarten Stallberg.

Mit tonnenschweren Dingos Richtung Polizeirevier

Bis Donnerstag sollen gepanzerte Einheiten der Brigade 41 im Süden Vorpommerns üben, wie sich Konvois und Patrouillen bei Auslandseinsätzen besser gegeneinander absichern können. Die Region gehört zu den größten Heeresstandorten in Deutschland. Zum Auftakt fuhren am Dienstag zwei Patrouillen mit gepanzerten Dingos – etwa zehn Tonnen schwere, bewaffnete Allschutz-Transportfahrzeuge – aus der Kaserne über die Bundesstraße 104 hinein in das Stadtgebiet.

In Pasewalk hat am Dienstag eine mehrtägige Militärübung der Bundeswehr begonnen, zu der auch gepanzerte Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen gehören. Ziel ist ein realitätsnahes Training für Auslandseinsätze wie in Afghanistan.

Ziel war das Polizeirevier am Marktplatz, wo die Lage mit den Ordnungshütern sondiert wurde, wie Lau sagte. Da in Pasewalk eine wichtige Straße gesperrt ist, mussten sich „Dingos“ und Busse die Straßen rund um Polizei und Haltestellen teilen – im Morgenverkehr. „Zum Glück war schon der Schülerverkehr durch“, sagte Wodäge.

„Was ist denn hier los?“

Etliche Pasewalker staunten, als voll bewaffnete Soldaten auf den Straßen Autofahrer rückwärts dirigierten oder einwiesen oder Busse an den Patrouillen vorbeilotsten. „Was ist denn hier los?“, war die häufigste Frage“, erklärte Wodäge. Feldjäger, die sonst dabei sind, gab es diesmal nicht.

Die Übung hat einen ernsten Hintergrund: Rund 250 Soldaten des Bataillons gehen Anfang Juli in einen Einsatz nach Afghanistan, wo sie Ausbilderteams begleiten und absichern. Da es dort immer wieder zu Hinterhalten und Gefechten kommt, werden auch solche Ernstfälle bis Donnerstag noch geübt.

Patrouille auf der B 109

Hinter Pasewalk fuhren die Patrouillen über die Bundesstraße 109 Richtung Norden. Die radgetriebenen langen Militärfahrzeuge waren etwa 80 Stundenkilometer schnell, so dass kein Stau entstand. Später bogen die Bundeswehrfahrzeuge Richtung Eggesin ab, wo auf einem Kasernengelände der Ernstfall trainiert wurde. Anschließend ging es zurück nach Stallberg – aber diesmal über den Truppenübungsplatz, wie Lau sagte.

Ordnungsamtsleiter Wodäge hat Verständnis für die Übung. „Und außerdem wissen wir nun, dass unsere Straßen in dem Gebiet auch breit genug sind.“

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