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Usedom Der Beste ist ein Grauer Wiener
Vorpommern Usedom Der Beste ist ein Grauer Wiener
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15:40 04.02.2019
Der beste Rammler gehört zur Rasse Graue Wiener und wurde von Heinz Bergemann aus Zinnowitz gezüchtet. Quelle: Stefan Brümmer
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Wolgast

„Oh, ganz schön große Zähne hat der ja. Kann der auch beißen?“, fragt ein Mädchen seine Mutter. „Nur auf Möhren. Keine Angst!“, beruhigt sie das Kind. Die beiden gehörten zu den ersten Besuchern der 23. Vorpommerschen Rammlerschau, die am zurückliegenden Wochenende in Wolgast stattfand. 31 Züchter hatten 144 Tiere gemeldet, davon 120 zu bewertende männliche Kaninchen, die bei den Fachleuten „Rammler“ heißen. 33 Rassen waren zu sehen, große und auch kleine Tiere mit langen und kurzen Ohren in verschiedenen Farbenschlägen. Sie kamen von Züchtern aus zehn Vereinen der Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen.

„Die Rammlerausstellung ist eine Schau für Einzeltiere“, erklärt Horst Behlke, „sie ist der letzter Höhepunkt der Saison 2018/19.“ Behlke ist Sprecher des Kaninchenzüchtervereins Wolgast und Umgebung M78 e.V., also jener über 100 Jahre alten Wolgaster Vereinigung, die die Traditionsveranstaltung durchführt. Und so eine Ausstellung hat es in sich. Die Vereinsmitglieder hatten in der vergangenen Woche stramm zu tun, um die „Rammlertage“ zu einem Erfolg werden zu lassen. „Ohne Plan geht das hier gar nicht“, erklärte Behlke. „Zumindest beim Auf- und Abbau müssen alle Mitglieder ran, die können“, sagte er. Es werde jede Hand gebraucht. Oft seien auch die Ehefrauen dabei.

150 Käfige mussten aufgebaut werden

Schon am vergangenen Mittwoch ging‘s los. Da wurde die Halle im Existenzgründerzentrum vorbereitet. Zuvor hatten die Wolgaster Judokas ein anstrengendes „Alle-Mann-Manöver“: Denn aufgrund der Bauarbeiten im Sportforum nutzen sie seit Sommer letzten Jahres die EGZ-Halle zum Training. Nun mussten alle Matten raus, damit die Kaninchenzüchter rein konnten. Soll heißen: hier ist gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme zwischen den Vereinen gefragt.

Etwa 150 Käfige wurden aufgebaut und Einstreu eingebracht. Donnerstag war die Tieranlieferung durch die Züchter und Freitag der Bewertungstag. Also der Tag der Preisrichter – für die Züchter natürlich der Tag der Wahrheit. Die beiden Preisrichter waren Klaus Boldt und Dirk Schneider. Bei immerhin 120 Tieren mussten Fell, Farbgebung, Zähne, Ohren, Geschlechtsteile, Pfoten und Schwanz begutachtet und bewertet werden. Letzterer heißt offiziell Blume. Und nur nichtorganisierte Züchter reden von Karnickeln, Zippen oder Böcken. Richtig heißt der Kaninchen-Mann nämlich Rammler und seine Frau ist die Häsin. Weibliche Tiere gab es bei der Rammlerschau übrigens auch zu sehen. Die wurden aber nicht bewertet, sondern waren für den Verkauf bestimmt. Boldt und Schneider sind von der Organisation der Vorpommerschen Rammlerschau angetan. „Seit Jahren kann ich über Wolgast nur Gutes berichten!“, sagt Schneider.

Die Preisrichter Klaus Boldt und Dirk Schneider schauen einem Rammler der Rasse Riesenschecke schwarz-weiß tief in die Augen. Das Tier erreichte mit 95,5 Punkten die Note sehr gut. Quelle: Stefan Brümmer

Zinnowitzer holt begehrten Titel

Der Pokal „Bester Rammler“ blieb nicht im „eigenen Wolgaster Stall“. Er wurde von der Zuchtgemeinschaft Heinz und Olaf Bergemann nach Zinnowitz entführt. Der Insulaner bekam die höchste Wertung von 97,5 Punkten für seinen Grauen Wiener. Heinz Bergemann (59) züchtet seit 47 Jahren, wurde vielfach für seine züchterischen Leistungen ausgezeichnet und war natürlich erfreut über die Platzierung. Den „Pommernpokal“ errang Roger Stöhr mit der besten Rammlerkollektion, bestehend aus vier Tieren. Stöhr kommt vom Wolgaster Verein und bekam 387,5 Punkte in der Rasse Zwergwidder, wildfarben. Zudem ging noch ein Ehrenpreis an Gerhard Rückart mit 386 Punkten für die Rasse Kleinsilber, graubraun.

Viel Lob für Züchter aus Vorpommern-Rügen

In den einzelnen Rassen oder Farbenschlägen wurde an die besten Tiere mit der höchsten Punktzahl, aber mindestens mit dem Prädikat „sehr gut“ (94 Punkte) die Anerkennung „Vorpommern Bester“ vergeben. Dazu gehören unter anderen Hanna Matthias aus Greifswald (Perlfeh), Vanessa Demant aus Sassen-Trantow (Russen, schwarz-weiß), Daniela Grahl aus Splietsdorf (Perlfeh), Horst Matzke aus Sundhagen (Thüringer, Kleinsilber gelb), Joachim Cornelius aus Bergen (Mecklenburger Schecke schwarz-weiß, rot-weiß, Lohkaninchen) sowie Marco Baumann und Eberhard Matz aus Neklade (Deutsche Riesenschecke und Rote Neuseeländer).

Ausstellungsleiter Thomas Witt zieht ein positives Resümee für die 23. Vorpommersche Rammlerschau. Am Ende waren alle zufrieden, denn auch die Besucher kamen zahlreich und waren kauffreudig.

Stefan Brümmer

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