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Usedom 26. Usedomer Musikfestival: Drei Wochen lang Weltstars auf der Insel
Vorpommern Usedom 26. Usedomer Musikfestival: Drei Wochen lang Weltstars auf der Insel
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18:23 17.09.2019
Das Usedomer Musikfestival wird wieder vom Baltic Sea Philharmonic unter Leitung von Kristjan Järvi eröffnet, das Konzert ist ausverkauft. Die jungen Musiker aus zehn Ostseeanrainerstaaten spielen alles auswendig. Im Vorjahr wurden sie dafür bejubelt. Quelle: Geert Maciejewski
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Insel Usedom

Völkerwanderung am Sonnabend auf der Insel Usedom: In den Abendstunden machen sich 1300 Menschen auf den Weg gen Peenemünde. Ihr Ziel? Die Maschinenhalle des früheren Kraftwerks im Historisch-Technischen Museum in Peenemünde. Der Grund für diese Menschenmenge? Sie alle wollen erstklassige, hochkarätige internationale Musikstars genießen. Denn am Sonnabend wird um 20 Uhr das 26. Usedomer Musikfestival eröffnet. Und – stolze Leistung – das Eröffnungskonzert ist komplett ausverkauft.

Hier sehen Sie die schönsten Bilder des Usedomer Musikfestivals vom vergangenen Jahr und welche Weltstars in diesem Jahr dabei sind. Das Festival gehört in die Kategorie Extraklasse.

Kultur Deutschlands steht im Zentrum des Festivals

Zwei Wochen lang steht dann Deutschland im Zentrum dieses Festivals. Auf vielschichtige Weise wird ein Teil der Kultur dieser Nation erlebbar gemacht, denn dieses Land begriff sich als Kulturnation, lange bevor es Staatsnation wurde. „Auf der Insel Usedom, die einmal dänisch, einmal schwedisch war, lange zu Pommern, dann zu Preußen gehörte und heute Heimat von Deutschen und Polen ist, erfährt man besonders stark, wie beweglich Identitäten sein können“, sagen Intendant Thomas Hummel, Georg Friedrich Prinz von Preußen als Ehrenpräsident des Festivals und Rolf Seelige-Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins des Usedomer Musikfestivals.

Drei Wochen lang gibt es Konzerte, Lesungen, Fahrten, Ausstellungen und Wettbewerbe mit und zu Musikern verschiedener Zeitepochen – von der Reformation über die Romantik bis zur Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Und auch der Neuzeit wird Raum gegeben. 27 verschiedene Veranstaltungen sind im Angebot, dazu internationale Künstler, wie die amerikanische Pianistin Simone Dinnerstein, Broadway-Star Ute Lemper, David Geringas (Violoncello), der Rias Kammerchor, das Maria Baptist Trio, Bariton Matthias Goerne, das NDR Elbphilharmonie Orchester, die Berlin Comedian Harmonists.

Eröffnungskonzert mit dem Baltic Sea Philharmonic

Die Eröffnung allein ist schon ein Abend der Superlative: Kein geringeres Orchester als das Baltic Sea Philharmonic unter Leitung von Kristjan Järvi ist da in der Maschinenhalle gemeinsam mit Simone Dinnerstein, einer der wichtigsten US-Pianistinnen, zu erleben.

Dieser alljährliche wundervolle Auftakt mit stets neuem Programm ist ein Hörgenuss, eine Augenweide und immer ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis. Zweieinhalb Stunden unbändige Spiellust und Lebensfreude pur. Zum zwölften Mal ist dieses Orchester junger Musiker aus zehn Ostseeanrainerstaaten beim Festival in Peenemünde dabei. Wen wundert es da, dass die Gäste dieses Abends aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien auf die Insel strömen.

Im historischen Kraftwerk Peenemünde verbindet das neue, abenteuerliche Programm „Divine Geometry“ Vergangenheit und Zukunft, indem es auf fantasievolle Weise barocke Meisterwerke mit Musik der Pioniere des amerikanischen Minimalismus kombiniert. Höhepunkt dieses ersten Konzertabends ist die deutsche Erstaufführung eines neuen Orchesterwerks, „Music for Ensemble and Orchestra“, von einem der bedeutendsten Komponisten der USA: Steve Reich.

Das Werk wurde vom Baltic Sea Philharmonic zusammen mit dem New York Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem San Francisco Symphony, dem London Symphony Orchestra und dem Sydney Symphony Orchestra in Auftrag gegeben. Usedom aber ist die geistige Heimat des Ensembles und der Ort, an dem die ursprüngliche Idee für das Orchester geboren wurde.

