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Usedom Ärger am Hafen: Tor sperrt Hollendorfer aus
Vorpommern Usedom Ärger am Hafen: Tor sperrt Hollendorfer aus
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16:37 28.10.2019
Ärgern sich über das Tor, das seit Kurzem den Weg zum idyllisch gelegenen Sportboothafen in Hollendorf versperrt (v.l.): Waltraud Krüger, Anne Rieck, Kathrin Peukert und Lothar Ehrke. Quelle: Tom Schröter
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Hollendorf

Lothar Ehrke aus Hollendorf ist sauer. „Seit einigen Wochen ist der Durchgang zur Steganlage an der Alten Peene in unserem Dorf durch ein Metalltor versperrt“, schimpft der 63-Jährige. Verantwortlich sei der Verein Leben in Hollendorf, der das kleine Hafenareal vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund gepachtet und das Metalltor installiert habe.

„Seit Menschengedenken war das Gelände immer frei zugänglich“, berichtet der gebürtige Hollendorfer. „Es waren unsere Eltern und Großeltern, die den kleinen Hafen, der früher auch ‚Kommünsgraben‘ genannt wurde, in den 1960-er Jahren gemeinschaftlich befestigt haben. Seit jeher war dies ein beliebtes Ziel von Spaziergängern. Einheimische und Urlauber setzten sich hier gern auf die Bank und genossen den Blick über den Großen Wotig auf Karlshagen und Peenemünde.“ Und der Hafen sei immer Löschwasserentnahmestelle für die Krösliner Feuerwehr gewesen.

Kein Zugang zur Alten Peene mehr

Auch Waltraud Krüger (72), ebenfalls Urhollendorferin, ärgert sich über das Tor. „Es ist eine große Schweinerei, weil wir nun keinen Zugang mehr zur Alten Peene haben“, klagt sie. Bei mehreren Vereinsmitgliedern handele es sich um Neuhollendorfer. „Die Zugezogenen nehmen sich Rechte raus, die man so nicht hinnehmen kann“, findet die Seniorin. „Einige unserer Vermieter werben mit dem ‚idyllischen Ausblick auf das Wasser‘“, fügt Anwohnerin Kathrin Peukert (46) hinzu. Doch auch dieses Panorama sei Geschichte, seit ein vom Verein gebauter Carport die geliebte Sichtachse versperre.

Dirk Mitzlaff, Vizebürgermeister der Gemeinde Kröslin, zu der Hollendorf gehört, kann den Unmut verstehen. „Bürger waren deshalb auch schon in der Gemeindesprechstunde und haben auch im Amt Lubmin vorgesprochen“, sagt er. „Aber als Gemeinde sind uns die Hände gebunden. Der Verein ist Pächter des Hafenareals, und wir haben keine Handhabe, es dem Verein zu verwehren, sein gepachtetes Gelände einzuzäunen.“

Unterdessen kann Lutz Rosenthal als Vorsitzender des Vereins Leben in Hollendorf die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. „Wir haben das Tor aufstellen lassen, weil einige unserer Bootseigentümer Beschädigungen an ihren Booten hatten“, erklärt der 66-Jährige. Außerdem hätten Jugendliche den bereits vor einigen Jahren aufgestellten hölzernen Carport zum Feiern genutzt, mehrfach ihren Müll hinterlassen und auf dem Holztisch ein Lagerfeuer angezündet.

Wer Mitglied ist, erhält Zutritt

„Bei uns muss keiner zwingend ein Boot besitzen, um Vereinsmitglied zu werden“, teilt der Vorsitzende weiter mit. „Unser Jahresbeitrag beträgt lächerliche 36 Euro und Arbeitsstunden müssen nur die Liegeplatzbesitzer leisten.“ Wer Mitglied sei, erhalte Zutritt zum Hafen und könne zum Beispiel gern ein Picknick auf der wassernahen Wiese veranstalten.

Der Zweck des Vereins Leben in Hollendorf sei weit gefasst, sagt Lutz Rosenthal. Im Kern gehe es um den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. „Wir wollten uns als Auswärtige auch als Angekommene fühlen können, also nicht nur Grundstücke kaufen, sondern von den Einheimischen aufgenommen werden.“ Dies sei „nicht so gelungen“. Unter dem Dach des Vereins, der aktuell etwa 40 Mitglieder zähle, werde nun zum Beispiel jährlich zu einem Hafenfest eingeladen. In diesem Jahr sei das dafür nötige Geld allerdings in besagtes Tor geflossen, das immerhin 1800 Euro gekostet habe.

Von Tom Schröter

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