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Usedom Abschied ohne Trauer von der Seebrücke in Koserow
Vorpommern Usedom Abschied ohne Trauer von der Seebrücke in Koserow
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13:32 24.11.2019
Ein Teil des alten Koserower Seestegs wird weiter genutzt: So zum Beispiel für einen Holzsteg an der Krumminer Wiek in Neeberg. Quelle: Steffen Adler
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Koserow

Endlich verschwindet die inzwischen zum Schandfleck verkommene Seebrücke von Koserow. Symbolisch dafür schraubten und sägten ab Samstagmittag Mitglieder der Neeberger Interessengemeinschaft Krumminer Wiek noch reichlich kernige Kanthölzer und Bohlen von der Beplankung des maroden, aus dem Jahr 1993 stammenden Bauwerks ab. Das Material wird laut Vereinschef Jörg Schröter aufgearbeitet, getrocknet und konserviert. Es soll für einen neuen Badesteg in Neeberg noch sinnvolle Verwendung finden. „Gleichzeitig hoffen wir sehr, dass die zunächst geschätzten Steg-Kosten von rund 30 000 Euro für Gemeinde und Verein damit deutlich reduziert werden können“, erklärte Schröter die Einsatzbereitschaft der rund zwei Dutzend Mitstreiter. Bei einem unangenehm kalten Nordost kamen sie jedenfalls gut ins Schwitzen. Und schnell stapelte sich offenbar noch sehr gut erhaltenes Lärchenholz auf dem Seebrückenvorplatz, von wo aus anschließend der Abtransport erfolgte.

Gratisbank für Koserower Stammurlauber

Die beiden Cottbuser Heike Richter und Thomas Gischke durften eine Brückenbank für den eigenen Garten mitnehmen. Quelle: Steffen Adler

Derweil durften sich Heike Richter und Thomas Gischke aus dem Cottbuser Stadtteil Wilmersdorf freuen. Auf Anfrage bekamen sie von Kurverwaltung und Bürgermeister eine Bank, die bislang auf der Seebrücke montiert war, für den Kleingarten in der Lausitz geschenkt. „Wir sind seit vielen Jahren Stammurlauber in Koserow, fühlen uns hier wie zu Hause und freuen uns über die freundliche Geste“, berichtete Heike Richter. Beide saßen schon mal Probe auf der Bank und versprachen, auch in Zukunft in Koserow Ferien zu machen. „Das hat hier noch etwas Familiäres. Und das lieben wir“, so Thomas Gischke.

Unterdessen verabschiedeten sich viele Einheimische wie Touristen von der alten Seebrücke; und zwar mit einem letzten Bummel bis zur Absperrung. Zwei Jahrzehnte war sie beliebter Treff- und Aussichtspunkt. Dann hatten ihr Wind und Sturm, Wellen und Eisgang so weit zugesetzt, dass die Sicherheit der Passanten nicht mehr gewährleistet war. Es folgten Jahre der teilweisen Stilllegung, immer versehen mit der Hoffnung, bald eine moderne, sichere und behindertengerechte Nachfolgerin zu bekommen.

Holländer beginnen mit dem Rückbau

Dafür ist nun die Zeit herangerückt, denn schon ab dieser Woche werden Monteure einer holländischen Firma, die die europaweite Ausschreibung gewonnen hatte, mit dem Rückbau des maroden Brückenkonstrukts beginnen. Bis zum Jahresende, so Bürgermeister René König, soll der Überbau verschwunden sein, dann folgen die letzten Betonpfähle. „Das ehrgeizige Ziel lautet, bis August 2020 das neue Wahrzeichen für Koserow errichtet zu haben. Damit wird es zwar zum nächstjährigen Seebrückenfest noch nicht fertig sein, „aber dann feiern wir 2020 eben zwei Mal“, schaut Kurdirektorin Nadine Riethdorf voraus.

So soll die etwa 400 Quadratmeter große Plattform der neuen Koserower Seebrücke einmal aussehen. Quelle: Planungsbüro

Übrigens: Während die alte Brücke noch eine runde Million D-Mark gekostet hatte, belaufen sich die Kosten nunmehr auf stolze 7,2 Millionen Euro. Ein ehrgeiziges Vorhaben für ein vergleichsweise kleines Ostseebad, doch dank der Förderung durch das Land durchaus praktikabel. Die zwangsläufig erforderlichen Mittel für Instandhaltung und Reparaturen wird über die jährlichen Kurtaxeinnahmen abgesichert. Das Gleiche gilt für das Bedienen des nötigen Kredites. Ohnehin besteht bereits jetzt ziemliche Klarheit darüber, diese Abgabe im Jahr 2021 anpassen, sprich anheben zu müssen.

Jörg Schröter ist schwer beladen: „Wir freuen uns sehr über diese Materialhilfe“, sagte der Vorsitzende der Neeberger Interessengemeinschaft. Quelle: Steffen Adler
Ein stetiges Kommen und Gehen herrschte bei der Abrissparty in Koserow. Noch einmal durfte die alte Brücke am Sonnabend begangen werden. Quelle: Steffen Adler

Doch das ist noch relativ weit hin. Zunächst stießen die Gäste der Abrissparty mit Glühwein, Grog und Bier auf das Vorhaben an, schunkelten und tanzten zur Live-Musik von Elli & Piet und wärmten sich an der Feuerschale auf dem Seebrückenvorplatz auf. Getrübt wurde die Stimmung nur, als der Bürgermeister in kleiner Runde preis gab, dass erst vor wenigen Tagen Unbekannte nachts etliche Bänke von der Brücke abgeschraubt und gestohlen hatten. Kopfschütteln darüber, hätte doch eine kleine Anfrage bei den Verantwortlichen genügt, die Bänke kostenlos und unbürokratisch erhalten zu dürfen.

Von Steffen Adler

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