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Usedom Ahlbecker Reha-Patienten im Schlaf bestohlen
Vorpommern Usedom Ahlbecker Reha-Patienten im Schlaf bestohlen
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00:00 22.08.2017
Im vergangenen Jahr machte Jutta Naujoks eine Reha auf Sylt. Dort fährt sie wohl auch nächstes Jahr wieder hin. Quelle: Foto: Hannes Ewert
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Ahlbeck

Die Horrorvorstellung eines jeden Urlaubers wurde in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag für Jutta Naujoks aus Hamburg wahr. Während sie tief und fest schlief, stiegen bislang unbekannte Diebe in das Zimmer der 55-Jährigen Krebspatienten in der Ahlbecker Reha-Klinik und beklauten sie. 60 Euro Bargeld, die EC-Karte, das Handy und fünf Stangen Zigaretten sind spurlos verschwunden. Erst am Morgen stellte sie den Schaden fest. Auch im Nachbarzimmer schlugen die Diebe zu. Insgesamt beläuft sich der Schaden laut Polizei auf 1200 Euro.

Ein Ehering, mehrere Stangen Zigaretten und zwei Handys sind weg

„Ich hatte mich gewundert, dass die Balkontür am Morgen ganz weit aufsteht“, sagte sie gestern gegenüber der OZ. Beim genauen Betrachten des Zimmer stellte sie fest, dass mit einem Schlüssel ein Schrank geöffnet und deren Inhalt entwendet wurde. Die leere Geldbörse lag am Morgen auf dem Fußboden. „Ich habe sofort meinen Mann angerufen und veranlasst, dass er meine EC-Karte sperrt. Dann können die Kriminellen damit wenigstens nichts anfangen.“

Laut Polizeisprecher Axel Falkenberg ermöglichte den Dieben das angekippte Balkonfenster das Eindringen in die Räumlichkeiten. „Sie kamen über die Feuerwehrleiter in das erste Obergeschoss“, erklärt er. Dass das Fenster angekippt war, erklärt Krebspatientin Jutta Naujoks verständlicherweise mit der guten Ostseeluft und der besseren Durchlüftung des Raumes in der Nacht.

Nachdem die Einbrecher in dem Zimmer genug Beute gemacht hatten, schlichen sie sich heraus und gingen ins Nachbarzimmer. Dieses wird von einem Mann bewohnt, der gerne anonym bleiben möchte. „Mein Ehering lag auf dem Nachtschrank und das Mobiltelefon daneben. Beides ist nun weg. Das Handy wurde einfach aus der Ladestation herausgenommen. Das Kabel steckte am Morgen nur noch in der Steckdose“, sagt er. Besonders bitter: Der Ehering ist erst ein paar Jahre alt und seine Frau befindet sich in Peru. „Ich weiß noch gar nicht, wie ich ihr das erklären soll, dass auf der Kur der Ehering abhanden gekommen ist“, betont er. „Das Blöde ist, dass ich mein Zimmer in der Nacht nicht von innen abgeschlossen habe. Sonst schließe ich dort immer ab.“ Beide bekamen von dem nächtlichen Einbruch nichts mit.

Am Morgen nach den Diebstählen in den Patientenzimmern fühlten sich die beiden Einbruchsopfer von der Klinikleitung im Stich gelassen. „Es muss doch eine Kameraüberwachung oder einen nächtlichen Wachdienst durch andere Mitarbeiter geben. Auf Kosten der Patienten darf hier nicht gespart werden“, betonte Albert Versteeg aus Freiburg, der ebenfalls zur Reha in Ahlbeck ist und die beiden Geschädigten betreute.

„Wir haben uns gegenseitig Trost gespendet. Von der Klinik wurde uns nicht geholfen“, bemängelt er. Erst am Montag kamen die ersten Reaktionen der Leitung. „So etwas ist von der Klinikleitung sehr fahrlässig. Es muss doch einen Objektschutz für so ein großes Haus geben“, sagt Versteeg.

Ob Jutta Naujoks im kommenden Jahr wieder nach Usedom zur Reha kommt, bezweifelt sie sehr stark. „Die Gegend, die Region und das Drumherum waren schön. Der Einbruch natürlich nicht. Wir sind immer noch geschockt.“

Auf Usedom kommt es in regelmäßigen Abständen zu Einbrüchen. Begehrte Objekte sind unter anderem im Winter leerstehende Ferienwohnungen. Dass Patienten während des nächtlichen Schlafes beraubt wurden, kommt relativ selten vor. In der Reha-Klinik Ahlbeck war es in diesem Jahr nicht das erste Mal, dass Einbrecher das Objekt heimsuchten.

Die Leitung der Reha-Klinik in Ahlbeck war gestern Nachmittag trotz mehrfacher Nachfrage telefonisch nicht für eine Stellungnahme für die OZ erreichbar.

Schon mal eingebrochen

Im März dieses Jahres kam es bereits zu mehreren Einbrüchen in Ahlbeck. Unbekannte Täter drangen damals in die Kellerräume und das Getränkelager der Reha-Klinik ein. Mehrere Türen wurden dabei beschädigt. Ein Sachschaden von 1300 Euro entstand. Ob Gegenstände entwendet wurden, war damals unklar. Auch in weiteren Objekten versuchten sich die Täter Zugang zu verschaffen. Die Einbrüche scheiterten allerdings an der Eingangstür.

Hannes Ewert

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