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Usedom Ein Sommer ohne den Schanzenfloh
Vorpommern Usedom Ein Sommer ohne den Schanzenfloh
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14:31 14.06.2019
Oberwiesenthaler Schneezauber in Zinnowitz 2016: Hier springt Jens Weißflog vor der Konzertmuschel von der kleinen Schanze. Quelle: Hannes Ewert
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Zinnowitz/Oberwiesenthal

O Arzgebirg, wie bist du schie! Schneegaudi im Hochsommer mit dem „Floh vom Fichtelberg“, Langlaufski und Spaß in der Loipe oder auf der Schanze – dafür stand Jahr für Jahr in Zinnowitz der „Oberwiesenthaler Schneezauber“. Mit der Skisprunglegende Jens Weißflog an der Spitze präsentierte sich der erzgebirgische Kurort im Ostseebad auf der Promenade. Für 2019 hat der „Schanzenfloh“ keine Landeerlaubnis bekommen – „in diesem Jahr wird es die Veranstaltung nicht geben“, sagt Carsten Nichelmann, Leiter des Eigenbetriebes Kurverwaltung Zinnowitz. Zu den Gründen meint Nichelmann, dass in Zeiten des Klimawandels gerade im vergangenen Jahr die Veranstaltung in der Kritik stand. „Viele haben sich gefragt, ob man in dieser Form im Sommer Schnee produzieren muss“, so der Leiter des Eigenbetriebes. Hitzige Diskussionen gab es darüber auch in den Gemeindegremien.

Die Oberwiesenthaler waren anfangs noch mit mehreren Ständen und einer Sprungschanze angereist. Weißflog und Freiwillige stürzten sich die Schanze herunter – über vier Meter weit wurde bei Strandwetter am Meer gesprungen. Vor zwei Jahren wechselten die Skisprunglegende und das Oberwiesenthaler Team die Sportart. Auf schmalen Brettern mit einem Gewehr in der Hand gab es vor der Kurmuschel auf einer Schneepiste jede Menge Gaudi beim Biathlon.

Kosten tragen die Oberwiesenthaler

„Wir bedauern die Absage, wollen aber 2020 wiederkommen“, sagt Rene Lötzsch, Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn. Er und sechs weitere Partner haben die Promotiontour Jahr für Jahr organisiert. „Im vergangenen Jahr hatte ich im Hotel eine unschöne Begegnung mit einem Einheimischen. Dabei ging es um die Kosten der Veranstaltung, die sich aus seiner Sicht Zinnowitz gar nicht leisten könne. Dabei wissen die meisten anscheinend nicht, dass wir die Kosten der Veranstaltung tragen“, so Lötzsch.

Carsten Nichelmann bestätigt das. „Um die Kosten geht es hier nicht. Wir wollten in diesem Jahr einfach mal die Veranstaltungsfülle zurückfahren. Es ist ja bekannt, dass wir 2018 ein enormes Defizit hatten. Betrachten wir 2019 deshalb als Jahr der Konsolidierung.“ Zum Opfer gefallen sei deshalb auch das Konzert im Frühjahr auf der Zinnowitzer Ostseebühne. „Ob wir das Konzert im Herbst machen, steht noch nicht fest“, so Nichelmann. Sollten die Oberwiesenthaler 2020 wiederkommen, dann hofft Nichelmann auf eine Alternative zum Schnee – „vielleicht Matten“.

Gerade der Schnee ist aber das Aushängeschild und Alleinstellungsmerkmal der Erzgebirgler, wie Lötzsch betont. „Wir wollen ja mit unserer Schneesicherheit werben. Und kommen immer an dem Wochenende, wenn in Berlin Ferien sind, weil die Hauptstadtgäste hier vor Ort unser Einzugspotenzial sind. Die Sachsen sind dann auch schon auf Usedom.“

Umweltschutz stärker in den Fokus rücken

An der Attraktivität der Veranstaltung zweifelt Skisprunglegende und Hotelier Jens Weißflog nicht. „Wir hatten in den letzten Jahren den Eindruck, das Zinnowitz die Aktion gerne mit uns veranstaltet. Vor Ort gab es viel Unterstützung. Unsere Botschaft ,wenn sich jemand im Schnee zaubern versteht, dann wir Oberwiesenthaler’ ist sicher auch bei den Besuchern angekommen. Gäste, die im Sommer an die Ostsee fahren, sehen wir oft im Winter an unseren Skihängen“, so Weißflog. Den Bedenken und Kritiken an dieser Aktion besonders in den sozialen Netzwerken bezüglich Energieverbrauch, Sinnhaftigkeit und Umweltschutz wollen die Oberwiesenthaler mit einer aufklärenden Pressearbeit in den nächsten Jahren besser begegnen. „Strom verbrauchen wir nicht mehr und nicht weniger als manch andere Strandattraktion und den Schnee zaubern wir immerhin – salopp gesagt – aus Wasser und Stickstoff.“

Nach Skispringen und Biathlon wollen die Oberwiesenthaler bei ihrem nächsten Besuch vielleicht mit einer dritten Sportart –Abfahrtslauf – an die Ostsee kommen. „Es gibt auch die Möglichkeit, einen mobilen Abfahrtshang mitzubringen. Übrigens, wir wollen es hinbekommen, mit grünem Strom zu arbeiten“, so Lötzsch.

Henrik Nitzsche

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