Barocke Brillanz und minimalistische Meisterschaft

Konzerte des Baltic Sea Philharmonic sind einzigartige Erlebnisse, die klassische Musikkonventionen über Bord werfen und dem Publikum neue Perspektiven eröffnen. „Divine Geometry“ beginnt dafür mit einer aufregenden Neuorchestrierung eines der großen zeitlosen Meisterwerke des Barock, Bachs Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Sologeige.

Danach folgt Steve Reich, eine Ikone des Minimalismus. Seine „Music for Ensemble and Orchestra“ (2018) ist Reichs erstes Orchesterwerk seit mehr als 30 Jahren und erlebt in Peenemünde seine Deutschland-Premiere. „Das Ensemble in Music for Ensemble and Orchestra ist im Grunde genommen eine Gruppe von erstklassigen Blasinstrumenten und Streichern mit zwei Vibrafonen und zwei Klavieren. Aber ich wollte einen E-Bass einbauen, da es mein Lieblings-Rock’n’Roll-Instrument ist“, verrät der 82-jährige Komponist.

Danach spielt Simone Dinnerstein das dritte Klavierkonzert von Philip Glass, ein 2017 für Dinnerstein geschriebenes Werk – die Pianistin ist für ihre Interpretationen von Bachs Tastenwerken weltbekannt geworden. Die Musik eines anderen Barockmeisters, Händel, wurde vom Dirigenten und Komponisten Kristjan Järvi in Too Hot to Händel überwältigend neu interpretiert.

Philharmonic spielt alles aus dem Gedächtnis

Auch in diesem Jahr spielt das Orchester wieder alles aus dem Gedächtnis. Im Jahr 2017 schrieb das Baltic Sea Philharmonic Geschichte, indem es als erstes Orchester der Welt Strawinskys „Der Feuervogel“ vollständig auswendig spielte und der Aufführung damit eine neue Dimension verlieh.

Das Spiel ohne Noten ist inzwischen zu einem Markenzeichen des Ensembles geworden. „Beim Auswendigspielen geht es um Chemie und Kommunikation“, sagt Järvi. Auswendig zu spielen intensiviere die Verbindung zwischen den Musikern, bringt sie näher zusammen und sei Ausdruck der Mission des Baltic Sea Philharmonic, Menschen in der gesamten nordischen Region zu vereinen. Das Ensemble verkörpert damit die ganze innovative und progressive Kraft des Nordens.

Legendärer Rias Kammerchor singt in Wolgast

Zu den besonderen Höhepunkten zählen ohne Frage das Konzert der Pianistin Ragna Schirmer am 24. September im Steigenberger Grandhotel in Heringsdorf, die in einem mitreißenden Programm die Komponistin Clara Schumann verkörpert, sowie der Auftritt des legendären Rias Kammerchores zusammen mit der Capella de la Torre am 27. September in der St.-Petri-Kirche Wolgast.

Am Abend des 2. Oktober gastiert Broadway-Star Ute Lemper mit ihrem Marlene-Dietrich-Programm im Kaiserbädersaal des Maritim Hotels in Heringsdorf. Am 5. Oktober findet das zweite Peenemünde-Konzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und dem preisgekrönten Bariton Matthias Goerne statt.

Doch auch viele kleinere Konzerte in den Inselkirchen, in Hotels in Heringsdorf, Kölpinsee und Zinnowitz sowie im Salon von Schloss Stolpe und im polnischen Swinemünde finden ihre Liebhaber. „Es fasziniert mich, wie die weit gereisten Künstler und Ensembles jeden Herbst internationales Flair auf die Insel bringen und den Dialog zwischen den Nationalitäten bereichern“, sagt Rolf Seelige-Steinhoff, 1. Vorsitzender des Fördervereins.

Eröffnungswochenende komplett ausverkauft

Enden wird das Festival am 12. Oktober um 20 Uhr mit dem Auftritt der Berlin Comedian Harmonists in der Lokhalle der Usedomer Bäderbahn in Ahlbeck. Ausverkauft ist nicht nur das Eröffnungskonzert, sondern das komplette Eröffnungswochenende sowie der Auftritt von Ute Lemper. Karten für die meisten anderen Veranstaltungen sind an allen Touristinformationen, im Internet unter www.usedomer-musikfestival.de sowie unter der Telefonnummer 038378/34647 erhältlich.

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