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Südvorpommern Mordfall Leonie: Jetzt kursieren Falschmeldungen über David H.
Vorpommern Südvorpommern Mordfall Leonie: Jetzt kursieren Falschmeldungen über David H.
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18:28 23.01.2019
In Torgelow ist ein sechs Jahre altes Mädchen gestorben. Gegen den Stiefvater wird ermittelt. Quelle: dpa
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Torgelow

Der unter Mordverdacht stehende Stiefvater der toten Leonie David H. hat gegenüber dem Haftrichter bestritten, die Sechsjährige umgebracht zu haben. Seitdem sitzt der Verdächtige in Untersuchungshaft in der JVA Bützow.

Jetzt kursieren im Internet Falschmeldungen über David H. Das Justizministerium weist Gerüchte aus den sozialen Netzwerken zurück, nach denen H. im Gefängnis verprügelt worden sein soll. „Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage“, sagte Sprecher Tilo Stolpe. Die Mitarbeiter in der JVA Bützow hätten viel Erfahrung und wüssten, wie sie mit solchen Situationen umgehen müssen.

Zur Trauerfeier in der Christuskirche in Torgelow für die verstorbene Leonie kamen Hunderte.

Dem 27-Jährigen werden Mord durch Unterlassen und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die sechs Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) starb. Er habe den nahenden Tod des Kindes infolge der Misshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Bei seiner Vernehmung auf dem Polizeirevier in Pasewalk am 14. Januar war er geflohen und konnte von der Polizei erst nach sieben Tagen Flucht am Montag bei Anklam gestellt werden.

Polizei bildet Ermittlungsgruppe „Leonie

Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungsgruppe „Leonie“ mit fünf Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ins Leben gerufen. Die Polizisten sind auf besonders schwerwiegende Verbrechen wie Mord spezialisiert.

So würden nun weitere Zeugen befragt, auch im Umfeld der Familie. Die Wohnung der Familie in Torgelow wurde beschlagnahmt. Gemeinsam mit den Rechtsmedizinern untersuchen die Ermittler den Tatort nun akribisch auf Blutspuren. Von einer sogenannten Blutspurenmusteranalyse erhoffen sich die Ermittler, den möglichen Tathergang rekonstruieren zu können. Dabei werden kleinste Blutspritzer mit Hilfe des chemischen Mittels Luminol sichtbar gemacht. Auch wird eine DNA-Analyse des Blutes unternommen.

Der erste Polizei-Einsatz, die Anteilnahme an dem Tod des Mädchen, die Flucht des Tatverdächtigen und die tagelange Suche nach ihm: Hier finden Sie Bilder zum tragischen Tod von Leonie aus Torgelow.

Außerdem werde auch das digitale Leben des Tatverdächtigen durchleuchtet, sagt Claudia Tupeit, Sprecherin der Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Laptop und Handys sowie Fotomaterial würden analysiert. „Die Ermittler suchen nach einem Auslöser. Nach Hinweisen darauf, ob und wann sich etwas verändert hat in seinem Verhalten den Kindern gegenüber.“ Auch die mutmaßliche Misshandlung des zweieinhalbjährigen Noah Joel werde weiter überprüft. Ärztliche Befunde müssen ausgewertet werden. Auch gegen die Mutter wird wegen unterlassener Hilfeleistung weiter ermittelt, heißt es von der Polizei.

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