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Usedom 600-jährige Wolgasterin wird wieder fein gemacht
Vorpommern Usedom 600-jährige Wolgasterin wird wieder fein gemacht
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16:37 19.11.2019
Die Neuausmalung des beeindruckenden Sterngewölbes im Inneren der St. Gertrud-Kapelle steht kurz vor dem Abschluss. Die Restauratoren orientierten sich an der Farbfassung von 1869. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Das Innere der Wolgaster St. Gertrud-Kapelle ist kaum wiederzuerkennen. In den vergangenen Monaten haben der zuständige Restaurator Peter Wagner und seine Helfer viel Zeit, Fleiß und Mühe aufgewandt, um frühere Bausünden auszumerzen und dem architektonischen Kleinod zu altem, neuem Glanz zu verhelfen.

Die Arbeiten in dem 1420 als Nachbau des heiligen Grabes in Jerusalem gegründeten Bauwerk neigen sich allmählich ihrem Ende zu. Schädlicher Betonputz, der in den Jahren von 1864 bis 1869 an weiten Teilen der Innenwände angebracht worden war, wurde entfernt, so dass das Mauerwerk wieder „atmen“ kann. Feuchtigkeit und Salze sind dank eines speziellen Opferputzes, eines Kompressenputzes, aus der Bausubstanz gewichen. Abschließend wurde eine dünne Lage aus Kalkmörtel aufgebracht.

Gewölberippen mit Ziegelimitation dekoriert

Besonders beeindruckend stellt sich das wertvolle Sterngewölbe dar, das gemäß dem 1868 umgesetzten Farbkonzept ausgemalt wurde. Die Gewölberippen erhielten, wie damals, eine Ziegelimitation als Dekor. Ein hässliches Loch in der Decke, das als Revisionsöffnung diente, wurde geschlossen und durch eine quadratische Klappe ersetzt.

Sowohl das Gestühl als auch die historische Eingangstür werden bzw. wurden vom in den 1930-er Jahren angebrachten grünen Farbanstrich befreit, informierte Dietmar Gallinat, der baubegleitende Restaurator (i.B.). Quelle: Tom Schröter

„Auch das Gestühl, das in der Tischlerei „Holz und Raum“ in Krien restauriert wurde, wird farblich in seinen Ursprungszustand versetzt“, berichtet der baubegleitende Restaurator Dietmar Gallinat. „Die 1935 aufgetragene grüne Farbe wird entfernt. Stattdessen wird wieder eine Eichenholzimitation als Lasur aufgebracht.“ Die eichene historische Eingangstür präsentiert sich schon jetzt so wie bei ihrem Einbau vor gut 150 Jahren. Die grüne Farbe ist verschwunden und die aus gegossenem Zinkguss bestehende Ornamentik ist sorgfältig aufgearbeitet worden.

600 Jahre alte Kreuzdarstellungen entdeckt

Es lohnt sich, in St. Gertrud auf Entdeckungstour zu gehen. So genannte Befundfenster geben Aufschluss über frühere Farbgebungen – „mindestens 13 verschiedene Farbfassungen konnten nachgewiesen werden“, so Gallinat. Sichtbar sind auch die erst vor Kurzem entdeckten nachreformatorische Weihekreuze und zwölf jeweils neben den Fenstern befindliche Kreuzdarstellungen, die laut Peter Wagner aus der Gründerzeit der Kapelle herrühren, sowie diverse Nischen, in welche einst unter anderem der Altar und die Kanzel eingelassen waren. Die Mittelsäule birgt unzählige Pilgerzeichen und Teile einer Malerei, die laut Gallinat die im Alten Testament beschriebene, durch Gott verhinderte Opferung Isaaks darstellt.

Diese Gedenktafel aus den 1930-er Jahren gibt im oberen Teil jenen Schriftzug wieder, der früher auf der Mittelsäule der St. Gertrud-Kapelle zu lesen war. Quelle: Tom Schröter

Eine Fußleistenheizung wurde ebenso installiert, wie eine LED-Beleuchtung, die auf den Sohlbänken der Fenster platziert wurde.

Am 30. Mai 2020, so die aktuelle Planung, soll die Kapelle feierlich wiedereröffnet werden. „Wir sind dabei, das Programm vorzubereiten. Es ist außerdem unser Ziel, im nächsten Sommer monatlich Veranstaltungen in der St. Gertrud-Kapelle durchzuführen“, informiert Uwe Quosdorf vom federführenden Förderverein. Der zwölfeckige Sakralbau eigne sich zum Beispiel für Bestattungen, Hochzeiten, Lesungen und kleine klassische Konzerte. Ausstellungen etwa von Bildern seien hingegen kaum möglich, da das Gestühl bis dicht an die Wände heranreiche.

Das Land MV und die Stadt finanzieren die insgesamt etwa 300 000 Euro teure Restaurierung. Dazu gehören auch die Anlage eines Rundweges rings um die Kapelle. Einige Sitzbänke sollen den Rundkurs später säumen. Diese Zusatzinvestition unterstützte jüngst die Sparkasse Vorpommern mit einer 4000-Euro-Spende.

Von Tom Schröter

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